Archive for October 2007

Pomelo

Von: rosa


Rosahand an Pomelo zum Größenvergleich

Pomelos sind köstliche Zitrusfrüchte - man bekommt sie in den meisten Asialäden, und als neulich mein einer Stammsupermarkt welche hatte, hab ich eine mitgenommen. Pomelounkundige sind vor allem von der GRÖSSE der Frucht beeindruckt. Zwar ist die Schale 1-2 cm dick, trotzdem hat so eine Pomelo bestimmt so viel Fruchtfleisch wie 3-4 Orangen.
Kennengelernt habe ich Pomelos bei einer chinesischen Freundin, die sie oft als Nachtisch serviert hat.

Und so gehts:


(1) Pomelo schälen.


(2) Fruchtsegmente auslösen - das weiße Häutchen ist viel dicker und stabiler als bei Orangen oder Grapefruits.


(3) Weißes Häutchen von den Segmenten abziehen - das geht problemlos, da das Fruchtfleich viel stabiler und weniger siffig ist, als bei anderen Zitrusfrüchten.

(4) (kein Bild) Essen! Ich mag Pomelos wirklich gerne: Sie schmecken ziemlich mild und bitter-süß, sehr erfrischend. Genau richtig nach einem fett-würzigen Essen.

Rosenkohl versus Einkaufsnetz

Von: rosa



Ich würd mal sagen, der Rosenkohl hat gewonnen.

Daraus mach ich dann dieses herrlich klingende Rezept, was auch schon hier nachgekocht und für gut befunden wurde.

Zierquittengelee

Von: rosa



Hier bin ich darauf aufmerksam geworden, dass man nicht nur Quitten (eins meiner Lieblingsobste, siehe auch Quittenbrot und Quittentarte), sondern auch Zierquitten verzehren kann. So habe ich neulich einen befreundeten Zierquittenstrauch abgeerntet (die Dinger wachsen nicht auf Bäumen, sondern eher bodennah an hübsch blühenden Sträuchern), und Gelee gekocht.


Viele hübsche Zierquitten: Kleiner als Normaloquitten, riechen aber ähnlich intensiv, zwei Zierquitten beduften noch meinen Wäscheschrank

Quitten kleinhacken und mit Wasserzugabe zu Brei kochen.
Quittenbrei mit einem Tuch abseihen:



Mit Zucker und Gelierzeug mischen, aufkochen und abfüllen.

Und obwohl man Quitten ja einen hohen Pektingehalt nachsagt, und ich natürlich noch zusätzliches Gelierzeug der Flüssigkeitsmenge entsprechend hinzugegeben habe, ist mein Gelee erstaunlicherweise zu flüssig geblieben, grumpf. Schmecken tut es aber sehr fein: Laut Wikipedia werden Quitten in Lettland als Zitronenersatz genutzt - der Quittensud war wirklich sehr, sehr sauer, und ich habe Gelierzucker ungefähr im Verhältnis 1:2 hinzugegeben. Das Aroma ist deutlich quittig und sehr köstlich.

Päckchen aus Potsdam

Von: rosa



Ein Päckchen, ein Päckchen! Ist gestern bei der Schnuppensuppe eingetrudelt.

Von Rike aus Potsdam gab es:
* Gelatinefreie Gummitiere - *schleck*!
* Walnüsse aus dem eigenen Garten - super, liebe ich!
* Selbstgemachtes Birnenmus und Kirschmarmelade (beides Sorten, die ich noch nie selbstgemacht hab! Besonders auf die Kirschmarmelade freue ich mich sehr) und Birnenchutney, alles aus Obst aus Eigenanbau!
* Potsdamer Früchteteemischung - aromatisierte Tees mag ich leider gar-nicht, aber dafür finde ich sicher noch dankbare Abnehmerinnen
* Einen netten Brief, der den Paketinhalt erklärt

Vielen Dank aus München!

Ein süßer Moment...

Von: joha

Ein weiteres Päckchen hat endlich zu seiner vorübergehenden Besitzerin gefunden. Vorübergehend, weil diese Inhalte ja einfach nicht lange überleben.
Die hungrige Grille, die sich nun als solche im Büro enttarnen musste (ein großes Entschuldigung an die liebe Paketsenderin)*, freut sich also über "Luxusgüter", und, ganz besonders, über einen Adventskalender (das muss ich gleich meiner Patentante mitteilen, nicht dass die da am 1. Dezember mir einen zweiten Adventskalender zukommen lässt, oder, vielleicht noch schlauer: ich könnte dann dieses Jahr ja einen Büro- und einen Heim-Adventskalender haben - wenn das mal kein Luxus ist). Naja, zur Sache, bzw. zu den Sachen... :-)
Ein Adventskalender - da ist die Freude groß: das DFssgF als vor-Weihnachtspaket


Erstmal zum Begriff Luxusgüter: Dinge, die die versendende Person gerne mag, aber sonst nicht in ihrem Einkaufskorb landen.

Kenn ich sehr gut diese Argumentation, mit einer der Gründe warum Schenken und Päckchen so großartig sind.

Und es finden sich auch glatt Güter, die bei mir genauso gehandhabt würden, allen voran, der kleine aber feine süße Moment, der den morgigen Tag wahrscheinlich nicht mehr erlebt :-( ... :-)
ein süßer Moment - und den Herkunftsort gibt's gleich mit dazu

Dann, sehr lecker, würde ich mir ja aber auch nicht so kaufen (is ja auch nicht so gesund und so), lecker gespritzte Kekse, die sich gut mit den Litern von Tee vertragen, die ich hier so zu mir nehme:
Ein guter Geist, zumindest vom Geschmack

Am Schluss des Päckchens ergab sich folgendes Gesamtbild:
Man beachte, wie das Sonnenlicht durch's Olivenöl "gleisst"...

Besonders hervorzuheben, die Marmelade aus der Schweiz (wenn auch sicher nicht alle Früchte von dort stammen), und das im Morgenlicht gülden schimmerne Olivenöl mit Zitronenaroma (das wird gleich ausprobiert).

Ein großes Danke an die Paketversenderin
und guten Appetit (wünsch ich mir selbst?) an die anderen Päckchenempfangenden,

von der Grille.




*Übrigens: Meine werten Mitmenschen hier waren so nett, dass das Paket bis zu meiner Wiederankunft gewartet hat - ganz vollständig und unangeknabbert.

Kulinarisches Gehsteiggraffiti

Von: rosa

Und ich weiß, wers war!

Pseudochili, vegan

Von: rosa



Das mit dem garkein Fleisch essen wär ja wirklich so einfach, wenn Fleisch nicht manchmal so verdammt gut schmecken würde. Allerdings gibt es einige gut gewürzte Gerichte, denen fleischlos wirklich kaum etwas fehlt. Hier mal ein Essen mit merkwürdigem, aber sicher wahnsinnig nahrhaftem Sojagranulat - das erste mal, dass ich sowas eingesetzt habe. Geschmacklich hat das zwar nix beigetragen, aber ich bin mir sicher, dass man dieses Chili hier vielen Leuten problemlos als fleischhaltig verkaufen könnte.

Und das war drin (ist ja nur ein Pseudochili, deshalb dürfen die Zutaten gerne freihändig variiert werden):
1 Zwiebel, 3-5 Knoblauchzehen
Möhren
Zucchini
150 g Sojagranulat, in Brühe weichgekocht
je eine kleine Dose Tomaten und Kidneybohnen
Öl, Chili (frisch undoder getrocknet undoder pulverisiert), etwas Kreuzkümmel, ein TL Senf, Salz, gute Prise Zucker.

Ja, und gehen tuts ganz einfach: Gemüsewürfel anbraten, Sojakram und Doseninhalt (Bohnen abtropfen!) hinzugeben, würzen, und etwa 20-30 Minuten lang köcheln lassen. Ordentlich scharf machen! Essen mit Brot oder Reis. Nichtveganerinnen können gerne mit einem Klacks saurer Sahne garnieren, Nichtvegetarierinnen ersetzen das Sojazeug durch Rinderhack. Lecker!

Gilacgi - Dattel-Walnuss-Kuchen mit Grießstreuseln

Von: rosa



Zur Technik und modernen Kommunikationsmitteln hab ich ja ein schizophrenes Verhältnis. Für viele Dinge kann ich mich begeistern und sie bereichern mein Leben - Computer, das WWW, I-Pods, lustige Betriebssysteme und Blogs zum Beispiel. Mit anderen Sachen kann ich wenig anfangen. So benutze ich immer noch kein Handy, und auch sehr unnötig erscheint mir Rezeptverwaltungssoftware. Interessanterweise ist sowas ja bei deutschen Foodbloggerinnen viel weiter verbreitet, als bei englischsprachigen - das liegt wohl daran, dass eine Reihe deutscher Foodblogger, bevor sie einen Blog hatten, im eher textlastigen Usenet - insbesondere in de.rec.mampf - unterwegs waren.
Für mich ist das aber nix: Ich koche ja schon fast nie aus Kochbüchern, weil mich fast nur Rezepte begeistern, mit denen ich eine Geschichte, eine Person, einen Ort verbinden kann. Und Blogs können für mich, anders als Bücher (und erst recht Rezeptverwaltungssoftware), ein Rezept mit Leben füllen. Aber ein Büchlein habe ich, aus dem ich schon seit Jahren regelmäßig und gerne koche:


Vor ein paar Jahren gab es ja noch kaum Deppenleerzeichen, und ich fand die durch das falsche Leerzeichen entstehende Alliteration typographisch schick.

Dieses Buch drücke ich seit vielen Jahren Mitbewohnern und Freundinnen in die Hand, und lasse sie ein Rezept reinschreiben oder -malen. Viele schöne Sachen finden sich darin, ein Tortilla-Rezept einer Baskin zum Beispiel, das Yorkshire-Pudding-Rezept meiner ehemaligen Yorkshire-Mitbewohnerin, und ein Rezept für diesen angeblich irakischen Kuchen von F. aus B. (der ich an dieser Stelle nochmal herzlich zur S. gratulieren möchte!):



Und weil sich JPGs nicht so hübsch ausdrucken lassen, schreibe ich das Rezept hier nochmal hin.
Man nehme also:
125 g Grieß
125 g Mehl (ich hab von Mehl und Grieß je zur Hälfte Vollkorn genommen, ich finde, das passt gut bei diesem energieriegelartigen Kuchen)
1 TL Backpulver
4 EL Zucker (brauner Zucker ist auch gut)
1/2 Vanilleschote bzw. -extrakt
125 g Butter
200 g getrocknete Datteln
2 EL Honig
1 EL Zitronensaft
1/2 TL Zimt
60 g gehackte Walnüsse (ich habe 100 g genommen)

Und so gehts:

Trockene Zutaten mischen. Butter schmelzen, unterrühren, und zu Streuseln verkneten.
Datteln kleinschneiden und in 125 ml Wasser ein paar Minuten lang kochen, bis kaum noch Flüssigkeit im Topf ist. Honig, Zitronensaft, Zimt und Walnüsse unterrühren.



Eine Springform fetten (im Rezept steht 22 cm, ich habe eine "normale" mit 26 cm Durchmesser genommen), die Hälfte des Teiges als Boden festdrücken, die Dattel-Nuss-Masse daraufgeben, die andere Hälfte des Teiges als Streusel darüber verteilen. Diesen flachen Kuchen habe ich bei ca. 190 Grad ca. 35 Minuten lang gebacken - nimmt man eine kleine Springform, muss man die Backzeit unter Umständen verlängern.

Ein köstlicher, sehr energiereicher Kuchen. Durch den Grieß bekommen die Streusel eine etwas sandige Konsistenz, die ich sehr gerne mag. Dazu ein Klacks Schlagsahne - mhmmm.

Und vielleicht reiche ich den Kuchen noch im Kochtopf beim Walnussrezeptwettbloggen ein.

Prinzregententorte

Von: rosa

Hier habe ich neulich von einer Aktion zur Rettung der Prinzregententorte gelesen. Nun ja: Ich habe ja noch nie bewusst Prinzregententorte gegessen. Bei den norddeutschen Bäckern meiner Jugend gabs Bienenstich (das s nicht wie "sch" aussprechen!), Butter- und Streuselkuchen vom Blech, und der Rest wurde von meiner Mutter selbst gebacken. Und richtige Torten, mit Sahne oder Buttercreme gar, waren fast nie auf der Kaffeetafel zu finden. Und auch später habe ich selten aus eigenem Antrieb Torte gekauft - und Prinzregententorte war nie dabei.
Bei meinem Münchner Stammbäcker (Slanitz in der Leonrodstraße 14, ca. 30 Meter vom Rotkreuzplatz entfernt) habe ich heute PRT in der Vitrine entdeckt, und ein Stück mitgenommen.


Die Tortenkalorien werden durch das begleitende Wellnessgetränk wieder ausgeglichen

Sieben dünne Bisquitschichten, dazwischen eine leicht mit irgendwas Alkoholischem aromatisierte Buttercreme, außenrum dünne Zartbitterkuvertüre. Was soll ich sagen: Die einzelnen Komponenten sind sehr gut, so, wie sie schmecken sollten (Bisquit zart und fluffig, Buttercreme schön... cremig, die Schokolade sehr dünn aber geschmackvoll), das Gesamtkonzept PRT überzeugt mich jedoch überhaupt nicht. So langweilig! Ein süß-cremig-fluffiger, hübscher Tortenklumpen.

Also: Wegen mir muss die Prinzregententorte nicht gerettet werden. Wer aber zur Rettung beitragen mag, kann beim Slanitz eine ziemlich anständige Variante erstehen. Meine Tortenkalorien werde ich in Zukunft lieber wieder in Schwarzwälder Kirsch, Käsesahne, oder Nuss-Marzipan investieren.

Free Burma!

Von: rosa