Archive for November 2007

Ein Sonntag mit erfolgreicher Resteverwertung

Von: rosa

Heute war ein mal wieder ein perfekt-fauler Kochtag.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang durchs kalt-windige München war ich hungrig genug für ein anständiges Mittagessen. Hier im Schnuppensuppenhaushalt musste dringend eine halbe Sellerieknolle weg - und eigentlich mag ich ja keinen Sellerie. Hab mich aber an ein nicht übel klingendes Rezept neulich bei der Kochschlampe erinnert, und den Sellerie filetiert, gedünstet, paniert und in ordentlich Fett ausgebraten:



Erstaunlich lecker! Der gedünstete Sellerie schmeckt süßlich und harmoniert toll mit der würzigen Sesam-Semmelbrösel-Kruste. Bei mir gabs allerdings keine niveauvolle Schmandcreme dazu, sondern eine meiner unkulinarisch-sündhaften Lieblingssaucen. Ketchup! Zu Frittiertem nie falsch!

Nun sind ein paar meiner Essensmacken klar familiär bedingt: Meine Mutter musste früher unter Strafandrohung ihren Teller leeressen, mein Vater hat ihn (wenn es mal was zu essen gab in der kriegswirrengeschädigten Familie) wohl immer freiwillig leergeschleckt. Und diese beiden Dinge haben sie ziemlich nahtlos an die nächste Generation weitergegeben: Das Tellerleeressenmüssen konnte ich mir glücklicherweise schon ganz gut abgewöhnen, jedenfalls in Restaurants. Ich schaffe es zuhause allerdings kaum, Essbares zu verschwenden (deshalb auch der Drang, den Sellerie unbedingt verwerten zu müssen?). Das Sellerieschnitzelkochwasser hab ich also erstmal aufbewahrt, für schlechte Zeiten, man weiß ja nie. Bis zum Abendessen hatte ich dann glücklicherweise schon einen Geistesblitz:



Ein schnelles "Nudelsotto" mit Puy-Linsen, Knoblauch, Karottenwürfeln in Selleriewasser gargekocht. Mit einem großen Löffel Butter und etwas Parmesan abgeschmeckt: Ein ganz hervorragendes Winterabendessen.

Taiwanesisch kochen Teil 2: Schmortofu

Von: rosa

Beim taiwanesischen Kochtreff wollte ich auch noch was Vegetarisches kennenlernen. Nach dem 3-Tassen-Huhn haben wir also diesen sehr guten Schmortofu gekocht. Der Tofu wird vorher nicht frittiert, sondern quasi roh in die Sauce gegeben, und saugt sich mit den köstlichen Saucenaromen voll. Durch die Austernsauce ist das Gericht leider nicht ganz vegetarisch (meine "Panda Brand"-Sauce enthält laut Zutatenliste immerhin "3 % Austernextrakt"). Wer Austernsauce lieber weglassen möchte, kann sie vielleicht durch ein paar gehackte Shiitake-Pilze samt Einweichwasser ersetzen.

Man braucht:
ca. 500 g fester Tofu, in streichholzschachtelgroßen Stücken
1-2 Mohrrüben in Scheiben
1-2 Frühlingszwiebeln, in 2-cm- großen stücken
5 zerdrückte Knoblauchzehen
1 daumengroßes Stück Ingwer in Streifen
Austernsauce, Sojasauce, neutrales Öl, Sesamöl.
2-3 TL Speisestärke


Hier im Joghurtbecher: Die Speisestärke

Ingwer, Knoblauch und die weißen Teile der Frühlingszwiebeln in ein paar EL Öl sehr scharf unter Rühren anbraten. Mit ca. 3-4 EL Sojasauce, 3-4 EL Austernsauce, etwas Sesamöl und ca. 100 ml Wasser (sehr viel verdampft gleich wieder - das Gericht sollte aber immer schön in Sauce schwimmen. Falls es zu trocken wird, Wasser zugeben) aufgießen. Tofu, Karotten und die grünen Frühlingszwiebelteile zugeben. Bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten weiterschmoren lassen, bis die Karotten gar sind und der Tofu schön die Sauce aufgenommen hat. Speisestärke mit ein paar Esslöffeln Wasser verrühren und ins Tofugericht einrühren.





Ganz köstlich! Erin und ihre Mutter waren mit der Tofusorte, die sie aufgetrieben hatten, nicht ganz zufrieden - von der Konsistenz her war er zwar richtig, hatte aber einen entschieden säuerlichen Eigengeschmack, der, so meinten sie, eigentlich nicht in dieses Gericht gehört. Gerade gestern habe ich mir wieder Schmortofu gemacht - und fand die Tofusorte ziemlich gut - aha, schnell nochmal im Müll nachgesehen (was ich nicht alles tue für meine Leserinnen!): Das war der holländische "Super Tahoe Tofu" (schmeckt deutlich besser, als der Name suggeriert) aus einer blau-weißen Plastikpackung, den ich in deutschen Asienläden schon öfter gesehen habe. Selbst mit suboptimalem Tofu schmeckt das Gericht aber ziemlich gut, man sollte allerdings auf keinen Fall zu Tofu im Glas greifen, den deutsche Supermärkte anbieten.


Rechts Schmortofu, links nochmal 3-Tassen-Huhn

Köstlich! Jetzt schon ein Stammgericht im Schnuppensuppenhaushalt.

Taiwanesisch kochen Teil 1: 3-Tassen-Huhn

Von: rosa

Wie ich schon mal geschrieben habe, lerne ich neue Rezepte am liebsten dadurch kennen, dass ich jemandem beim Kochen zuschaue. So habe ich sofort eine Mail geschrieben, als ich Erins Idee in einem Münchner Forum gelesen hab: Ihre taiwanesische Mutter kam nämlich auf Besuch nach München, und als Hobbyköchin wollte sie deutsches Essen kennenlernen - und im Austausch dafür was Taiwanesisches kochen. Perfekt für Rosa, oder was? Chinesisches Essen liebe ich und kenne ich ein wenig durch Chinaaufenthalt und chinesische Freunde - und Taiwanesische Küche soll eine Mischung aus Südchinesisch und Japanisch sein. Damit kann man ja nichts falsch machen!


Erin und Mutter beim Schmoren

So haben wir uns neulich also getroffen, um zusammen zu kochen. Vorher wurden per Mail die Gerichte ausgemacht - Erins Mutter wollte Sauerkraut, Kartoffelknödel und Baumkuchen gekocht bekommen. Ich durfte beim 3-Tassen-Huhn und beim Schmortofu (den blogge ich morgen) assistieren: Es war beides köstlich, und der Kochtreff hat sehr viel Spaß gemacht! Beide Rezepte kommen mit recht simplen Zutaten aus, die leicht erhältlich sind.

Hier kommt also das Erste.
Fürs 3-Tassen-Huhn (三 杯 鸡, sān bēi jī, 3-cup chicken) braucht man:

je 1 "Tasse" (ca. 100 ml):
- dunkles Sesamöl
- Sojasauce (nach Salzigkeit, erstmal vielleicht etwas weniger nehmen)
- Reiswein.
Hühnerteile (am besten ein halbes Huhn - auf jeden Fall mit Haut und Knochen - in 7-10 Stücke zerteilt)
15 Knoblauchzehen, mit dem Messerrücken zerdrückt
1-2 Chilischoten, grob gehackt
ca. 35 g Ingwer in Scheiben (nicht schälen sei gesund, meint Erins Mutter: Besonders für Frauen.)
1-2 Frühlingszwiebeln in ca. 2 cm langen Stücken
1 Bund Thaibasilikum, gibts in fast allen Asienläden



Pfanne sehr gut erhitzen. Sesamöl hineingeben und alle Gewürze (außer Thaibasilikum) sowie die Frühlingszwiebeln dazu. Unter ständigem Rühren anbraten. Bevor irgendwas anfängt, braun zu werden, die Hühnerteile hinzugeben.




Weiterrühren, bis das Huhn von allen Seiten gut angebraten ist. Bei Bedarf noch mehr Öl hinzugeben. Dann die Sojasauce und den Reiswein angießen. Hitze runterschalten, und schmoren lassen, bis das Huhn gar ist. Falls die Flüssigkeit kurz vorm Verdampfen steht, kann man etwas Wasser angießen, oder für ein paar Minuten einen Deckel auf die Pfanne tun. Am Schluss die Thaibasilikumblätter hinzugeben und unterrühren - sie sind nicht so empfindlich wie "italienischer" Basilikum und können gerne noch ein paar Minuten mitschmoren.




Das war das erste Mal, dass ich ein Gericht mit Thaibasilikum gegessen habe - er schmeckt fast scharf und viel intensiver als die hierzulande sonst übliche Variante.
Dank der kompletten Hühnerteile (Haut und Knochen geben eine Menge Geschmack her), den Saucenkomponenten (15 Knoblauchzehen! Mit Chili! Und Ingwer!) und dem Basilikum schmeckt das Gericht ganz herrlich aromatisch und sehr intensiv - als Beilage kann also gerne viel Reis gekocht werden - nur einen Löffel der Sauce zu verschwenden werdet ihr nicht wollen, sobald ihr einmal probiert habt. Und so sah unsere Abendbrottafel aus (der Baumkuchen stand am Fenster zum Abkühlen, der Reis wurde noch vom Reiskocher warmgehalten):


Kartoffelklöße mit 3-Tassen-Huhn schmecken aber auch nicht schlecht!

Unten mittig das fertige 3-Tassen-Huhn. Und das Rezept zum Schmortofu ganz rechts gibts morgen. Stay tuned!

Vielen Dank nochmal an Erin fürs Organisieren, und ihre Mutter für die kulinarische Horizonterweiterung!

Nachgekocht: Penne rot-grün

Von: rosa

Neulich mal wieder ziellos in Foodblogs rumgesurft, und bei Not Eating Out in New York ein sehr nettes Rezept entdeckt, für das ich zufälligerweise alles im Haus hatte: Nudeln mit einer Sauce aus Sahne, Erbsen und getrockneten Tomaten! Lecker, Erbsen! Mhmmm, getrocknete Tomaten! Eine sahnige Nudelsauce ist auch nie falsch! Also hab ichs nachgekocht:


Iih, Vollkornnudeln!

Ein tolles, simples Rezept: Die süßlichen Erbsen (gleichzeitig die gesunde gemüsebeilagige Komponente des Gerichtes) passen sehr gut zu den würzigen Tomaten. Meine Tomaten waren nicht eingelegt, sondern nur getrocknet, und haben sehr intensiv geschmeckt - nächstes Mal schneide ich sie in kleinere Stücke. Und Vollkornnudeln werde ich auch nicht mehr nehmen. Sobald diese verdammte Pennepackung endlich leergegessen ist.

Fertige Kuchendekoration

Von: rosa

So (für alle Neuen: Hierum gehts). Erst hab ich ja, wie von Katrin angeregt, versucht, Schokoladenornamente auf Backpapier zu malen. Meine ersten Schokoornamente! Und das hat man leider auch gesehen. Erst hab ichs mit einer Spritztülle versucht, dazu war die Schokolade aber viel zu flüssig, und ich habe schließlich einfach zu einem Löffel gegriffen, und einen Kreis mit Linien drin, und einen "Stern" gemalt. Beide Ornamente ließen sich nach längerer Trockenzeit auch astrein vom Backpapier ablösen, allerdings, hm:



Das Ornament war schon ganz "schick" (an den Seiten etwas uneben, weil ich Schokostrahlen abschneiden musste - hätte man aber noch mit einem warmen Messer glätten können), aber irgendwie zu klein für den Kuchen. Oder zu rund: Das mit dem Kreis außenrum war irgendwie keine so tolle Idee. Irgendwie hats mich nicht überzeugt. Der alternative Schokoornamentstern war noch kleiner, ist mir aber sowieso zerbrochen.
Also Kommando zurück: Weil der über Nacht gut durchgekühlte Kuchen gegenüber Kuvertüre nicht mehr empfindlich zu sein schien, hab ich die Schokoladenornamente kurzerhand schnell nochmal eingeschmolzen und über den Kuchen dünne Schokofäden laufen lassen:



Ich finds sehr schick! Die Kuvertüre ist innerhalb von ein paar Minuten fest geworden. Bis auf ein paar größere Schokokleckse (ganz vorne im Bild zum Beispiel, hust), ein hübscher Kuchen. Und köstlich war er auch wieder.

Gesucht: Hilfe beim Kuchendekorieren!

Von: rosa

Liebe Foodbloggerinnen und Foodblogger,

ich bin sicher, dass mir jemand von euch helfen kann: Ich möchte demnächst mal wieder diese Schokoladen-Zitronen-Tarte machen. Die schmeckt ganz herrlich, die Oberfläche sieht aber nicht gerade hübsch aus. Ich würde sie also gerne dekorieren, entweder was braun-schokoladiges, kann aber auch was weiß-gelb-zitroniges sein. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Dekorationen, die mir so eingefallen sind, was taugen: Man würde sie ja auf die gebackene Eier-Sahne-Masse tun, die immer noch ein wenig feucht und saftig ist. Deshalb denke ich schonmal, dass Puderzucker oder Kakaopulver wegfällt, das würde ja durchweichen. Ebenso wie eine Puderzuckerglasur. Oder?
Aus demselben Grund bin ich skeptisch gegenüber einer Kuvertüre- oder Ganachedecke.

Was denkt ihr? Die Dekoration sollte mindestens einen halben Tag lang durchhalten.

DFssgF 3 - die Zusammenfassung

Von: rosa

Und das erste Päckchen ist eingetrudelt! die Post scheint sich diesmal ja etwas mehr Zeit zu lassen, oder habt ihr alle Eure Fresspakete noch nicht abgeschickt? Hier werde ich also nach und nach die gebloggten Pakete verlinken:


Ostwestwind bekommt ein Carepaket mit norditalienischen, bayerischen und selbstgemachten Goodies direkt auf ihre Kellertreppe geliefert.



Kulinaria Katastrophalias Fresspaket ist sehr professionell verpackt - so professionell, dass sie sich schon Sorgen um ihr eigenes Päckchen machen. Der Päckcheninhalt kann sich ebenfalls sehen lassen - auch ohne dekoratives Katzenbeiwerk.



Auch Petra - die von Chili und Ciabatta - hat ihr Päckchen bereits bekommen. Und das ist komplett mit holländischen Goodies gefüllt.



Gabi vom Crockyblog hat es inzwischen geschafft, die meisten der sehr exotischen Spezialitäten aus ihrem Päckchen zu identifizieren - rätselt allerdings noch über Verwendungsmöglichkeiten von "Rigani" nach.



Nach ein paar päckchenlosen Tagen ist Jiminiy Crickets Päckchen doch noch heil angekommen. Weise vorausschauend wurde ein Adventskalender mit eingepackt, und andere Goodies, mit denen man sich schon mal prima auf die Adventszeit einstimmen kann.



Dazu gesellt sich ein weiteres Päckchen, das auf dem Weg zum Empfänger mit kleinen Pannen zu kämpfen hatte: Balus Fresspaket wurde aber dank Ostwestwinds Einsatz von der Versandfirma trotz Flaschenbruch neu zusammengepackt und weitergeleitet. Der Rest des norddeutschen Inhalts ist - bis auf ein leichtes Bieraroma - glücklicherweise unbeschädigt.



Bei Petra ist ein Rheinland-Paket angekommen. Und neben dem köstlichen Inhalt erfreut sie auch das bislang unbekannte Foodblog des Absenders.



Mein Potsdamer Päckchen ist gestern angekommen - und beeindruckt mit einem Inhalt größtenteils aus Eigenanbau.



Bitchwitch freut sich über ihren neuen Kühlschrank, und ein glücklicherweise marmeladenfreies Päckchen aus dem Münsterland.



Der Rezepteblogger Don Papp wurde mit einem original Ostberliner Sushi-Kit bedacht.



Rike erfreut sich an einem Pottpäckchen mit ausführlichen beiliegenden Produkterklärungen.



Die Chaosküchenherrin freut sich auf Küchenexperimente mit den interessanten Dingen aus ihrem Fresspaket.



Prometoys leckeres Päckchen ist beim Transport wohl ebenfalls lädiert und umgepackt worden - glücklicherweise ist aber nichts kaputtgegangen.



Hurra: Das letzte Päckchen ist (genaugenommen seit ein paar Tagen schon) gebloggt! Arosan hat ebenfalls Bier bekommen, und viele andere mittelfränkische Spezialitäten.


Das war der dritte Päckchentausch! Ich fands toll, ich hoffe, ihr ebenfalls.

Sonntagnachmittagessen

Von: rosa

Ach, köstlich.



Erst eine große Schale mit dampfender Suppe, ganz simpel: Selbstgemachter Fond von gestern (mein erster Fond!) aus Suppengrün und Speck, darin schnell ein paar Karottenstreifen, Tiefkühlerbschen und Nudeln garköcheln lassen.

Währenddessen schonmal den Nachtisch in den Ofen schieben:



Boskoop-Bratapfel, in gebutterter Form und mit einer freihändig improvisierten Füllung aus Butter, Rum, Honig, gemahlenen Mandeln, gehackten Datteln und Zimt.

Zu den Äpfeln hab ich noch Sahne geschlagen, und glücklicherweise ist mir rechtzeitig eingefallen, dass ich ja noch Tonkabohnen habe, die Véronique mir netterweise mal geschickt hat. Und: Das könnte doch passen, dachte ich mir! Also 100 ml Sahne steifgeschlagen, und mit einem Löffel Zucker und dem Abrieb einer Drittelbohne aromatisiert. Und: Bingo! Die Bratapfelfüllung war zwar vollkommen entbehrlich (beim nächsten Bratapfelversuch lass ich sie, glaube ich, einfach weg!), aber der säuerlich-warme, zerfallene Apfel mit der kühl-cremigen Tonkasahne, die bittermandel-vanilleartig schmeckt... ein Volltreffer. Das wird es diesen Winter bestimmt noch öfter geben.