Archive for May 2006

Hach!

Von: rosa



Ich brauche echt mal Kinder, und sei es, damit ich wieder ungehemmt dem Spiel- und Niedlichkeitstrieb frönen kann.

Diese Kaufmannsläden! Die fand ich früher auch super! Fenchel aus Holz! Tomaten! Käsestücke, sogar Brotscheiben! Hach!

Weiterstöbern kann man hier.

UPDATE: Ein weiterer Grund für Kinder ist natürlich das schlechtegewissensfreie Schauen von "Kinder"sendungen. Die englische (auchnochpädagogischwertvoll!) Sesamstraße zum Beispiel. Erst neulich entdeckt und herzzerreißend: Johnny Cash singt ein Lied über einen Vogel, der Zählen lernt. Gibts bei Youtube.

Eisspeise

Von: rosa



Sogar vegan und seeeehr einfach und lecker, zudem mit Zutaten kochbar, die man leicht vorratshaltend immer im Haus haben kann:

Sojavanilleeis auf heissen Himbeeren (Tiefkühl mit etwas Zucker drin) mit Schokoladensauce (Zartbitterschokolade mit Esslöffel Sojamilch geschmolzen).

Das Eis schmilzt etwas an, die Schokosauce wird schön zäh, und beides kombiniert mit den säuerlich-fruchtigen Himbeeren.... mhmmm.

Rotes Pesto

Von: rosa

Man nehme: Getrocknete Tomaten, angeröstete Walnüsse und Sonnenblumenkerne, ordentlich Olivenöl, Kräuter, Schuss Zitronensaft.



*BRRRRRRRRRR*



Schmeckt gut auf Ostblock oder mit Nudeln.

Der große Vorteil der Mathematik:
Die Logik

Von: rosa

Es gibt Bewertungen und Exponentialbewertungen.
Die Exponentialbewertungen sind jedoch keine Teilmenge der Bewertungen:
Die p-adische Bewertung zum Beispiel ist eine Exponentialbewertung, aber keine Bewertung.
Der p-adische Absolutbetrag zum Beispiel ist eine Bewertung, aber keine Exponentialbewertung.

Es gibt archimedische und nichtarchimedische Bewertungen.
Eine Bewertung ist jedoch nicht entweder archimedisch oder nichtarchimedisch:
Die nichtarchimedischen Bewertungen sind nämlich eine Teilmenge der archimedischen Bewertungen.
Der p-adische Absolutbetrag zum Beispiel ist sowohl eine nichtarchimedische Bewertung, als auch eine archimedische Bewertung, als auch eine Bewertung.

Ich dreh noch durch hier!

The Blogevent

Von: rosa

Ach, das wollte ich hier ja noch verlinken:

Weil ich den letzten allmonatlichen Rezepteblogwettbewerb im Kochtopf (dort auch "Blogevent" genannt) gewonnen hab, durfte ich mir ja das Thema für den nächsten aussuchen. Und hier ist es:


(tolles Logo von mgb)

Also, ich liebe ja Hülsenfrüchte.
Hoffentlich die anderen auch.

Und hier gehts zum Hülsenfruchtrezeptblogwettbewerb.

Spargel mit Hildegard

Von: rosa

Äh, mit Sieglinde. Glaub ich.



Mein jährliches Spargelessen abgehakt, dachte ich.

Dann hat dieser Spargel hier aber so dermaßen oberphantastisch geschmeckt, dass ich wohl nach den Jahren der Spargelübersättigung und den darauf folgenden Jahren des Spargelsatthabens langsam wieder auf den Geschmack komme. Ich habe übrigens, nur aus Spaß, mal in eine rohe Stange reingebissen - und die war so lecker - saftig-crunchy und süßlich, dass ich sie komplett verputzt hab. Allein die Tradition (Spargel gehört gekocht! Und mit zerlassener Butter und Kartoffeln serviert!) hat mich davon abgehalten, auch die restlichen Stangen sofort aufzuessen. Spricht eigentlich irgendwas dagegen, Spargel roh zu verzehren? Oder warum wird der hierzulande fast ausschließlich gekocht serviert?

Nur in Berlin

Von: rosa

... denken sich Bäcker so einen Brotnamen aus:



Dies ist ein Ostblock.

Von der von mir mal hochgelobten SoLuna (nicht vom Esonamen abschrecken lassen!) - Bäckerei.
In Erwartung leckeren Roggenbrotes (in Polen reisst mich das Brot leider nicht so vom Hocker, aber in Prag damals habe ich mich fast ausschließlich vom supergeilen tschechischen Brot ernährt! Freiwillig!) hab ich mir davon mal ein Stückchen gekauft. Die vorherrschende Geschmacksnuance ist leider nicht der erwartete sanft-säuerlich-brotgewürzige Roggenhauch, sondern muffiger Sägespan.

Hm.
Da hab ich den Namen wohl irgendwie falsch verstanden.

Army of Roxette

Von: rosa

Heute beim Sport ein schlimmer Moment: Irgendwo hab ich mal gelesen, dass man anfängt, sich alt zu fühlen, sobald die Dinge, die man aus der Jugend kennt, als "retro" wieder auf den Markt geworfen werden, und sich nunmehr ahnungslose Dreizehnjährige damit schmücken.
Heute dröhnte also "How Do You Do" von dieser schwedischen Gruppe, die damals schwer angesagt war bei Niedersächsischen Präteenagern, durch den Sportsaal. Das Lied war auf meiner zweiten Popkassette (Platten waren schon out, ein CD-Spieler sollte erst einige Jahre später unser Heim schmücken). Meine allererste Kassette kam übrigens von einer - ebenfalls schwedischen - Transvestitenband. Den Enthusiasmus für die crossdressenden Schweden wollte leider niemand so recht mit mir teilen.
Und weil "How Do You Do" unser heutiges Sportkurschoreographielied war, musste ich es gleich mehrmals hintereinander ertragen. Das Lied ist nicht gut gealtert, würd ich mal sagen. Ich hoffe nun darauf, dass sich die musikalische Retrowelle auf meinen Sportkurs beschränkt.

Übrigens habe ich mit dem Mapo Doufu den letzten Blogevent im Kochtopf gewonnen! Heißa! Danke an alle, die für mich gestimmt haben.
Ich durfte mir ein neues Thema ausdenken, welches gerade beim Logobastler ruht, und sobald ein Logo fertig ist, im Kochtopf und hier bekanntgegeben wird. *Händereib*. Also, ich find das Thema super.

Rosaveganismus explained

Von: rosa

Wollte ich ja schon länger mal aufschreiben.
Ein paar Fragen, meine Antworten.

Warum bin ich vegan?

Kombination aus Gründen:

- Ich probiere gerne Sachen aus, die nicht so unmittelbare körperliche Auswirkungen haben wie zum Beispiel, äh... ein Piercing. Ich finde das sehr spannend, hab zum Beispiel auch schon ein paar Mal gefastet (so richtig mit garnix essen, mindestens 7 Tage lang) und kann das nur empfehlen. Mit meinem Veganismus war ich dann während der Probezeit so zufrieden, dass ich ihn einfach behalten hab.

- Ein paar Freunde von mir sind oder waren vegan. Mit denen hab ich mich da öfter drüber unterhalten, und fand ihre Beweggründe einleuchtend.

- Ich grause mich vor der abstoßenden fleischverarbeitenden Massentierhaltungsindustrie. Ich fälle kein moralisches Urteil über andere, aber Billigfleisch, das nicht mehr wie Fleisch aussieht, zu konsumieren, und beim Anblick toter Tierteile oder Schlachthäuser extremen Ekel zu empfinden, halte ich für ziemlich schizophren. Wenn eine Gesellschaft eine große Fleischfressermehrheit aufweist, warum lernt man in der Schule dann eigentlich nicht, wie man ein Huhn schlachtet, verdammt?

- An dieser Stelle sind alle Vegetarierinnen übrigens sehr inkonsequent: Als ob für die Produktion von Eiern und Milch keine Tiere sterben müßten! Was passiert wohl mit den männlichen Küken, Jungrindern, und unrentabel gewordenem Getier? Und das gilt natürlich auch für viele Biofleischproduzenten!

- Billigfleisch schmeckt beschissen, und ich grause mich davor auch in zubereitetem Zustand.

- Nicht-Billigfleisch ist teuer. Könnte ich mir zur Zeit sowieso nur selten leisten.

- Bei manchen Leuten sollen Allergien besser werden, sobald sie sich vegan ernähren. Ich habe das Gefühl, dass mein Heuschnupfen ein bisschen besser wird, ganz verschwinden tut er leider nicht.

- Sobald man eingesehen hat, dass Tierprodukte zum Überleben nicht notwendig sind, beginnt man, sich nach Alternativen umzuschauen. Das war eine ziemliche Herausforderung und hat meinen Kochhorizont enorm erweitert. Schließlich leben weite Teile der Weltbevölkerung milchproduktfrei, von denen dann wieder große Landstriche vegetarisch, aus religiösen Gründen zum Beispiel, oder schlicht aus finanziellen, weil Fleisch ist überall teuer und kostbar. Außer in Billigsupermärkten der westlichen Welt.

Warum dann nur pseudovegan?

- Es ist oft einfach irre unpraktisch. Ich müsste mir jeden Tag meine veganen Stullen mitnehmen, wenn ich nicht sicher bin, dass ich unterwegs was veganes (außer trockenen Brötchen) bekomme. Das mache ich zwar oft, aber manchmal habe ich wirklich keine Lust oder Nerv. Viele Berliner Bäckereien, in denen es belegte Brötchen gibt, belegen auf Nachfrage aber auch eins nur mit Salat! Hab ich schon öfter ausprobiert.

- Mein emotionales Verhältnis zum Essen. Wenn ich wirklich Lust auf etwas habe, dann esse ich es auch. Immer. Und zwanzig Jahre Prägung auf wirklich ziemlich gute, eher gutbürgerliche Hausmannskost hat halt seine Spur hinterlassen. Richtig gelüsten tut es mir gelegentlich noch nach einem Stück Pizza (wenn es die mit derselben Würzung ohne Käse gäbe, würds die vermutlich auch tun), mütterlichen Rindsrouladen oder - seltener - so geil-cremigem Demeternaturjoghurt. Obwohl ich Präveganismus viel Käse gegessen habe, vermisse ich den äußerst selten. Bin ich eingeladen und es gibt nichts anderes, esse ich allerdings welchen.

- In Ausnahmesituation (beim Bergwandern beispielsweise, oder bei No-Budget-Drehs) esse ich sowieso, was mir unter die Finger kommt.

- Mit dem moralischen und gesundheitlichen Aspekt meines Vegandaseins kann ich gelegentliche Inkonsequenz aber prima vereinbarn. Schließlich bin ich schon einen großen Schritt gegangen, bin von ca. 250 Liter Milchprodukte im Jahr runter auf 5 Liter.

- Traditionelle Gerichte aus der Kindheit dürfen keinesfalls verändert und durch Ersatzprodukte entweiht werden! In Piroggen gehören Eier, in die Sauerampfersuppe (apropos, es ist bald wieder Sauerampferzeit, heißa!) Schmand, Grieben und Eier!

Ist das keine Mangelernährung?

- Nö. Man nenne mir einen Stoff, an dem man Mangel erleiden könnte.
Nur weil wir alle mit "die gute Milch!" großgezogen wurden, heißt das natürlich absolut garnicht, dass es nicht anders ginge. In Notzeiten, und damals, als die Besiedlung nördlicher Gefilde, in denen im Winter nix wächst, voranschritt, war es sicher eine unheimlich gute Idee, Milch zu konsumieren und als Käse haltbar zu machen. Man kann das also essen. Aber brauchen? Tut mans definitiv nicht.

- Das einzige, langfristig ernsthafte Problem, das in der neuzeitlichen Lebensmittelhygiene begründet zu sein scheint, ist wohl B12, wobei ein B12-Mangel auch oft bei Allesessern festgestellt wird und die Forschung noch nicht endgültig abgeschlossen ist (es gibt wohl aktiv-"natürliches" und synthetisches B12, letzteres ist leider das, was in fast allen Präparaten enthalten ist und eher schaden als nutzen soll). Da ich aber alles andere als konsequent bin, und eine Präveganismusblutuntersuchung, die ich aus anderen Gründen hab machen lassen, sehr hohe, perfekte Versorgungswerte mit allen kritischen Stoffen aufwies, mache ich mir wirklich überhaupt garkeine Sorgen.

Nimmt man damit ab?

- Nein. Ich jedenfalls nicht. Habe anfangs sogar ein paar Kilo zugenommen, weil mein Körper das plötzlich weggefallene Eiweiß über Nussfressattacken ausgleichen wollte. Ich habe mich dann zwei, drei Wochen lang durch große Mengen Studentenfutter gemampft, danach gingen die Fressflashs wie durch Zauberhand weg (sind auch nie mehr wiedergekommen), und ich hab die Kilos wieder abgenommen.

Ist das nicht ziemlich teuer?

- Bei mir nicht. Eher billiger. Ich habe vorm Veganismusdasein allerdings Milchprodukte und Eier meist in Bio gekauft, außerdem konsumiere ich fast keine Tierprodukteersatzprodukte, außer Sojamilch und im Sommer gelegentlich mal ne Tofubratwurst. Hülsenfrüchte, Nudeln, Reis, Nüsse, Obst, Gemüse, Tofublock fürn Euro beim Asialaden. Kostet nicht viel.

Noch Fragen?

Ab damit in die Comments!

[EDIT, 14.11.07: Inzwischen bin ich wirklich mehr pseudo als vegan. Besonders die komplette Veganisierung meiner Backlust hat wirklich nie geklappt.]

DFssgF 1 - die Zusammenfassung

Von: rosa


(Es gibt doch noch ein Logo! Danke, Wolfgang!)

Die ersten Päckchen trudeln ein, und ich will hier die Links sammeln.

Bisher wurden:

* Rosa mit Spezialitäten aus Bielefeld

* Mela mit Seifen und Österreichischem aus Gießen

* Andrea mit allerlei Koreanischem

* Prometoys mit viel Abwechslung zum kulinarisch eher tristen WG-Alltag

* Wolfgang mit Alkoholika, Leckereien und einem antiquarischen Kochbuch

* Foodfreak mit Gewürzen und Selbstgemachtem aus Berlin

* Claudia mit Bier und so (aber doch keinem Labskaus) aus Hamburg

* nn mit Veganem aus dem Ländle

* Kochschlampe mit Marzipan, Marmeladen und einem etwas unheimlichen Sauerteigansatz

* Brot-und-Rosen - Petra (möchte jemand mal eine Untersuchung über das absolut überdurchschnittliche Vorkommen des Vornamens "Petra" unter deutschen Foodbloggerinnen durchführen? Es war nicht leicht, liebe Petras, Euch bei der DFssgF-Organisation auseinanderzuhalten!) mit Exotischem und Selbstgemachtem aus Neukölln

* Chili-und-Ciabatta - Petra mit Furikake und Französischem

* Ostwestwind mit Bier und anderen fränkischen Spezialitäten

* Jens mit einem ziemlich veganen, persischen Päckchen

* sv mit hausgemachten Köstlichkeiten vom Fillmannshof

* Jiminy mit fast veganer Exotik aus dem Ruhrgebiet

bedacht.

UPDATE: Alle Päckchen sind verbloggt! Ich finde es super, dass das so gut geklappt hat, und freue mich auf eine neue Runde - vielleicht im Sommer? Allen, die diesmal mitgemacht haben, schreibe ich auf jeden Fall rechtzeitig eine Mail.

das letzte Päckchen...

Von: joha

Entschuldigen muss ich mich wohl zuerst für die Verspätung.
Svenja hatte wohl die schwierigste "Adresse" zur Bearbeitung. (Also, wenn das Päckchen bis Ostern ankommt, dann dahin, die 5 Tage danach dorthin und wenn es später ist am besten nochmal fragen...).

Weshalb das Päckchen bei der Masterin des Blogs schlechthin selbst landete ebenso wie der Bericht nun darüber im entsprechenden Blog zu finden ist.

Anders gesagt: Eigentlich hatte ich denkbar schlechte Voraussetzungen am Spiel teilzunehmen: Keine Adresse, kein Blog, keine Digitalkamera...

Vielen Dank!!! An beide.


Das Päckchen hat nun also zu seiner Verzehrerin gefunden und sein Inhalt soll nun auch noch hier vorgestellt werden.



Auf dem Bild, von links nach rechts:

- ein Begleitschreiben mit Erklärungen
- Ginger-/Limettenmarmelade
- echter originaler Matetee, frisch aus Südamerika
- türkische Kekse (als einziges nicht-vegan, dafür als einziges tatsächlich "Ruhrgebiet-typisch", laut Begleitschreiben aus einem türlischen Bäckerladen auf der Mühlheimer Dönermeile)
- Soybean Cheese (so ne Art Instant Babybrei aus Soja, Suchtfaktor enorm - wo kann man denn so was kaufen?? war heute schon vergeblich im Asia-Laden) Cool ist ja, dass angeblich kein Zucker drin ist - dafür Maltose...


Es dankt,

Jiminy

Abstimmung!

Von: rosa



Die Abstimmung vom Blogevent läuft! Falls ihr abstimmen wollte (besonders, falls ihr für mein Mápó Dòufu abstimmen wollt), wäre es vielleicht ganz gut, bis heute Nachmittag zu warten, da der aktuelle Abstimmungspost zahlreiche Fehler aufweist, und alle Moderatorinnen seit gestern im Urlaub zu sein scheinen. Ich hoffe mal, dass das in ein paar Stunden gefixt wird!

Zur Abstimmung gehts hier.

UPDATE: Abstimmung wurde inzwischen gefixt und geht noch bis Sonntag! Also schnell abstimmen.

麻 婆 豆 腐 (Mapo Doufu vegetarisch)

Von: rosa



Eigentlich wird 麻 婆 豆 腐 (mápó dòufu) ja mit Fleisch zubereitet. Ist also ein sehr pikanter Eintopf aus weichem, seidigem Tofu und würziger Fleischsauce. In dieser Variante, die mir wirklich gut geschmeckt hat, wird das Fleisch durch gehackte, getrocknete Shiitakepilze ersetzt - zum einen passt das mit der Konsistenz, zum anderen schmecken die ebenfalls sehr kräftig und würzig.

Das Rezept ist von hier, und so geht's (Mengenangaben bitte dem Link entnehmen):

Man nehme:


Weichen Tofu, Dòubànjiàng (Sauce aus Chili und fermentierten Bohnen - gabs in meinem Asienladen sogar von mehreren Marken), Sichuanpfeffer, getrocknete Shiitakepilze, Ingwer, Chilipulver, Öl, Gemüsebrühe, Salz, Sojasauce, Stärke.

Sichuanpfeffer (der wirklich wahnsinnig toll schmeckt! Mein neuer Lieblingspfeffer! Trotzdem werde ich meine Riesenmegapackung - im Bild hinten an die Wand gelehnt - wohl nie aufbrauchen können - wer möchte, kann sich bei mir in Neukölln gerne eine Handvoll abholen!) in einem trockenen Topf etwas anrösten, bis einem die scharfen Dämpfe in die Nase steigen. Etwas Pfeffer mörsern, ich hab ihn in einer normalen Mühle gemahlen.

Pilze in Wasser mit etwas Sojasauce und Ingwer etwa 30 Minuten lang köcheln bis sie weich sind. Stiele entfernen und Pilzköpfe fein hacken.
Tofu würfeln.



Etwas Öl erhitzen, Pilze kurz anbraten. Salzen, etwas Chilipulver und 2 Esslöffel Dòubànjiàng zugeben. Mit einer kleinen Tasse Gemüsebrühe aufgießen, Tofu hinzufügen und ein paar Minuten lang köcheln lassen. Einen Teelöffel Stärke mit etwas kaltem Wasser verrühren und zum Andicken zur Sauce geben. Mit Salz abschmecken.

In Schüssel geben und mit Sichuanpfeffer bestreuen.

Und wegen der Ästhetik, die Chinesen beim Anrichten ja durchaus wichtig ist - ich kannte mal eine Chinesin, die konnte kein monochrom bräunlich-rotes Essen ertragen: "No! NO!! I have to have something green with it!" - in ihrem Geiste also hübsch ein wenig Knoblauchgrün drübergeschnipselt.

Dieser Mápó Dòufu schmeckt sehr gut, die verschiedenen Schärfekomponenten ergänzen sich prächtig (wie hier schon mal erwähnt, gehört die Sìchuānküche zu den sehr schärfefreudigen). Wenn mans nicht zu scharf verträgt, würde ich die Menge von 2 Esslöffeln Dòubànjiàng erstmal nicht überschreiten - ich habe 3,5 Esslöffel genommen, dann kommt noch das Chilipulver, der Sichuanpfeffer, und das Knoblauchgrün hinzu - ich musste schon ganz leicht husten, als ich den ersten Bissen probiert hab. Aber noch gut essbar, und die Schärfe von Chili finde ich sowieso recht angenehm, nach ein paar Bissen macht das ein gutes Mundgefühl.



Das hier ist mein Beitrag zum aktuellen Blogevent im Kochtopf. Ich finds übrigens super, dass so viele Tofurezepte eingereicht wurden. Tofulovers, unite!

Knöpfle mit schwäbischen Linsen

Von: rosa



Sooo, ich hab mal was mit den Sachen aus dem Päckchen hier gekocht:

Knöpfle mit sauren Linsen.

Die Knöpfle waren nicht schlecht, obwohl Eierteigwaren natürlich immer viel besser in frisch sind. Ich hab leider schon viel zu oft frische, direkt vom Brett geschabte Spätzle gegessen.

Die Linsen hab ich so gemacht, haben ganz großartig geschmeckt:
250 g getrocknete grüne oder braune Linsen
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 Mohrrübe, fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, gehackt
Gemüsebrühe
Lorbeerblätter, Salz, Pfeffer, Essig.

Linsen idealerweise ein paar Stunden einweichen, dann mit Lorbeerblättern weichkochen. Wenn sie fast weich sind, gewürfeltes Gemüse und Brühe hinzufügen und weiterkochen. Sobald die Linsen fertig sind, mit den Gewürzen abschmecken. Zum Andicken und Anreichern (bisher ist hier kein Fett enthalten! So geht das nicht!) einen Esslöffel Butter oder Margarine mit Mehl verkneten und in die köchelnden Linsen geben.

Die Hälfte des Knöpflepakets und die obige Linsenmenge ergeben etwa 4 mittelgroße Portionen.

Heute Frühstück

Von: rosa



Apfel, getrocknete Aprikosen und Sojamilchkakao.

Abendessen, heute

Von: rosa



Vorne: Mhmmm, gute De Cecco - Spaghetti mit selbstgemachtem Bärlauchpesto (hey - sogar vegan!).
Hinten: Salatschüsselchen mit Gurke, geraspelten Möhren und gerösteten Kürbiskernen. Drauf etwas Öl, Zitronensaft, Salz und frisch gemahlenen Pfeffer. In meine Mühle haben sich ein paar Körner Sichuanpfeffer verirrt, das gibt eine Schärfenote, die ich sehr mag.

Apple Rhubarb Crumble

Von: rosa

Sooo. Ich hab mich mal komplett an die Tips von isohyete in den Comments gehalten.



Pfund Rhabarber, Pfund Äpfel. Mit Schale einer Zitrone und Zucker mischen, und leicht angezimtete Streusel drauf. Dazu diesmal Soja-Vanilleeis.

Fazit:
* Also, dem Rhabarber wird so auf jeden Fall viel von der Säure genommen, ich glaube, Mischen ist gut. Zitronenschale funktioniert super.

* Schlechte Nachricht für Veganerinnen: Diesmal hab ich den Crumble ja komplett vegan gemacht, und, also... Butterstreusel schmecken schon wirklich viel, viel besser als Margarinestreusel. Seufz. Dafür ist Sojaeis ein astreines Ersatzprodukt!

* On a side note: Das kann jawohl nicht angehen. Gestern so jemand zu mir: "Du bist aber schon achtzehn, oder?" Grmblhmpf, ich bin sozusagen schon Langzeitstudentin! Eigentlich find ich das ja ganz possierlich und freue mich über meinen anscheinend frischen Teint. Das Jüngergeschätztwerden geht nur leider häufig mit einem Nichternstgenommenwerden einher, und das ist natürlich nicht so toll. Anzugtragen bietet sich leider nur zu wenigen Gelegenheiten als Gegensteuerung an.

Search phrases 2

Von: rosa

(Hier gibts Teil 1)

Während kochrezeptbedingt viele der über Suchmaschinen auf diese Seite Gelangenden so ungefähr das finden, was sie suchen ("vegan käsekuchen seidentofu", "Arganöl", "piroggen", "nudeln mit gorgonzolasauce"), verwundern viele der Suchanfragen enorm. Webseitensuchanfragenuntersuchungen schreien geradezu nach einer kommunikationswissenschaftlichen Magisterarbeit!

Auffällig:
* Eine ans Englische angelehnte Rechtschreibschwäche macht sich breit: Gesucht wird nicht mehr "Schokoladenkuchen" oder "Sauerkraut", sondern "Schokoladen Kuchen" und "Sauer Kraut".

* Man muss im Blog nur einmal ausfällig werden und ein böses Wort erwähnen (die Telekom sollte sich ja mal selbst ficken gehen), und schon steigen die, ahem, Hits enorm an. Leider noch kein "Penis"-Hit zu verzeichnen! Liegt wohl daran, dass der Penis leider auch auf Englisch so heisst, also ist es schwerer, ein gutes Suchmaschinenranking zu kriegen. Hm, ich probiers mal hiermit: Pimmel!

Erstmal gabs amüsante, oft ziemlich konkrete Küchenanfragen:

1 zwiebeln ohne heulen schneiden
1 matschiger reis hart bekommen
1 wie sieht ein brunchbuffet aus
1 kartoffelpürree wird schleimig
1 rezepte belegte brötchen mit trüffel
1 wie lange hält das weihnachtsgebäck von bahlsen


Rätselhaft ist mir:

1 cool bin ich
2 richtige mischung
1 maite schleck maite
2 grrrrrr
2 schmeckt hervorragend bionade <-- (versteh ich immer noch nicht)
1 seid fair shared bitte bis ihr ein 1:1 verhältnis habt


Denen hier konnte ich leider nicht weiterhelfen:

1 olivenoel in mund fuer gute stimme
1 chinesisches buffet berlin sushi
1 aktuelle temperatur in neukölln
1 schwul neukölln
1 ich bin 14 und suche ne stelle in einer bäckerei in berlin neu
<-- (hoffentlich in der Realität auch so redselig wie mit Suchmaschinen)
2 nordic walking in berlin-neukölln <-- (hihihi)
1 herstellung von seife mit benutzten öl
1 kostenlose tittenbilder aus deutschland

Veganes Abendessen in RGB

Von: rosa



Hinten: Tomatensalat mit Arganöl.
Vorne links: Brot mit Walnuss-Bärlauchpesto.
Vorne rechts: Broccoli schnell geschmort mit viel Ingwer und Sojasauce.

Function follows form

Von: rosa

Meist ist mir Aussehen ja total schnuppe und egal.

Während mir beim Erstkontakt mit Personen oder Gebäuden oder Webseiten schon mal so ein Gedanke wie "hübsch" oder "grausig" durch den Kopf huscht, nehme ich die äußere Form später überhaupt nicht mehr wahr. Solange nicht (hier hört die Personen-Analogie irgendwie auf) die Benutzerfreundlichkeit kaputt ist. Ich mit dem Ding also nur eingeschränkt das tun kann, wozu es da ist. Mein Blog hier finde ich auch eher häßlich, aber ich hoffe mal, dass noch keine Besucherin es wegen Benutzerunfreundlichkeit verlassen hat.

Ein Beispiel für großartiges Design und gräßliche Usability liefert hingegen leider die neue und schnieke Bibliothek der TU und UDK Berlin, in der ich gerade sitze. Ich kann in Bibliotheken ja eigentlich am besten geistig arbeiten. In der kontemplativen Stille, umgeben von - zumindest äußerlich - fleißigen Studierenden. Hier jedoch tippe ich gerade mit Taschentuch in den Ohren, um die brummelnden Hintergrundgeräusche wenigstens dämpfen zu können. Die Bibliothek ist nämlich - tolle Idee! - vierstöckig und komplett offen gebaut worden. Keine einzige Trennwand hindert die Geräuschkulisse daran, ihren Weg zu den verstreuten Tischinseln zu finden. Auf jedem Stockwerk eine Infotheke, Regale, Rechner, zuschlagende Türen und Sonderarbeitsplätze. Und an den Arbeitsplatzinseln (nie mehr als 24 Plätze) hält es dann - weil kein Argusauge einer Bibliotheksangestellten wacht - niemand für nötig, die Klappe zu halten oder Händies auszustellen, oder so. Pieps, pieps, Absatzklappern (Boden ist Laminat und kein Teppich - ebenfalls sehr schick, aber geräuschfördernd), Tastentippen, Händiegebimmel, unterlegt von einem Unterhaltungsgebrummel.

Dabei ist die Bibliothek so hübsch! Das Mobiliar grossartig, und genug Platz ist auch! Ich glaube, ich muss mal irgendwo einen Lesesaaleinbau beantragen.

Maibeginn

Von: rosa

Und das kreuzbergnahe Neukölln (durch das der heikle Teil der 1.-Mai-Demozüge in diesem Jahr anscheinend geleitet wird) verrammelt.


Supermarkt auf der Hut.
Holzbretter zur Verrammelung eignen sich prima für antifaschistische Parolen....


... und türkische Maidemoaufrufplakate.


Holz hinter Glas: Schützt den Getränkeladen zwar vor Plünderung, die Scheibe kann natürlich trotzdem kaputtgehen.


Nicht verrammelt: Neuköllner Kneipe mit erstaunlichen Getränkepreisen.


Bank hat auch zu.


Asienladen bei mir ums Eck. Ist ein kleiner Familienbetrieb in einer Seitenstraße und ziemlich übervorsichtig. Verrammelt dafür auch nur mit Paketband und Styroporplatten.


Drogeriemarktverrammelung mit Verrammelungsanweisungen auf den anscheinend massgeschneiderten Verrammelungsbrettern.


Auch Friseur "Fiff" hat Angst.


Zur Sicherheit am Schluss noch ein Stück Pappe draufschrauben!


Ängstliches Reformhaus.

Wenn das Wetter weiterhin so traumhaft bleibt, werd ich später nochmal zum Myfest in die O-Straße schauen. Ansonsten bleibe ich in meinem gemütlichen Neuköllner Hinterhaus und lausche dem Brummen der Polizeihubschrauber.