DFssgF 5 - ein Fazit

Von: rosa

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So. Wie alle, die immer noch die Zusammenfassung vom letzten Päckchentausch verfolgen, wissen, fehlen noch 3 Päckchen.

Nachdem ich jetzt seit einem Monat nichts mehr von den Beteiligten gehört habe, gehe ich langsam davon aus, dass da leider auch nichts mehr kommen wird.

Eine besonders bedauernswerte Person hat ein Päckchen verschickt, das nie gebloggt wurde, aber selber nie eins bekommen - das ist natürlich wirklich ärgerlich. Mehr als per Mail nachfragen kann ich leider nicht machen.

Die ganze Aktion hat sich dieses Jahr aber leider generell ziemlich hingezogen. Ursprünglich war meine Regel "Päckchen wegschicken, sobald man es schafft, allerdings so bald wie möglich, ansonsten bitte Bescheid geben" ja als Antwort auf den europäischen Päckchentausch gedacht, wo alle gleichzeitig (und zwar am Tag nach der Verlosung) wegschicken mussten. Das fand ich dann doch ein bisschen albern - so hat man schließlich garkeine Zeit ein wenigstens halbwegs individuelles Päckchen zusammenzubauen. Dass diesmal aber wirklich viele Leute ohne mir Bescheid zu geben erst nach 3-4 Wochen ihre Päckchen verschickt haben - so war das Ganze nicht gedacht. Erstens zerfasert der Päckchentausch so - wer schaut nach 4 Wochen noch regelmäßig in die Zusammenfassung? - und zweitens habe ich eigentlich keine Lust, nach 2 Monaten noch die Tauschpartnerlisten abzugleichen und den Leuten wochenlang hinterherzumailen.

Für das nächste Mal würde ich also vorschlagen: Eine Woche Zeit zum Päckchenlosschicken. That's it. Was meint ihr?

Orangenmarmelade

Von: rosa

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Auf Frühstücksbrötchen und fettem Quark: Köstlich!

Ich habe ja schon einige lustige Marmeladensorten selbst gekocht (Erdbeer, Zierquitte, Aubergine), mich aber noch nie an Orangenmarmelade gewagt. Nachdem es aber in den Münchner Bioläden gerade massenweise Bitterorangen gibt, und noch nicht mal teuer, und ich außerdem neulich doch ein vielversprechendes Rezept gesehen hatte, hab ich's endlich mal probiert. Es war leichter als gedacht, und schmeckt wirklich toll - viel intensiver als gekaufte Marmelade, mit einem betörend-aromatischen Nachgeschmack. Beim Rezeptlesen habe ich kurz gestutzt. Erstens: Wirklich so viel Wasser? Zweitens: SO VIEL Zucker? Drittens: Und ganz ohne Zugabe von Gelierkram (Zitronensäure, Pektin) soll das fest werden? Es hat aber wirklich alles perfekt hingehauen: Es hätte sogar fast ein halber Liter mehr Wasser sein können - mir ist die Marmelade fast ein wenig zu fest, und äußerst intensiv geraten. Die Zuckermenge habe ich nach einem Probierlöffel ebenfalls leicht erhöht.

So geht's, man nehme:
900 g Bitterorangen
2,5 L Wasser
1 Zitrone
2 kg Zucker

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Bitterorangen und die Zitrone halbieren und auspressen. Den Saft mit dem Wasser zum Kochen bringen. Aus den Schalen habe ich die Fruchthäutchen mit einem Löffel herausgeschabt - das ging ganz leicht - und die Schalen mit einem großen Messer erst in Streifen und dann in feine Stückchen geschnitten und zu der Wasser-Saft-Mischung geben.
Das beim Auspressen übriggebliebene Fruchtfleisch + Kerne und den herausgeschabten Kram in einem Mulltuch oder einem Sieb mitkochen - nachdem mein Stoffteebeutel viel zu klein war, habe ich zu einem kleinen Metallsieb gegriffen, das hat prima funktioniert:
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Das Ganze dann etwa zwei Stunden ohne Deckel sanft köcheln lassen. Den Beutel / das Sieb aus dem Topf nehmen, etwas abkühlen lassen und gut abtropfen bzw. auspressen, damit so viel wie möglich vom guten Pektin in die Marmelade kommt. Den Zucker langsam unter Rühren hinzufügen. Mindestens 15 Minuten weiterkochen (rühren, rühren!), dann kann man langsam mal die erste Gelierprobe machen. Meine Marmelade war nach dem Abkühlen deutlich fester, als die letzte Gelierprobe vermuten ließ. In heiß ausgespülte Gläser abfüllen, Gläser gut verschließen und auf den Kopf stellen. Nach 30 Minuten zurückdrehen.

Fertig, köstlich:
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Ex-Lieblingseis: Jetzt "verbessert"

Von: rosa

Oh nein:

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WTF?

Meine ehemalige Lieblings-Eismarke hat anscheinend die Rezepturen "verbessert". Na toll. Die erste Zutat, die auf dem neulich gekauften Becher abgedruckt ist, ist Wasser, und um das Ganze dann cremig zu bekommen, braucht man natürlich Verdickungsmittel. Mal abgesehen davon, dass das eine verachtungswürdige Sparmaßnahme ist, kann ich das Eis jetzt leider nicht mehr essen, denn von Eis mit Verdickungsmitteln wird mir zuverlässig ziemlich speiübel. Laut Webseite sind leider alle Sorten betroffen, hmpf.
Bleibt immerhin das Eis der anderen amerikanischen Marke, die so Supersorten wie "Strawberry Cheesecake" glücklicherweise immer noch ohne Wasser und ohne Carrageen herstellt. Und bald, bestimmt ganz bald, hat dann ja auch endlich Ballabeni wieder auf.

Jiaozi

Von: rosa

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Jiaozi: Die chinesische Variante von Ravioli bzw. Maultaschen. In China traditionell zum Neujahr gegessen (allerdings zum chinesischen Neujahr, dessen Datum schwankt: Diese Jahr beginnt es erst am 14. Februar). Kennengelernt habe ich Jiaozi, als ich mal länger in Beijing war, in Deutschland habe ich sie schon im "Selig" in Berlin oder im "Ni Hao" in München gegessen. Andere Rezepte kann man im kleinen chinesischen Kochbuch oder bei Barbara bestaunen. Nachdem ich letztes Jahr mit meinem Kollegen S. ins Schwärmen über die tolle, chinesische Küche geraten bin, hat er mich freundlicherweise mal zu sich nach Hause zum Jiaozimachen eingeladen. Er macht sie mit seiner chinesischen Frau und Tochter alle paar Wochenenden - allerdings immer nur am Samstag. Wegen der Sauce, die ca. eine ganze, zerstampfe, rohe Knoblauchknolle enthält, sollte man nämlich am nächsten Tag auf garkeinen Fall unter Menschen müssen.

Im Dezember war es endlich so weit: Ich bin an einem Samstag aufgebrochen, um mit S. und W. und W. Jiaozi zu machen.

Es gibt zwei Unterschiede zwischen Jiaozi und Ravioli oder Maultaschen: Zum einen kommt der Nudelteig ohne Eier aus - die einzigen Zutaten sind Mehl und Wasser. Der Teig sollte mindestens 1-2 Stunden lang ruhen, damit sich der Weizenkleber ordentlich entwickeln kann. Zum anderen wird die Füllung nicht vorgegart - die Teigtaschen werden mit rohem Fleisch gefüllt, die Füllung gart also erst während des Kochens. Auch die Füllung sollte 1-2 Stunden durchziehen, bevor die Jiaozi bereitet werden. Im Münchner Umland (so auch bei S. und W. und W.) gibt es zum Glück tolle Seen, um die man in etwaigen Teigruhwartezeiten einmal gemütlich drumrumspazieren kann.

Wir haben zwei verschiedene Füllungen gemacht, wobei mir die Chinakohl-Füllung ein bisschen besser geschmeckt hat, wegen des Ingwers und weil der Kohl die Fleischfüllung ein bisschen fluffiger und milder gemacht hat. Es waren aber beide toll. Als Faustregel nimmt man so viel Gramm Hackfleisch, wie Mehl. Als alternative Füllung hat W. noch Lammhackfleisch und Zwiebeln vorgeschlagen - klingt ebenfalls gut!

Also, man nehme für 4 hungrige Personen (nicht von der Menge abschrecken lassen - Jiaozi sind eigentlich nicht besonders mächtig, und auch, wenn ich nicht besonders hungrig bin, schaffe ich locker 20 Stück):
Füllung 1:
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Ein Blatt Jiucai, chinesischer Schnittlauch - wie man sieht, ist er nicht rund, sondern flach. Er schmeckt deutlich würziger und knoblauchiger als Schnittlauch.
350 g Schweinehackfleisch
2 Bund chinesischen Schnittlauch, Jiucai
2 EL Öl, 1 TL Salz

Füllung 2:
350 g Schweinehackfleisch
1 daumengroßes Stück Ingwer
2 Frühlingszwiebeln
1 Ei
ca. 10 kleine Blätter Chinakohl

Teig:
ca. 600 g Mehl (nur Chinakohl-Füllung: Etwas mehr, nur Jiucai-Füllung: Etwas weniger)
1,5 - 2,5 Tassen Wasser

Sauce 1:
20 Knoblauchzehen
4 EL dunkler chin. Reisessig
2 EL Sesamöl
evtl. Salz

Sauce 2:
4 EL dunkler chin. Reisessig
2-3 TL Chilipaste / Sambal Oelek

Und so geht's:
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Füllung 1: Hackfleisch mit Jiucai
Für Füllung 1 das Hackfleisch erst mit Salz und Öl mischen (denn: dann zieht die Füllung nicht so viel Wasser!). Dann den feingehackten Jiucai unterheben.

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Füllung 2: Erst Hackfleisch mit Ei, Ingwer, Frühlingszwiebeln verrühren....
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... dann Chinakohl fein würfeln...
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... und ebenfalls unterheben. Und immer schön in eine Richtung rühren!
Für Füllung 2 Ingwer, Frühlingszwiebeln und Chinakohlblätter ganz fein würfeln. Alles außer Chinakohl gut miteinander verrühren - am besten immer in eine Richtung! W. meint, sie hat das wirklich schon ausprobiert, es ist kein Aberglaube: Rührt man immer nur in eine Richtung, geht es viel schneller, bis sich die Zutaten gut vermischen. Am Schluss die Chinakohlwürfelchen unterheben.
Schüsseln abdecken und Füllungen 1-2 Stunden durchziehen lassen.

Für den Teig 700 g Mehl erst mit 1,5 Tassen Wasser verrühren. Langsam etwas mehr Wasser hinzugeben (bis 2,5 Tassen), bis man einen eher festen, glatten Nudelteig hat. Den Teig in Klarsichtfolie hüllen und mindestens eine Stunde lang stehen lassen.
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Teig kneten...
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...fertig!

Nach dem Seespaziergang aus dem Teig circa eurostückdicke Rollen formen. Von den Rollen ca. haselnuss- bis walnussgroße Stücke abdrehen. Die Stücke zwischen den Handflächen mit rollenden Bewegungen zu kleinen, symmetrische Untertassen formen. Die Untertassen werden dann von Helfer 1 mit dem Wellholz zu runden Teigplatten ausgewellt, Durchmesser ca. 8-10 cm.

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Erst kleine Knödel abreißen...
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... dann zwischen den Handflächen glattdrehen und kurz drücken, um kleine Teig-UFOs zu formen...
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... die dann weiter hinten zu schönen Teigkreisen ausgewellt, und vorne bereits befüllt werden.

Die Teigplatten mit je einem guten Teelöffel Füllung füllen und gut verschließen. Leicht bemehlen, damit nichts klebt.

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Füllung plattdrücken, dann zuerst zwei gegenüberliegende Seiten zusammendrücken...
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... bei den Lücken an beiden Seiten von der Mitte her zusammendrücken, damit alles dicht wird und möglichst keine Füllung in die Naht gerät...
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... fertig!

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Klar zu erkennen: Rechts die unförmigen Schnuppensuppen-Jiaozi, links die vom Jiaozi-Profi W.!

Inzwischen sollte man auch langsam die Saucen bereiten: Für Sauce 1 den Knoblauch zermörsern (sollte ca. 4 gehäufte EL ergeben), mit den übrigen Zutaten verrühren. Für Sauce 2 einfach beides zusammenrühren. Beide Saucen noch mit etwas Jiaozikochwasser verdünnen.
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Vorne: Sauce 1, hinten: Sauce 2.

In einem großen Topf viel Wasser sprudelnd aufkochen, dabei den Topf nur zu 2/3 mit Wasser füllen. Einen Krug mit kaltem Wasser füllen Circa 20-30 Jiaozi langsam ins Wasser gleiten lassen, kurz Rühren (immer in eine Richtung!), den Deckel drauf und wieder aufkochen lassen. Sobald das Wasser kocht, einen guten Schwupp kaltes Wasser hinzugeben. Das Prozedere noch zweimal wiederholen, die Jiaozi sollen insgesamt 3 Mal aufkochen.

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Alles kocht: Jetzt einen Schwupp kaltes Wasser rein.

Jiaozi mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben und analog den Rest der Teigtaschen zubereiten.

Die Jiaozi mit der Jiucai-Füllung schmecken deutlich würziger - W. isst sie immer nur mit etwas Essig, oder trinkt ein wenig von dem Jiaozikochwasser dazu. Zu den milderen Jiaozi mit der Chinakohlfüllung passt die würzige Knoblauchsauce bestens.

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Sauce über Jiaozi geben - man beachte die stattlichen Knoblauchmengen! - oder die Taschen einfach hineinstippen, dann aber möglichst pro Person eigene Saucenschälchen bereitstellen, Tropfspuren sind sonst nicht zu vermeiden.
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Jiaoziinnenleben

Köstlich, die Dinger! Jetzt fühle ich mich endlich gerüstet, Jiaozi auch ohne chinesische Unterstützung mal selber zu machen. Da das Teigtaschenfalten alleine doch etwas länger dauert, bietet sich besonders an, das Ganze zu einem Kochtreffen mit Freunden auszubauen. Mit denen sollte man dann auch gleich den Rest des Abends verbringen, die Knoblauchfahnen verbieten jedenfalls eigentlich jede anderweitige Sozialisation.

Reste lassen sich prima mit ein wenig Öl aufbraten. Vielen Dank an S., W. und W. für das Kocherlebnis!

Neues Jahr: Und schon zu spät.

Von: rosa

Verdammt:

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Frohes neues Jahr allerseits!

Plätzchenteller 2009

Von: rosa

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Oben links: Ingwerschnitten.
Außerdem auf dem Teller: Die diesjährige Ausbeute vom Backtag mit Dr. O:
Oben rechts: Heidesand.
Unten: Haselnussspritzgebäck nach einem Rezept von Delicious Days. Unser Urteil: Ganz köstlich und wunderhübsch, bis auf ein bisschen Formkritik: Ringe fanden wir viel leichter zu (a) spritzen und (b) dekorieren als Stangen. Und (c) hübscher sind sie auch!

Die vom Haselnussgebäck übriggebliebenen Eiweiß haben inzwischen übrigens den Weg in diese herrlichen Kokosmakronen gefunden.