Krautgarten: Spitzkohl und erste Radieschenernte

Von: rosa

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Alles für den Krautgarten: Spitzkohl, Schäufelchen, Windrad

Meist wird ja, schön hippiemäßig, mit dem Fahrrad zum Krautgarten gefahren. Letzte Woche sogar total superhippiemäßig mit ganz viel Spitzkohlsetzlingen im Fahrradkorb (danke dafür, E.!) und einem bunten Windrad zwecks Krautgartenmarkierung, das aus dem Rucksack herausschaute und sich lustig im Fahrtwind drehte.
Im Krautgarten konnte dann rasantes Radieschen- und Spinatwachstum (und leider auch schon Unkrautwachstum) bestaunt werden. Ich schätze, so in 1-2 Wochen kann die erste Ernte gemacht werden:

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Mini-Mini-Radieschen: Schon essbar, sollte aber noch ein bisschen wachsen

Die Radieschenblätter (nicht die Spinatblätter) sind alle leicht durchlöchert - Schnecken, oder Vögel, oder hat gar die böse Sonne Löcher in die Blätter gebrannt? Egal, sie leben alle noch, und wachsen anscheinend munter weiter. In der heimischen Küche werden derweil Zucchini ("besonders ertragreiche Sorte", schauen wir mal) und lila Mais herangezogen, die wir dann hoffentlich in zwei bis drei Wochen auf den Acker raussetzen können.

Krautgarten

Von: rosa

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Spinat und der weite Horizont

Jaja, diese Großstadtmenschen, die aber doch eine Sehnsucht nach dem einfachen Leben in sich tragen. Und einerseits die ganzen Großstadtannehmlichkeiten wollen (kein Auto haben müssen, 5 sonntagsoffene Bäcker in Laufweite, Kino und Kultur aller Art um die Ecke, die U-bahn vor der Haustür), andererseits aber Schrebergarteln und Balkonextrembepflanzing und regelmäßige Bergtouren machen - genau solche sind wir ja auch.

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Modernste Bewässerungstechnik

Das neuste Projekt: Wir haben einen Acker gemietet! "Krautgarten" heißt das Projekt der Stadt München, auf verschiedenen Äckern verteilt übers Stadtgebiet kann man für eine Saison Parzellen mieten, und der Andrang ist enorm: Im Januar waren einige Wartelisten bereits voll, und wir sind gerade noch bei einem untergekommen. Leider haben wir erst gestern entdeckt, dass direkt bei uns um die Ecke gerade heute ein Gemeinschaftsgarten (hihi, "o'pflanzt is" heißt er, huhu) eröffnet - Mist, das wär doch praktischer gewesen, als der immerhin gut 20 Fahrradminuten entfernte Acker. Egal, vielleicht nächstes Jahr, oder vielleicht auch beides, wenn das Herumgärtnern sich als das neue Superhobby herausstellt, schauen wir mal. Und der Acker liegt immerhin praktisch zwischen zwei Badeseen.

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Unser Acker, nur unserer, für ein Jahr! Und ganz vorne: Winzige Spinatpflänzlein sprießen schon!

Demnächst dann hier im Blog: Crowdsourcing zu Gemüseschwemmen ("Hilfe! Was kann man mit 3 Kilo Radieschen anstellen? Und wie kann ich 10 Salatköpfe haltbar machen?"), Gejammere über zu trockenes oder zu nasses Wetter und Beschwerden über Ungeziefer. Looking forward to it!

Münchner Biertesting

Von: rosa

E-hendlich: Wir wissen nun, welches Münchner Bier (Helles, klar) am besten schmeckt! Ein Wagnis: Würde das allseits beliebte Augustiner wirklich am besten abschneiden? Würde das vielgeschmähte Löwenbräu wirklich verlieren? Und weiß eigentlich irgendjemand, wie Hacker-Pschorr schmeckt?
Echte Münchner können die sechs städtischen Biersorten natürlich im Schlaf herunterbeten, der Vollständigkeit halber seien sie aber nochmal erwähnt: Augustiner, Löwenbräu, Spaten, Hacker-Pschorr, Paulaner und Hofbräu. Das von den sechsen mit Abstand beliebteste Bier ist in München das Augustiner - es ist neben Hofbräu das einzige, das noch nicht zu einem internationalen Brauereikonglomerat gehört, und überhaupt das einzige, das komplett auf Werbung verzichtet.

Das Test-Setup war simpel: Der S., der befreundete Finne A. (Hi A.!!1!) und ich, und M. war auch noch dabei, die mag nämlich Bier nicht so besonders gerne, und hat somit die überaus wichtige Aufgabe übernommen, in der Küche die Gläser einzuschenken, während wir Nerds im Wohnzimmer A.s neue Hardware begutachten konnten. Ein Blindtest also! Bier war eingeschenkt, und los gings:

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Bier inne Gläser!

Jeder von uns (Nerds!) hat sich schnell spontan ein eigenes Bewertungssystem gebastelt, der A. hat die Biersorten in eine Matrix eingetragen, ich habe gepunktet, und der S. hat auch schnell irgendwas Esoterisches aus dem Hut gezaubert. Dabei haben wir unsere Eindrücke ausführlich diskutiert.
Und außerdem probiert, den Bieren die Namen zuzuordnen

Sehr spannend: Am Anfang schmecken die Biere wirklich ziemlich gleich, erst nach ein paar Probierschlucken kommen die Unterschiede stärker heraus. Erstes, wenig überraschendes Fazit also: Auch Bier ist wie Pizza: Even when it's bad, it's still pretty good!

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Probiernotizen.

Und was ist rausgekommen? Naja:
Bei der Biersortenzuordnung haben wir allesamt ziemlich versagt, es gab nur ein paar einsame Treffer.

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Auswert, auswert!

Und welche waren am besten? Da wir kein einheitliches Bewertungssystem hatten, ist ein exaktes Ranking sinnlos - auf grobe Platzierungen konnten wir uns aber einigen. Und so schauts aus:
Platz 1 und 2: Die besten beiden waren Augustiner (juhu!) und Hofbräu (yay!). Augustiner war das leichteste und erfrischendste Bier, ziemlich mild und spritzig, wirklich sehr gut. Hofbräu war ein bisschen herber, malziger und interessanter - und fand ebenfalls allseitigen Anklang.
Platz 3 und 4: Hier sind Paulaner und - erstaunlicherweise - Löwenbräu gelandet. Letzteres allerdings umstritten: Während der S. das Löwenbräu sogar auf Platz 2 hinter Augustiner gesehen hat, mochte ich es überhaupt nicht: Recht kohlensäurig, hopfig und mit bitterem Nachgeschmack - not my thing, das von S. offensichtlich schon. Paulaner war in Ordnung, ein bisschen sauer und recht würzig, nicht schlecht, hat aber auch niemanden vom Hocker gerissen.
Platz 5 und 6, die Schlusslichter: Tja, puh, Hacker-Pschorr und Spaten: Hacker-Pschorr ging sogar noch, war aber deutlich saurer als Paulaner und fast unangenehm bitter. Spaten aber ging fast überhaupt nicht: Fast kohlensäurefrei, flach und bitter war es wirklich fast untrinkbar.

Das war also der Biertest: Hurrah, die Guten haben gewonnen! Löwenbräu ist vielleicht doch garnicht so schlecht wie immer behauptet! Aber, tolles Biergulasch (wie uns heillos betrunkener Runde nach dem Biertest vom A. aufgetischt wurde), kann man bestimmt mit allen kochen:
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Unscharf weil dunkel und betrunken.

Janssons Versuchung (Janssons frestelse)

Von: rosa

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Der S. kocht viel und gut, und hat sich (wie ich) über die Jahre schon ein hübsches Repertoire an Standardgerichten zusammengekocht. Regelmäßig gibt es zum Beispiel Club Sandwiches, oder Aggro-Chicken. Ein weiteres Standardgericht von S. ist der köstliche, schwedische Kartoffelauflauf "Janssons Versuchung". Gelesen hatte ich von ihm schonmal, und zwar im entzückenden Buch "Linus lässt nichts anbrennen". Gegessen hab ich ihn aber das erste Mal bei S. Auch für Kochanfänger ist er übrigens prima geeignet: Man benötigt insgesamt nämlich nur 4 Zutaten, und zwar alle in handelsüblichen Mengen.

Wichtig ist die Wahl der richtigen Anchovis: Normale Sardellen sind nämlich falsch, man benötigt speziell salzig-würzig eingelegte Sprotten, die in Deutschland als "Appetitsild" in den Fischtheken gut sortierter Supermärkte zu finden sind, und in Schweden angeblich "Ansjovis" heißen - eventuell sind Sie gar auch in den Filialen der bekannten Möbelhauskette zu finden? Ähnlich wie Anchovis lösen sie sich im Auflauf fast komplett auf.

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That's all, folks: Nur vier Zutaten!

Und so geht's, für 4 Portionen nehme man:
ca. 1,25 kg mehligkochende Kartoffeln
2 kleine Dosen Appetitsild
400 ml Sahne
3 mittelgroße Zwiebeln
Pfeffer

Kartoffeln schälen und in feine Scheiben hobeln (UPDATE: oder besser in Stifte schneiden?).
Die Zwiebeln schälen und in feine Ringe schneiden. Man kann sie kurz in etwas Öl anschwitzen - aber auch, wenn man sie roh im Auflauf unterbringt, werden sie in der Regel gut durchgaren.
Die Appetitsild abgießen, die Flüssigkeit auffangen und mit der Sahne vermischen. Kartoffelscheiben mit Appetitsild und Zwiebeln in 3-4 Lagen schichten, und mit Kartoffeln abschließen, zwischendurch gerne ein bisschen pfeffern.

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Schicht, schicht.

Die Appetitsild bringen genau richtig viel Salz für die Kartoffeln mit - man sollte also der Versuchung widerstehen, nachzusalzen.
Das Ganze mit Sahne übergießen, der Auflauf sollte knapp bedeckt sein:

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Gieß, gieß!

Bei circa 180 Grad ungefähr 45-60 Minuten lang backen, bis der Auflauf leicht gebräunt ist, und die Kartoffeln gar sind. Auch wenn's schwerfällt und schon herrlich duftet, am besten noch ein paar Minuten im ausgeschalteten Ofen stehenlassen.

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Mhmmmmm!

Am liebsten einen Salat dazu - ein perfektes Winteressen!



Kaffeedatteln

Von: rosa

Nach den ganzen schweren, fettigen Wintergerichten...
(
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...wie letzten Sonntag diesem köstlichen Grünkohl...
)
...braucht man halbwegs leichte Nachtische. Schokoladenmousse oder Käsekuchen bleiben da doch lieber im Schrank, ein köstlicher und durchaus winterlicher, dabei recht leichter Nachtisch sind jedoch diese Kaffeedatteln, die ich mal vor ein paar Jahren bei A. und P. kennenlernen durfte. Der Espresso gibt einen zusätzlichen Kick, den man nach dem ganzen köstlichen Fett und Alkohol auch gut gebrauchen kann.

Man nehme, für 4 Portionen:
12 Medjool-Datteln (hab ich auch schon mit anderen Datteln ausprobiert: Vergesst es, die sauteuren, dicken, fleischigen Medjool-Dinger sind einfach am besten)
100-150 ml Espresso
250 Gramm griechischer Joghurt, alternativ Sahnejoghurt (10% Fett) oder Quark
3-5 Kardamomkapseln, Zimtstange (optional)

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Einweichende Datteln mit dezent zu viel Kardamom

Total supereasy ist das Ganze auch noch: 1-2 Tage vor angepeiltem Servierzeitpunkt die Datteln je nach Geschmack entsteinen oder auch nicht, mit heißem Kaffee übergießen, die Gewürze dazu, und abdecken. Am nächsten Tag bei Zimmertemperatur oder sogar leicht angewärmt, aber nicht kühlschrankkalt, in Schüsselchen verteilen und je einen ordentlichen Klacks Joghurt daraufsetzen. Wenn man nach dem Gänsebraten oder Grünkohlmahl noch die Energie für so Schnickschnack hat, kommt ein bisschen Deko in Form von Pistaziensplittern oder Granatapfelkernen oder ein Zimthäuchlein sicher gut.

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Miam!

Na dann: Esst gut! Trinkt ordentlich! Kriegt euch nicht allzu sehr mit der Familie in die Haare - schöne Feiertage allerseits!

'Tis the season

Von: rosa

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Waschen monströser Grünkohlpalmen geht am besten in der Badewanne....

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...portionsweise wird er dann in der Pfanne vorgegart, damit er schon ein bisschen zusammenfällt - ansonsten füllt eine Portion des krisseligen Grünkohls nämlich schon den kompletten Riesentopf aus.

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Und der Speck darf auch schonmal weich kochen, morgen kommen dann importierte Bregenwürste, und ein paar Polnische vom bayerischen Metzger dazu - mhmmm!

Heissa: Morgen gibt's Grünkohl! Zum Glück baut der Gemüsehändler um die Ecke, den ich schon deshalb liebe, weil dort unterschiedslos alle, auch die Münchner Schnösel, eiskalt geduzt werden, selber Grünkohl an. Allerdings natürlich nicht, wie in Norddeutschland üblich, schon von den Strünken gezupft in Beuteln, sondern noch komplett mit Strünken. So bin ich heute Vormittag mit einem groooßen Plastikbeutel einkaufen gegangen, und habe 5 monströse Grünkohlpalmen nach Hause getragen. Na: Hoffentlich bringen morgen dann auch alle ordentlich Hunger mit.