Archive for August 2006

Ab und weg

Von: rosa


Celebratory Apfelkuchen (das große Stück!) und Darjeeling

Nun ist es bald soweit. Nach etlichen Jahren, in denen ich das schöne Neukölln meine Heimat nennen durfte, geht eine Ära zuende. Ich werde umziehen!

Natürlich habe ich dabei als erstes an mein Blog gedacht. Wenn ich nicht mehr in Neukölln wohne, sollte ich es irgendwann umbennen, vielleicht nicht gleich, denn für eine Weile werde ich mich Neukölln sicher enger verbunden fühlen als meinem neuen Wohnort.
Über die Umbenennung hab ich mir schon so meine Gedanken gemacht. Treptower Nudelsuppe? Sowas ginge nicht - ich brauche auf jeden Fall eine Alliteration im Titel. Eimsbütteler Eierspeise, Degerlocher Doradenauflauf, Ochtmissener Ochsenschwanzsuppe? Abgesehen davon, dass das alles nicht vegan ist, schon eher.

Und nun gibt es für meine geneigten Blogleserinnen ein Ratespiel: Wo ziehe ich wohl hin?

Erster Tipp: Die Nudelsuppe kann im Titel bleiben. Selbst an der ersten Stadtteilsilbe ändert sich nichts.

Zweiter Tipp: Auch mein neuer Stadtbezirk befindet sich in einer deutschen Millionenstadt.

Die erste richtige Antwort in den Comments erhält wahlweise ein essbares Goodie aus Neukölln oder $neuer_stadtteil zugeschickt, falls der Wohnsitz außerhalb Deutschlands liegt, und ich nicht gerade großzügig drauf bin (so ein Umzug ist teuer!), gibt es eine fesche Berliner Postkarte.
Wer Bedenken hat, mir die Postadresse zu verraten, und falls eine persönliche Übergabe nicht in Frage kommt, sende ich auch gerne ein hübsches, ähm, attraktives Bildchen oder eine funky Sounddatei per Mail zu.

Auf, ratet! Freundinnen und Bekannte, die schon Bescheid wissen, sind vom Ratespiel natürlich leider ausgeschlossen.

Heißer Tip

Von: rosa

... für arme Neuköllnerinnen: Bei diesem Obstladen in der Karl-Marx-Straße, schräg gegenüber der Neuköllner Oper, gibt es heute wirklich gute und erstaunlich wenig zermatschte Himbeeren für nur einen Euro pro Schale!



Da überlege ich ja glatt, ob ich nicht doch noch Himbeermarmelade kochen soll, dies Jahr. Obwohl ich sämtlichen künstlich mit Himbeergeschmack versehenen Dingen sehr kritisch gegenüberstehe (eine schlechte Erfahrung mit Himbeereis, als ich 10 war), liebe ich reine Himbeermarmelade wie fast keine andere. Leider sind frische Himbeeren, besonders frische, aromatische, unzermatschte Himbeeren nur zu Apothekerpreisen zu bekommen. Also muss man selbst pflücken, in der Großstadt ergibt sich die Gelegenheit aber leider nur selten.

Ich hatte allerdings vor einigen Monaten eine Idee, ich traue mich kaum, hier im Kreise der kulinarisch anspruchsvollen Foodblogs (obwohl ich nach Posts wie diesem oder diesem zu diesem Kreis kaum mehr zählen dürfte) den ketzerischen Vorschlag zu machen:
Kann man Himbeermarmelade nicht aus Tiefkühlhimbeeren machen?

Bei manchem Obst und Gemüse, das zum Verzehr sowieso gekocht werden soll, steht ja, finde ich, die gefrostete Version der frischen in nichts nach. Erbsen sind so ein Fall (wieso sind die auf dem Markt eigentlich so selten erhältlich und so sauteuer, in der TK-Version hingegen selbst in Bioqualität im Überfluss erhältlich und billig?), und Himbeeren ebenfalls. Meinungen?

Sonntagsfrühstück

Von: rosa



Gestern hab ich mal wieder eine Ladung Marmelade gekocht. Ich kann ja immer nicht nachvollziehen, wenn Leute sagen "hmpf, Erdbeermarmelade, wie langweilig, ich koch nur noch Nektarine-Blaubeer-Gin mit Mandeln drin". Ich versuche jedenfalls noch, meine Marmeladenkochkünste entlang der schlichten Dinge zu schulen. Übrigens koche ich jedes Jahr reine Erdbeermarmelade, ganz ohne Schnickschnack. Und am Perfektionieren dieser arbeite ich noch - letztes Jahr ist sie mir beispielsweise zu sauer und flüssig geraten. Dieses Jahr ist die Süße optimal, dafür ist sie ein wenig fest. Es ist nicht leicht!

Gestern aber habe ich Pfirsichmarmelade gekocht. Und weil ich die schon so oft gemacht hab, und die meisten Tücken kenne (auf keinen Fall mehr als 3:1 Zucker nehmen! Dafür extra viel Gelierzeug reinkippen!) entgegen meiner sonstigen Vorlieben mal ein klein wenig aromatisiert: Mit echter Vanille und einem Schuss Rum. Mhmmm, eine schöne Kombination, die mit der sanften Pfirsischsüße perfekt harmoniert und nicht vom Pfirsischgeschmack ablenkt.

Auf getoastetem Bagel ein perfektes Sonntagsfrühstück.

Schokoladentest

Von: rosa

Neulich hatte ich ja Besuch, der wollte dringend (oder wollte ich das dringend? Kann mich garnicht mehr genau erinnern) in diese riesige Feinschmeckerabteilung eines berühmten Berliner Kaufhauses. So sind wir denn nach dem Verzehr von Currywurst und der berlinbesten Pommes (mit Erdnussauce!) durch verwirrende Spiegelkabinette voller Schokoladen gestreift.

Sonst stehe ich besagtem Kaufhaus ja kritisch gegenüber, erstens weil mich Gebäude verwirren, in denen ich mich nicht orientieren kann - das fällt hier aufgrund der vielen Spiegel, und der wirren Raumgestaltung wirklich schwer.
Zweitens wurde ich da mal - und das, obwohl ich zwar nicht besonders feminin, aber auch keinesfalls butch aussehe, gut, ich hatte meine weite Snowboardjacke an, aber trotzdem - von einer Schokoladenverkaufsmatrone als "junger Herr" tituliert. Hmmpf.
Wenn man schon gegenderte Anreden verwendet, was ich ja sowieso tunlichst zu vermeiden suche, dann doch bitte (gerade in Berlin!) nur, wenn ein eindeutiges Gender erkennbar ist.

Im Kaufhaus also unter den Arm geklemmt:


* Toblerone zartbitter: Habe ihr erneut eine Chance gegeben, jedoch Resultat wie immer: Ich mag Toblerone nicht besonders. Die Schokolade ist in Ordnung, mehr auch nicht, aber was an diesen chewy Stückchen toll sein soll, erschließt sich mir ja überhaupt nicht.
* Schokolade mit gesalzenen Pistazien: Ich liebe ja Pistazien. Die Schokolade ist auch hervorragend, was die Kombination mit den salzigen Nüssen betrifft, bin ich noch nicht ganz überzeugt. Habe aber auch erst ein Stückchen gegessen - auf jeden Fall sehr interessant. Wird noch weiter getestet.
* Schokolade mit Zimt: Ich LIEBE ja Zimt. Die hab ich noch nicht probiert.

Mein aktueller Schokoladenfavorit ist übrigens neben der Leysieffer Ingwerbitterschokolade die Kakaosplitterbitterschokolade von Michel Cluizel. Wahn-sinn!

Nusskuchen mit Schokostreuseln

Von: rosa



Sehr, sehr guter Kuchen. Für Blechkuchen, in kleine Rechtecke geschnitten, ist die Teigkombination wahrscheinlich noch besser geeignet. So aber auch hervorragend. Und leider kann ich wieder mal kein richtiges Rezept anbieten: Die Kuchenidee generierte sich aus dem beliebten DDR-Rezept "Wolkenkuchen" (ein simpler Rührteig mit Schokostreuseln), und der Tatsache, dass in meinem Vorratsschrank noch gemahlene und gehackte Haselnüsse rumhangen, die dringend wegmussten.
Also einen Rührteig bereitet, dabei die Hälfte des Mehls durch Haselnüsse ersetzt. Und Schokostreusel: Einfach einen Streuselteig herstellen und ebenfalls was vom Mehl ersetzen. Durch Kakaopulver.

Köstlich! Die Geschmackskombination ist wirklich glorreich, wer Haselnuss-Schoko-Aufstriche mag, wird diesen Kuchen lieben.

Der kleine Kuchen wurde einer Freundin als Geburtstagsüberraschung kredenzt, aber wie so oft habe ich Teigüberhang einkalkuliert und für später (und für mich, MICH, MICH!) noch ein paar Muffins gebacken.

Von den sieben Muffins hab ich dann jedoch leider nur zwei abbekommen. Ich hatte nämlich Besuch, der mit bösen Fressflashs durch meine Küche marodierte. Ich werde dazulernen, und ab sofort für Rosa reserviertes Spezialessen besser verstecken. Zum Beispiel unter den vom Besuch eher skeptisch betrachteten veganen Spezialprodukten.

Diverses

Von: rosa

Zum Einen wurde ja in den Kommentaren zum Plattpfirsicheintrag der Wunsch nach einem Bild vom angeschnittenen Pfirsich laut. Es war tatsächlich noch einer da, hier:



Hmpf. Und dann muss ich meinen Rant wider die kulinarischen Qualitäten Berlins schon wieder relativieren. Natürlich lebe ich nun schon so lange hier, dass ich bereits viele Perlen aufgestöbert habe. Ich hoffe aber, dass, egal, wohin es mich noch so verschlagen wird, ich immer einen Markt finden werde mit so tollen Angebot aus Extravagantem (Ostblock, deutsche Artischocken und bunten Mangold) und Klassischem (Gartentomaten, Apfelsaft, Bauernbrot), wie den Brandenburger Bauernmarkt.

Ausbeute heute:


Gelbe Zucchini (so ein Ding hält die Dame rechts oben in der Ecke übrigens auch in der Hand), zwei Paprikaschoten, Maiskolben und Broccoli. Zwei Euro zehn, alles zusammen!

Jenenser Pfirsiche

Von: rosa



Gestern war ich ja kurz in Jena.

Ein hübsches Städtchen, wirklich! Und wie fast immer, wenn ich in netten Kleinstädten bin, nehme ich mit besonders offenen Augen das kulinarische Angebot wahr. Und überall, aber auch wirklich in jeder Stadt, denke ich mir, dass kulinarisch Berlin wirklich ein Sumpf ist, eine Wüste und eine trostlose Autoschnellstraße. Billiges, ordentliches Straßenessen, das gibts hier. Und sicher einige gute Restaurants. Im Allgemeinen und im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt (der im europäischen Vergleich sowieso schon am unteren Ende anzusiedeln ist) ist das Essen hier jedoch Mist und mit der Esskultur ists auch nicht weit her.

In Jena also: Gleich an der ersten Straßenecke, bei einem häßlichen Einkaufszentrum, Stände mit flachen, spanischen Bio-Pfirsichen (die sind köstlich! Sehr aromatisch, mit einem ganz kleinen Kern! Wollte ich probieren, seit ich mal Bilder von welchen in irgendeinem Foodblog erspäht habe), Thüringer Tomaten und tollen Roggenbrötchen. Damit hab ich mich vor der Heimfahrt nach Berlin dann eingedeckt.

Bäh!

Von: rosa

Erfordert hohe Konzentration und manuelle Geschicklichkeit am frühen Morgen:



Das Heraussuchen der widerwärtigen, getrockneten Apfelstücke aus der ansonsten hervorragend gelungenen Müslimischung.

Schokoladenkuchen mit Himbeeren

Von: rosa


Toller Kuchen mit leider bereits größtenteils aufgelöster Puderzuckerbestäubung

Endlich mal wieder ein richtiges Rezept in der Schnuppensuppe.

Ein toller, leider nicht veganer Schokoladen-Himbeer-Kuchen. Er schmeckt ungefähr so, wie in meiner Vorstellung dieser Kuchen von Cascabel - tiefschokoladig und saftig, mit säuerlichen Fruchtinseln. Himbeeren mit Schokolade ist ja sowieso eine Kombination, die einen Platz im kulinarischen Olymp verdient hat.

Man braucht:
220 g Bitterschokolade
200 g Butter
1 El Espresso
5 Eier
100 g brauner Zucker
75 g Mehl
1 TL Zimt
große Prise Salz
250 g Himbeeren

Und so gehts:
Butter mit Schokolade und Espresso im Topf bei sanfter Hitze schmelzen lassen und glattrühren. Auf Handwärme abkühlen lassen.



Eiweiss mit einer guten Prise Salz steif schlagen, unter Rühren Zucker einrieseln lassen, Eigelb und die gesiebte Mehl-Zimt-Mischung vorsichtig unterrühren.



Dann die Schoko-Butter-Kaffee - Mischung einrühren.

Alles in eine gefettete Springform füllen und mit den Himbeeren belegen. Falls man gefrorene Beeren verwendet, ist es vielleicht ganz gut, die nach dem Auftauen etwas trockenzutupfen, damit es nicht so suppt.



Bei 160 Grad so 40 Minuten lang backen.

Wenn man möchte, kurz vor dem Servieren (der wird sonst feucht und löst sich auf!) mit Puderzucker bestreuen. Sollte der Kuchen einem bestimmten Anlass gereichen sollen, so kann man, wie ich hier, vorher ausgeschnittene Papierbuchstaben / -symbole / -toons vor der Puderzuckerbestreuung auf dem Kuchen plazieren. Nur beim Entfernen der mit Zucker bestäubten Papierfetzen muss man aufpassen, sonst kippt einem der federleichte Puderzuckerberg auf die, sich ja durchs Fehlen von Puderzucker auszeichnenden, Kuchenmuster.



Gerne noch warm mit viel geschlagener Sahne servieren. Hervorragend.

Die obige Zuckermenge ist übrigens darauf ausgelegt, dass man wenig gesüßte, siebzigprozentige Bitterschokolade verwendet. Wers etwas milder mag, ersetzt die Hälfte der Schokolade durch Vollmilch - dann würde ich die Zuckermenge etwas reduzieren.

Die neue Empfindsamkeit

Von: rosa


Symbolbild, Quelle: Wikimedia Commons

Gut. Es ist erneut soweit. Zwar besitze ich immer noch rosig-weiche Wangenhaut und wurde erst vor ein paar Wochen wieder "Bist Du denn schon achtzehn?" gefragt, kann nun jedoch ein weiteres deutliches Zeichen meiner physischen Alterung feststellen.

Ich muss nämlich, fürchte ich, nun langsam aufhören, koffeinhaltigen Kaffee zu trinken. So kann das nämlich nicht weitergehen. Ich habe es nun schon ein paar Mal getestet. Gestern Mittag zum Beispiel: Um halb zwei, nach dem Mittagessen, einen Espresso getrunken. Heute Abend zur Schlafenszeit dann: Mein Körper gab die üblichen Signale von sich (Schlappheit, Augen fallen zu, Müdigkeit), mein Gehirn jedoch so: Quiietsch! Ratter! Hey!! Nach anderthalb anstrengenden Stunden dann endlich irgendwie eingeschlafen. Um fünf wieder aufgewacht. Gehirn sofort wieder auf Hochtouren. Eine Stunde lang wieder versucht, einzuschlafen, dann drauf geschissen und sinnvollere Dinge gemacht. Surfen und Mailen also.

Nun habe ich natürlich große Angst, dass ich demnächst auch kein Alkohol mehr vertragen könnte. Ich frage mich noch, was die beste Strategie zur Alkoholüberempfindlichkeitsvermeidung ist: Selten trinken, damit der Körper die Ressourcen zur Alkoholverwertung immer wieder hübsch auffüllen kann? Oder versuchen, im Training zu bleiben?