Zur Technik und modernen Kommunikationsmitteln hab ich ja ein schizophrenes Verhältnis. Für viele Dinge kann ich mich begeistern und sie bereichern mein Leben - Computer, das WWW, I-Pods, lustige Betriebssysteme und Blogs zum Beispiel. Mit anderen Sachen kann ich wenig anfangen. So benutze ich immer noch kein Handy, und auch sehr unnötig erscheint mir Rezeptverwaltungssoftware. Interessanterweise ist sowas ja bei deutschen Foodbloggerinnen viel weiter verbreitet, als bei englischsprachigen - das liegt wohl daran, dass eine Reihe deutscher Foodblogger, bevor sie einen Blog hatten, im eher textlastigen
Usenet - insbesondere in
de.rec.mampf - unterwegs waren.
Für mich ist das aber nix: Ich koche ja schon fast nie aus Kochbüchern, weil mich fast nur Rezepte begeistern, mit denen ich eine Geschichte, eine Person, einen Ort verbinden kann. Und Blogs können für mich, anders als Bücher (und erst recht Rezeptverwaltungssoftware), ein Rezept mit Leben füllen. Aber ein Büchlein habe ich, aus dem ich schon seit Jahren regelmäßig und gerne koche:
Vor ein paar Jahren gab es ja noch kaum Deppenleerzeichen, und ich fand die durch das falsche Leerzeichen entstehende Alliteration typographisch schick.
Dieses Buch drücke ich seit vielen Jahren Mitbewohnern und Freundinnen in die Hand, und lasse sie ein Rezept reinschreiben oder -malen. Viele schöne Sachen finden sich darin, ein Tortilla-Rezept einer Baskin zum Beispiel, das Yorkshire-Pudding-Rezept meiner ehemaligen Yorkshire-Mitbewohnerin, und ein Rezept für diesen angeblich irakischen Kuchen von F. aus B. (der ich an dieser Stelle nochmal herzlich zur S. gratulieren möchte!):
Und weil sich JPGs nicht so hübsch ausdrucken lassen, schreibe ich das Rezept hier nochmal hin.
Man nehme also:
125 g Grieß
125 g Mehl (ich hab von Mehl und Grieß je zur Hälfte Vollkorn genommen, ich finde, das passt gut bei diesem energieriegelartigen Kuchen)
1 TL Backpulver
4 EL Zucker (brauner Zucker ist auch gut)
1/2 Vanilleschote bzw. -extrakt
125 g Butter
200 g getrocknete Datteln
2 EL Honig
1 EL Zitronensaft
1/2 TL Zimt
60 g gehackte Walnüsse (ich habe 100 g genommen)
Und so gehts:
Trockene Zutaten mischen. Butter schmelzen, unterrühren, und zu Streuseln verkneten.
Datteln kleinschneiden und in 125 ml Wasser ein paar Minuten lang kochen, bis kaum noch Flüssigkeit im Topf ist. Honig, Zitronensaft, Zimt und Walnüsse unterrühren.
Eine Springform fetten (im Rezept steht 22 cm, ich habe eine "normale" mit 26 cm Durchmesser genommen), die Hälfte des Teiges als Boden festdrücken, die Dattel-Nuss-Masse daraufgeben, die andere Hälfte des Teiges als Streusel darüber verteilen. Diesen flachen Kuchen habe ich bei ca. 190 Grad ca. 35 Minuten lang gebacken - nimmt man eine kleine Springform, muss man die Backzeit unter Umständen verlängern.
Ein köstlicher, sehr energiereicher Kuchen. Durch den Grieß bekommen die Streusel eine etwas sandige Konsistenz, die ich sehr gerne mag. Dazu ein Klacks Schlagsahne - mhmmm.
Und vielleicht reiche ich den Kuchen noch im
Kochtopf beim
Walnussrezeptwettbloggen ein.