Archive for May 2007

Überraschende Klebreiskuchenpoetik

Von: rosa



Karottengrün

Von: rosa



Mein liebster Karottensalat, Zusammenstellung von einer ehemaligen Mitbewohnerin abgeschaut:
Karotten raffeln (am besten gleich etwas mehr Karotten raffeln und Karottenkuchen backen!), mit Zitronensaft, ordentlich Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer besprenkeln.
Handvoll Sonnenblumenkerne ohne Fett anrösten, bis leicht gebräunt. Kerne mit Salat vermischen, und am besten ein paar Stunden (gerne auch über Nacht im Kühlschrank) durchziehen lassen. Aber unbedingt bei Zimmertemperatur essen. Köstlich!

Fliederblütenfragen

Von: rosa


Quelle: Wikimedia Commons


Hier in München beginnt ja gerade die Holunderbuschblütenzeit. Ich würde furchtbar gerne Blüten abpflücken, um Gelee, Sirup und endlich mal Hollerküchlein zu machen. Allerdings plagen mich die folgenden Fragen:

* Wie stark sind die Blüten in der Großstadt wohl mit Abgasen oder anderem Dreck belastet? Holunderblüten kann man ja nun schwer unter fließend Wasser abschrubben. Ich würde natürlich nicht gerade neben einer fünfspurigen Straße pflücken gehen, sondern im Park oder einer ruhigen Seitenstraße - trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob das unbedenklich ist.

* Außerdem plagt mich das schlechte Gewissen, aus öffentlichen Parks, oder gar privaten Vorgärten Blüten zu klauen. Natürlich machen meine zwei Tüten voll keinen großen Unterschied, aber "wenn das alle machen würden", und so.

Für Meinungen und Gewissensabsolution in den Kommentaren wäre ich sehr dankbar.

Carrot Cake / Karottenkuchen

Von: rosa

Neulich endlich mal Karottenkuchen gemacht. Aber nicht die Schweizer, sondern die Angelsächsische Variante: Während anscheinend die Schweizer Rüeblitorte meist mit Haselnüssen zubereitet, und mit Puderzuckerglasur oder Marzipankaröttchen verziert wird, mag ich die andere Art fast lieber: Mit Walnüssen und Gewürzen drin, und, am wichtigsten: Einer cremig-säuerlichen, köstlichen Frischkäseglasur drauf.



Mein "dem Internet" (insbesondere dem hier) entlehntes und leicht abgewandeltes Rezept sah so aus (ich werd ihn bestimmt bald wieder machen, so köstlich war er - dann wiege ich auch alle Zutaten ab, und schreibe hier Gewichtsangaben dazu!):
Für den Teig:
1 cup Zucker (Originalrezept schlägt wie immer mehr vor, nämlich 1,5 cups)
1 cup neutral schmeckende Öl
3 große Eier
2 cups Mehl
2 TL Backpulver
1 TL Salz
1 TL Zimt
je 1/2 TL gemahlene Nelken, Muskatnuss, Ingwer
3 cups grob geraffelte Karotten
1 cup gehackte Walnüsse
Für die Glasur:
500 g fetter Frischkäse
80 g Butter
130 g Puderzucker (Originalrezept: ca. 200 g)
Vanillezucker / -essenz

Am besten bereitet man den Kuchen 1-2 Tage, bevor er verzehrt werden soll, zu: Er wird durchs Durchziehen noch saftiger. Der Teig ist ganz einfach: Öl und Eier verquirlen, Zucker einrühren, bis die Masse einigermaßen homogen aussieht. Dann den Rest hinzufügen und glattrühren, am Schluss die Karotten und Walnusstücke unterheben. In einer gefetteten Springorm bei ca. 180 Grad ca. 40 Minuten backen.

Zum Glasieren die weiche Butter mit den restlichen Zutaten glattrühren. Wenn man mag (ich mochte!), den Kuchen noch einmal horizontal durchschneiden, und mit etwa einem Drittel der Glasur füllen. Rest der Glasur auf den Kuchen streichen, und hier gilt dasselbe wie für den Rhabarberkuchen: Wenn man die Glasur nicht richtig glatt bekommt (und das ist bei dieser Glasur und einem hübsch mittig aufgegangen Kuchen ziemlich schwer), garnicht erst versuchen: Halbwegs gleichmäßig verstreichen, und mit einem Löffelrücken sanft auf den Guss einschlagen, bis er diesen lässig-struppigen Look hat. Ein Kuchen wie frisch aufgestanden! Fehlt nur noch der Dreitagebart. Vielleicht kann man den ja mit ein paar Schokostreuseln emulieren.
Idealerweise sollte man ihn mindestens ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.

Ganz köstlich!

Der allerbeste Rhabarberkuchen

Von: rosa



Ich scheine ja gerade wieder viel zu backen.

Bereits vor zwei Wochen habe ich diesen wunderbaren Rhabarberkuchen gemacht, nach einem alten Rezept von meiner Mutter. Bei Dolce gabs neulich ebenfalls einen Rhabarberkuchen mit Baiser - mein Rezept ist aber ein bisschen anders. Der sehr süße, knusprige Baiser passt wirklich hervorragend zum sauren Rhabarber.

Und so gehts, man braucht für den Teig:
125 g Butter
125 g Zucker
1 Ei
2 Eigelb
50 g Stärke
125 g Mehl
1 TL Backpulver

750 g Rhabarber (ungeputzt)

Und für den Baiser:
2 Eiweiss
125 g besser 200 g feinen Zucker oder Puderzucker - dann wird der Baiser knuspriger. Mehr dazu hier.
1 TL Zitronensaft
1 Prise Salz

Rhabarber schälen und in circa 1-2 cm lange Stücke schneiden.
Aus den Teigzutaten einen Rührteig bereiten. In eine KastenSpringform streichen und mit dem Rhabarber belegen.



Bei ca. 170 Grad ca. 20-30 Minuten lang backen lassen, bis der Teig gerade eben gar aber noch kaum gebräunt ist.
Eiweiss mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen, Zitronensaft und Zucker hineinrieseln lassen und weiterschlagen, bis der Zucker sich gelöst hat.

Baisermasse auf dem Kuchen verteilen: Man kann entweder, wie meine Mutter damals, mit einer Spritztülle ein Gitter auf den Kuchen spritzen (dann trocknet der Baiser besser und wird leichter nett knusprig), oder ihn einfach draufstreichen, und mit einer Löffelrückseite solange draufschlagen (ganz sanft natürlich! Rhabarberkuchen sind, wenn überhaupt, nur wenig masochistisch veranlagt), bis der Eischaum attraktive, unregelmäßige Spitzen bildet. Das sieht erstens nett aus, und zweitens erhält der Baiser so wieder mehr Oberfläche, die im zweiten Backgang dann hübsch knusprig werden kann.



Jetzt also: der zweite Backgang: Wie lange der Baiser wie bei welcher Temperatur trocknen soll, scheint kochwissenschaftlich ja äußerst umstritten. Dolce backt ihren Kuchen nur 15 Minuten lang, bei Chefkoch finden sich ganz unterschiedliche Baisertrockenzeitempfehlungen. Ich bin generell für eine so lange Trockenzeit wie möglich, um optimale Baiserknusprigkeit bei noch ausreichender Teigsaftigkeit zu erreichen.

Im Rezept meiner Mutter heisst es: Bei leicht geöffneter Ofentür ca. eine Stunde lang trocknen lassen. Das habe ich auch gemacht, bei ca. 130 Grad, der Baiser wurde zwar oben braun und crunchy, mir aber nicht genug "durch". Beim nächsten Baisertrockenversuch werd ich also mal mehr Oberhitze und höhere Temperatur versuchen, das dürfte aber auch sehr ofenspezifisch sein.
UPDATE: Wie knusprig der Baiser wird, hängt vor allem von der Zuckermenge ab! Besser 200 g Zucker nehmen.



Schmeckt, wie die meisten Obstkuchen, am allerbesten mit einem Klacks kühler Schlagsahne. Auch für andere saure Obstsorten empfiehlt sich dieses Rezept sehr, früher gab's den auch oft mit Stachel- oder Johannisbeeren.

Nuss-Nougat-Kuchen

Von: rosa

Liebes Wetter: Vielen Dank für den Regen. Wir haben verstanden, dass Du das noch kannst, mit dem Wasser, nun könnte es aber langsam auch gerne mal wieder aufhören! Ein Vorteil des kühlen Regenwetters allerdings: Es eignet sich hervorragend dazu, mit einer Tasse Heissgetränk und fettem Gebäck auf dem Sofa rumzulungern. Zum Beispiel diesem Kuchen hier:



Eigentlich gehört der in eine Kastenform. Ich habe aber für ein Geburtstagskind eine kleine Version in einer 18-cm-Springform gebacken, mit der normalen Rezeptmenge hat es zusätzlich noch für ein paar Küchlein aus der Muffinform gereicht.

Und so gehts, man nehme:
125 g Butter
150 g Zucker
1 große Prise Salz
4 Eier, getrennt
200 g frisch gemahlene Haselnüsse (Haselnüsse mahlen geht übrigens super mit Pürierstab!)
50 g gehackte Haselnüsse, gerne angeröstet
4 EL Milch
125 g Mehl
2 TL Backpulver
150 g Nuss-Nougat, gewürfelt, nach Geschmack auch gerne mehr

Butter schaumig rühren, Eigelbe und Zucker unterrühren bis das schön fluffig ist, dann Mehl, Backpulver, Haselnüsse und Milch einrühren. Salz mit Eiweiss zu einem steifen Schaum schlagen. Schaum und Nougat vorsichtig unter den Teig heben. In eine Kastenform füllen und bei ca. 160 Grad ca. 50 Minuten lang backen.

Ein Überziehen mit Kuvertüre ist nicht notwendig, aber hübsch und lecker und ziemlich regenwettertauglich.

Krams 8

Von: rosa


Vielen Dank, Ostwestwind:
Da äußerst man sich einmal neugierig zum Löwenzahnhonig, und kriegt gleich welchen zugeschickt. Vielen Dank, ist alles heil angekommen! Sobald ich ihn probiert habe, schreib ich meine Geschmackseindrücke mal hier in die Kommentare. Außerdem war noch ein Glas Mince Meat im Päckchen. So richtig original, mit Rindertalg drin. Ob ich tatsächlich wagen werde, damit zu backen, muss ich aber noch mit meinem pseudoveganen Über-Ich ausmachen.



Neulich mal kontemplativ das Schüsselsortiment des Schnuppensuppenhaushalts betrachtet. Festgestellt: Ich mag am liebsten Schüsseln, die innen anders gefärbt sind als außen. Hm.



Erst kürzlich entdeckt, und schon süchtig geworden: Mispeln.
Von der Konsistenz ungefähr wie Aprikosen, aber weicher und saftiger, vom Geschmack her süß-sauer und ziemlich herb. Kauft lieber die kleinen, schrabbeligen Früchte, als die großen, unlädierten! Und nie zu viele auf einmal, mehr als 2-3 davon kann ich jedenfalls keinesfalls an einem Tag essen. Passen bestimmt herrlich zu einem Tisch voller eingelegtem Kleinkram, Käse und und Rotwein.
Verdammt, dabei gabs die in Neukölln in jedem türkischen Gemüseladen, und ich hab mich da nie rangetraut.