Archive for March 2008

Krams 11

Von: rosa

* Dass hier nicht so viel los ist zur Zeit, hat Gründe, unter anderem mein neues Lieblingshobby: Wohnungssuche in München! Dabei habe ich schon viel gelernt, zum Beispiel diese merkwürdige Fremdsprache, die Maklerinnen so sprechen:

"gute Verkehrsanbindung" = Aussicht auf den mittleren Ring
"kuschelig" = winzige Räume, schlecht aufgeteilt
"chic" oder "exclusiv" (Maklerinnen ersetzen gerne "k" durch "c" - eine angeborene Rechtschreibschwäche?) = braune Waschbecken mit Goldarmaturen
"hochwertig möbliert" = schwarz glänzend, Textilien mit lila-türkisem Muster, braune Küchenzeile, "chices" Bad

Interessant beispielsweise auch, dass, während in Berlin Wohnungen mit archaischer Ofenheizung höchstens für 70% des normalen Preises vermietet werden, diese in München, vor allem in zentraler Lage, sogar mehr (!) als das Äquivalent mit Zentralheizung kosten. Laut Maklerin fänden Leute das so nostalgisch, die würden dafür gerne draufzahlen.
Jedoch: Ein Ende zeichnet sich ab! Natürlich voller Kompromisse (kann ich einen hässlichen blau-grauen Teppichboden tolerieren, wenn der Rest der Wohnung passt?), aber es sieht gut aus. Drückt mir die Daumen!

* Ostern: Eines meiner Lieblingsfeste! Ich bin zwar nicht christlich, mag aber Hasen, Nester und Eier. Also wünsche ich nachträglich frohe Ostern! Dieses Jahr gabs wieder diesen köstlichen Hefezopf, diesmal habe ich etwas Teig für zwei kleine, niedliche Hefehasis abgezweigt. Wie immer hat mich die Zopfgröße überwältigt: Ein Pfund Mehl ergibt doch nur einen wiiinzigen Teigklumpen! Der fertige und mächtig aufgegangene Zopf reicht dann aber - selbst mit abgezweigten Hefehasis - locker für eine Großfamilie:


* Anscheinend ist ja London gerade ein angesagte Reiseziel (1, 2) - und ich muss da wirklich auch mal wieder hinfahren, allein, um L endlich einen Besuch abzustatten. In den Kommentaren bei Fool For Food habe ich schon vom englischen Käse - und besonders meinem Liebling Red Leicester (sprich "Läster") geschwärmt. Den hat seit ein paar Monaten wunderbarerweise mein Bioladen im Sortiment. Neulich hatte ich dann ein bisschen Kartoffelpürree, und ein Stückchen des tieforangenen Käses übrig. Ich habe den Käse in zwei Lagen Pürree gebettet und das Ganze angebraten. Mit ein paar Tiefkühlerbsen ein farbenfrohes, leckeres, schnelles Resteessen:

Krams 9

Von: rosa

* OMG! Heute also die bayerischen Kommunalwahlen. Also, Usability ist was anderes: Der legendäre, rosafarbene Stadtratswahlstimmzettel war ca. 3 Mal so groß wie die Fläche des als Unterlage bereitsstehenden Tisches, und man durfte allen Ernstes sagenhafte 80 Stimmen kumulieren und panaschieren (jedenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt: Man hat so viele Stimmen, wie es Sitze im lokalen Stadtrat gibt). Glücklicherweise gab es die Option, mit einem einzigen Listenkreuz das komplizierte Häufeln abzukürzen, und so auszuschließen, dass man versehentlich 81 Stimmen vergibt und damit einen ungültigen Stimmzettel erzeugt. Man konnte unter anderem für komplette Listen kreuzen, Zahlen neben Kandidatinnen schreiben, Kreuze neben Kandidatinnen machen, und Kandidatinnen durchstreichen. Kombiniert man diese Möglichkeiten allerdings auf unzulässige Art und Weise, ist wiederum der Stimmzettel ungültig - detaillierte Anweisungen waren zwar vorm Wahlraum, aber weder auf dem Stimmzettel noch in der Wahlkabine verfügbar. Ich fühle mich in einem typischen Dilemma gefangen - detaillierte Mitbestimmungsmöglichkeiten sind natürlich immer eine tolle Sache - aber könnte man das nicht ein bisschen, also ein wenig nur, vereinfachen? Selbst für mein algorithmisch geschultes Hirn waren die Möglichkeiten kaum zu durchschauen - geschweige denn zu merken.
Ich werd dann bei der nächsten Kommunalwahl (sollte ich noch in Bayern wohnen) vermutlich Briefwahl beantragen.

* Ich glaube, ich sollte keine wissenschaftliche Karriere einschlagen. Mehr als die meisten anderen marktüblichen Argumente motivieren mich nämlich derzeit zum einen die Möglichkeit, Bilder von Hasen mit Pfannkuchen in eine potentielle wissenschaftliche Arbeit einzubauen, sowie der "Dance Your PhD"-Wettbewerb, bei dem man seine - ruhig beliebig abstrakte - wissenschaftliche Arbeit tänzerisch darstellt. Die hervorragenden Beiträge vom diesjährigen Wettbewerb gibt es hier (unbedingt alle angucken , mein Liebling ist "Transcription Factors Involved in Development and Growth Control: Regulation of Human g-globin and Fos Gene Expression", und das, wo ich Chemie und Bio sonst wirklich uninteressant finde!). Falls da jemand mittanzen möchte, und noch Mitglieder fürs Corps de ballet sucht: Ich wär sofort dabei! Vielen Dank an Something from Anything für den Tipp.

* Und was zu Essen gabs auch mal wieder was (ansonsten war aber vorgestern mit Tiefkühlpizza mit Ketchup ein vorläufiger kulinarischer Tiefpunkt meines Daseins erreicht):

Karotten-Koriander-Suppe! Ein typischer "food fad" im vereinigten Königreich - aber wirklich lecker. Eine schlichte Möhrensuppe mit Koriandersamen und frischen Korianderblättern: In ordentlich Butter eine gute Prise gemahlenen Koriander kurz anrösten. Geschälte Möhrenstücke hinzugeben - pro Teller ungefähr 3 mittelgroße Möhren. Kurz anschwitzen, mit Brühe aufgießen, dass die Möhren gerade eben bedeckt sind - und 20 Minuten lang weichköcheln. Einmal den Pürierstab durchziehen, nach Geschmack noch mit ein wenig Stärke oder Mehl andicken, mit Salz, etwas Zucker und einer Prise Chili würzen, und im Teller mit Korianderblättern dekorieren. Wunderhübsche, kräftige Farben, und wirklich köstlich - mit etwas Brot zusammen ein leichtes, nahrhaftes Abendessen.