Archive for January 2007

Baumkuchen

Von: rosa



Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, war das hier einer meiner Standardkuchen - das Rezept stammt, soweit ich mich erinnere, aus einem alten Weihnachtsbäckereibuch meiner Mutter. Der Teig ist ein leicht aromatisierter Rührteig mit Mandeln, allerdings ohne Backpulver. Durch das schichtweise Grillen (perfekt mit meinem neuen Ofen!) wird jede Teigschicht leicht mürbe. Ein kompakter, zarter Omakuchen mit köstlichem Aroma. Und schick aussehen tut er. Wichtig allerdings:
Paranoikerinnen sollten sich zum Teigschichten abbacken unbedingt einen Wecker stellen. Lässt man den Kuchen einmal ein paar Minuten zu lange unterm Grill, ist schließlich alles hinüber, und verzweifelt verkohlte Baumkuchenschichten abzukratzen ist kein Spaß, believe me, I know.

Man nehme also für eine normale Kastenform:
250 g Butter
200 g Zucker
5 Eier
125 g Mehl
125 g Stärkemehl
Mark einer Vanillestange
abgeriebene Schale einer Zitrone
1 Messerspitze Zimt
80 g geschälte, frisch gemahlene Mandeln
1 EL Rum
Zum Glasieren: Zartbitterkuvertüre

Einen Rührteig zubereiten.
Kastenform einfetten und mit Backpapier auslegen, den Grill auf ca. 200 Grad anheizen. Ungefähr 3 Esslöffel Teig in der Form verstreichen und grillen, bis er goldbraun ist. Dabei Abstand vom Grill und Grilltemperatur so justieren, dass eine Schicht ungefähr 5-8 Minuten benötigt. Weitere Schichten auftragen und grillen, bis der Teig verbraucht ist.



Warm aus der Form lösen und mit geschmolzener Kuvertüre bestreichen.

Zum Amusement während des Kuchengenusses kann man dann lustige Lieder hören. Zum Beispiel den "DHL Packstation Song" (Leerzeichen nicht von mir!), Zitat: "Sie gibt mir Freiheit, und ich liebe sie dafür!"
(Danke an Horst für den unfassbaren Link!)

Fragebogen, selbstgeklaut

Von: rosa

Der erste Blogfragebogen, den ich gesehen hab, und sofort beantworten wollte! So langsam habe ich mich hier eingelebt.

1) Kannst du kochen? Wenn ja, kochst Du gerne?
Ich kann kochen, und koche sehr gerne.

2) Wann isst bei Euch die ganze Familie gemeinsam?
Welche Familie?

3) Was isst Du zum Frühstück?
Unterschiedlich. Mögliche Komponenten sind Sojamilchkaffee, Schwarztee, Müsli oder Weetabix mit Sojamilch, Marmeladenbrot, Reste vom Abendessen (ich esse gerne Reste vom Abendbrot zum Frühstück! Am liebsten die scharfen Sachen!), Obst....
An den meisten Tagen sind unverzichtbare Komponenten des Frühstücks ein großes Glas Wasser, und ein Apfel.

4) Wann, wo und wie esst ihr in der Woche?
Ich nehme mir tagsüber entweder Stullen oder Reste mit. Oder kaufe mir unterwegs was. Habe ich sehr gut gefrühstückt, komme ich mit etwas Obst über den Tag, und freue mich auf ein dickes Abendessen.
Mein Appetit ist generell großen Schwankungen unterworfen, und ich versuche, da immer drauf zu hören. Wenn ich dadurch an manchen Tagen vier mal so viel esse, wie an anderen, so be it.

5) Wie oft geht Ihr ins Restaurant?
Ich gehe im Durchschnitt drei, vier Mal im Monat außer Haus essen. Das qualifiziert vielleicht nicht immer ganz als "Restaurant", ist aber selten genug, dass es was Besonderes ist.

6) Wie oft bestellt Ihr Euch was?
Ich bestelle mir nie etwas. Zwei, drei Mal wurde ich vom blöden Gruppenzwang dazu gebracht, aber gut wars nie.
Außerdem habe ich immer meinen einen alten Lehrer im Ohr, damals verbreiteten sich Croque-Lieferservices gerade über ganz Norddeutschland, und er hat uns so vehement wie charismatisch eingebläut, dass das nicht gehe, "die fahren da ein Brötchen in Alufolie spazieren!", dass das Essenbestellen meine Umweltschweingrenze bisher nie überschreiten konnte.
Zum Glück wohne ich seit Jahren in dicht besiedelten Gegenden, in denen die nächste Schnellessgelegenheit nur einen Katzensprung entfernt ist.

7) Zu 5 und 6: Wenn es keine finanziellen Hindernisse gäbe, würdet ihr das gerne öfters tun?
Ja. Ich gehe ganz wahnsinnig gerne essen. Bin sehr kritisch, was Restaurants betrifft, leider gibt es in München einige von der Schnöselfraktion (zum Beispiel - hallo Suchmaschinen - das "Bohne und Malz" am Rotkreuzplatz, eigentlich eh weniger ein Restaurant als eine bessere Bar-Lounge-Geschichte, allerdings mit großer und durchaus mittelteurer Speisekarte. In dem wurde sich nämlich geweigert, mir zum Essen und Glas Rotwein ein Leitungswasser zu servieren. Da geh ich nun nicht mehr hin!), die ich dann meiden muss.
In wirklich edle Restaurants wurde ich schon einige Male von vermögender Verwandschaft ausgeführt, habe deshalb glücklicherweise keine Berührungsängste. Meist sind die auch so professionell da, dass von Schnöseltum keine Spur mehr ist. Während mich bei vielen mittelteuren Restaurants abschreckt, dass ich zwei Drittel der Speisekarte in eher besserer Qualität zuhause nachkochen könnte, ist das bei der teuren Restaurantkategorie natürlich nicht so. Deshalb bestelle ich mich auch ungeniert durch die Karte, esse Dinge, die ich sonst tunlichst meide, weil ich sicher sein kann, dass alles phantastisch schmecken wird. Und wurde bisher auch selten enttäuscht.
Und wenn ich schon durch Fleisch- und Milchproduktekonsum zur Klimaerwärmung beitrage, dann nur, wenns wirklich verdammt köstlich ist.

Es gibt ja Leute, die einen gut bezahlten Job brauchen, um sich ein Haus oder einen Z3 zu kaufen. Ich muss dringend mehr Geld verdienen, um es in tolle Restaurants tragen zu können.

Wirklich ganz dringend möchte ich mal ins Tantris.

8) Gibt es bei Euch so was wie „Standardgerichte”, die regelmäßig auf den Tisch kommen?
Meine Standardgerichte habe ich fast alle schon gebloggt.
Andersrum: Fast alles, was ich mal gebloggt habe, habe ich schon mehr als einmal zubereitet.

9) Hast Du schon mal für mehr als 6 Personen gekocht?
Ja.

10) Kochst du jeden Tag?
Fast.

11) Hast Du schon mal ein Rezept aus dem Kochblog ausprobiert?
Welchem Kochblog?
Aus Kochblogs habe ich schon unzählige Rezepte ausprobiert. Allerdings halte ich mich da nie sklavisch dran, beim Backen vielleicht beim ersten Ausprobieren, danach wird frei improvisiert und abgewandelt.

12) Wer kocht bei Euch häufiger?
Ich koche bei mir am häufigsten.

13) Und wer kann besser kochen?
Ich.

14) Gibt es schon mal Streit ums Essen?
Es gibt höchstens Streit, wenn ich anderen beim Kochen zusehe, und meine, ihnen Ratschläge geben zu müssen. I can be such a food bully. Ich bin aber schon deutlich besser drin, die Klappe zu halten.
Allerdings inzwischen auch kompromisslose Alleinkocherin. Selbst das Gemüseschnippeln gebe ich ungern aus der Hand, bei anderen mitzuhelfen bereitet mir meist Höllenqualen. Kochkönnerinnen zuzusehen hingegen ist großartig, und ich lerne viel dabei.

15) Kochst du heute völlig anders, als Deine Mutter / Deine Eltern?
Völlig anders nicht. Meine Mutter kocht super, sie kauft zwei Mal pro Woche auf dem Markt ein (ich habe Jahre gebraucht, bis es mir nicht mehr komisch vorkam, bestimmte Dinge im Supermarkt zu erstehen; Märkte fühlen sich immer noch besser an), und benutzt keine Fertigprodukte.
Ich koche natürlich kaum mit Fleisch, meine Eltern selten vegetarisch.

16) Wenn ja, isst Du trotzdem gerne bei Deinen Eltern?
Zwar nicht ja, aber trotzdem ja.

17) Bist Du Vegetarier oder könntest Du Dir vorstellen vegetarisch zu leben?
Geschlechtsbedingt bin ich kein Vegetarier und werde es in diesem Leben wohl auch nicht mehr sein.
Ich esse seit 15 Jahren oder so kaum Fleisch, im Schnitt vielleicht einmal im Monat. Das ist dann immer was Besonderes, und ich esse es nur, wenn ich wirklich Lust drauf habe, und sicher bin, dass es gut sein wird. Seit ungefähr 3 Jahren bin ich auch noch halbvegan, und esse fast keine Milchprodukte. Ich konsumiere überhaupt keine Milch und keinen Joghurt mehr, Butter esse ich gelegentlich noch, in letzter Zeit wieder manchmal Käse.
Wie bereits hier dargelegt, würde mir ein kompletter, langfristiger Verzicht schon sehr schwerfallen.

18) Was würdest Du gerne mal ausprobieren, an was Du Dich bisher nicht rangewagt hast?
Mehr Torten machen. Ich weiss, garnicht vegan, but I can't help it. Ich liebe Tortenzusammenbauen und sonstiges Backgefrickel. Dabei mag ich Kuchen nicht mal mehr so besonders gerne!
Ich würde gerne was mit Trüffeln kochen. Man schenke mir einen Trüffel! Ich blog auch drüber!

19) Kochst Du lieber oder findest Du Backen spannender?
Ich mag beides gleich gerne, habe aber meist entweder Koch- oder Backlust, Kochen ist Nahrung zubereiten, man kanns auch schnell zusammenschmeißen und improvisieren. Beim Backen muss ich in Frickellust sein, das ist für mich ein Kunsthandwerk. Ich backe besonders gerne Dinge, die nach dem Backen hübsch und anders aussehen als vorher, oder die man noch dekorieren oder zusammensetzen kann.

20) Was war die größte Misere, die Du in der Küche angerichtet hast?
In England habe ich einst mehrere Feueralarme ausgelöst, weil ich Sachen verkohlen ließ. Am Spannendsten: Milch, in einem Topf auf der heißen Herdplatte vergessen, kocht erst über, fängt dann langsam an anzubrennen, und kann, wenn alle Flüssigkeit verdampft ist, als schwarzbraune Scheibe am Stück dem Topf entnommen werden.

21) Was essen Deine Kinder am liebsten?
Welche Kinder?

22) Was mögen Deine Kinder überhaupt nicht?
Wenn man ihnen Existenz unterstellt. (Antwort hier geklaut)

23) Was magst Du überhaupt nicht?
Krause Petersilie, Knollensellerie, Stangensellerie, sehniges, zähes Fleisch (fettes hingegen find ich super!), Magermilchprodukte, Dosenthunfisch, Mensaessen.

Dies ist der erste Fragebogen, bei dem ich den Drang verspüre, andere Bloggerinnen zur Beantwortung aufzufordern.

Also los: Kulinaria katastrophalia, Véronique, und die Punkrock-Foodblogger vom schnellen Foodblog (wer auch immer von Euch mag, äh, ausser mir, ich hab ja schon), bitte auf!

Produktkritik

Von: rosa



Schmecken wirklich gut. Aber ob das den albernen Namen rechtfertigt? Die "PraLüne" (besonders schrecklich: Die aufs essbare Pralinenabschlusstäfelchen aufgebrachte Binnengroßschreibung) ist mit dunkler Schokoladen-Salz-Masse gefüllt und als Mitbringsel in einem Lüneburger Schokoladen erhältlich. Der mittelalterliche Reichtum Lüneburgs (hier gibts Bilder von Lüneburg) begründete sich nämlich auf reichhaltige, unterirdische Salzvorkommen. Leider war man damals ebenso wenig auf Nachhaltigkeit bedacht wie heute. So hielt man es für eine gute Idee, einfach mal Wasser ins Erdreich zu pumpen, und das Salz aus der dann irgendwo anders hervorsprudelnden Sole zu gewinnen. Leider befinden sich unter Lüneburg seitdem große, und viele Hohlräume. Und es lassen sich in der halben Stadt lustige Absenkungserscheinungen beobachten. Viele sind natürlich leider überhaupt nicht lustig.
Und warum da noch ein Wildschwein drauf abgebildet ist, steht hier. Glücklicherweise wurde bei der PraLüne auf ergänzendes Wildschweinaroma verzichtet.




Schön auch: Die polnischen Zwiebelcracker. "Są OK!" (Sie sind OK!), wie die Packung optimistisch versichert.

Fragebogen!

Von: rosa

Und wieder wurde ich zur Fragebogenbeantwortung eingeladen. Bitte entschuldige, Petra, dass es so lange gedauert hat! Dann wollen wir mal:

Meine zehn Lieblingsblogrezepte des Jahres 2006:


Erstmal schließe ich mich Petra bei der Schwarzwälder Kirschtorte an. Vielleicht mach ich die in ein paar Tagen fürs selbe Geburtstagskind nochmal.


Das Kastanienpavé war auch ganz großartig. Habe ich diesen Winter noch garnicht gemacht, nur einmal Kastaneincreme, hm.


Leider zu spät gekocht, um zum Risottoevent einzureichen, war mein selbst kreiertes Risotto mit Kapern und Pistazien doch wirklich köstlich und ansprechend farbkombiniert.


Im Best-Of auf keinen Fall fehlen darf meine Gastbloggerin Joha mit bosnischer Pita, Krompiruša, samt ausführlich bebilderter Anleitung.


Weil der vegane "Käsekuchen" so überraschend köstlich war, bekommt auch er einen Platz in bei den besten Rezepten.


Catherines Bester ist sowieso der allerbeste (Apfelkuchen).


Mit dem 麻 婆 豆 腐 (mápó dòufu) habe ich dann ja sogar ein Blogevent gewonnen, muss also ansprechend gewesen sein. Hat aber auch sehr gut geschmeckt.


Der Reindling (danke an die Kärntnerin für die Inspiration!) war auch erstklassig, und machte was her auf der Schnuppensuppenkaffeetafel.


Bubaspitzle mit Kraut
waren auch ganz köstlich. Bubaspitzle wollte ich schon seit Jahren mal machen, dem Blogevent sei Dank konnte ich endlich mein faules Hinterteil dazu bewegen. (Regelmäßig bedauere ich, dass "Arsch" so viel vulgärer klingt als "arse")


Und das allerköstlichste Rezept des Jahres, die größte Überraschung war die goldene Quittentarte mit Butterkaramell (Rezept inklusiv bebilderter Butterkaramellanleitung). Ich habe sie inzwischen übrigens nochmal gemacht, und würde fast sagen, dass mir die Version mit halb Äpfeln / halb Quitten besser schmeckt, als die reine Quittenversion. Dringende Nachbackempfehlung!


Außerdem zum Nachbacken empfehle ich natürlich immer wieder gerne das Kentucky Bread, ein im Schnuppensuppenhaushalt seit Jahren bewährtes Rezept.

Waren das jetzt zehn? Ja, stimmt genau! Umzugsbedingt habe ich ja ein paar Monate lang eher weniger gekocht und gebloggt.

Den Fragebogen weiterzureichen traue ich mich aus den üblichen Versagensängsten nicht (und wenn jemand das dann blöd findet? Und den Fragebogen garnicht beantworten mag? Sich dann aber durch den statischen Blogeintrag hier dazu verpflichtet fühlt?). Außerdem ist ja auch schon seit Wochen 2007, und für Jahresrückblicke wird es langsam zu spät. Wer sich aber hierdurch zu Rückblicken beliebiger Art inspiriert fühlt, möge nicht zögern, das jederzeit auszuleben!

Bread and Butter Pudding

Von: rosa



Nach langer Zeit endlich mal wieder gemacht, und mich prompt erinnert, warum das mal mein Lieblingsessen war, das gibts jetzt wieder öfter: Bread and Butter Pudding ist in England das klassische Verwertungsgericht für altes Weissbrot und schmeckt mir viel besser als das deutsche Weissbrotverwertungsessen der Armen Ritter. Lässt sich auch viel problemloser in großen Portionen machen, und ist nicht ganz so fettig.

Und so gehts:

Altes Weissbrot (darf gerne schon hart sein) in Scheiben schneiden oder brechen. Jede Scheibe dünn buttern oder margarinen. Scheiben fächerartig oder in mehrern Schichten in eine ausgefettete Auflaufform schichten. Gerne mit in Rum getränkten Rosinen, auf jeden Fall aber mit braunem Zucker und etwas Zimt bestreuen. Mit reichlich Eiermilch (bzw. Eiersatzsojamilch) übergießen, pro Portion bestimmt 200 ml würde ich mal so schätzen (auf 200 ml Milch ein Ei reicht aus). Das Brot muss nicht komplett bedeckt sein, sollte sich aber gut vollsaugen können. Mindestens eine halbe Stunde stehen lassen (danach eventuell nochmal begießen). Bei 180 Grad 30 Minuten lang backen, bis der Pudding oben goldbraun und knusprig ist.

Die vitaminfeindlichen Engländer essen dazu gerne Custard, eine warme, schleimige Vanillesauce, aber das mag ich nicht. Ich finde was Fruchtiges besser, zum Beispiel ein Kompott, oder, wenn man den Pudding nicht allzu süß gemacht hat, einen Löffel Marmelade.

Good appetite!