Archive for August 2008

Pflaumenmixen

Von: rosa


Kriecherl rot, Kriecherl gelb, Zwetschgen

Letzten Samstag wieder auf diesem entzückenden Markt gewesen, und mich saisonbedingt vor allem mit Pflaumen eingedeckt. Diesmal dabei: Eine mysteriöse Pflaumensorte in rot und gelb, die gabs für nur 2 Euro pro Kilo (so teuer ist München garnicht, zumindest nicht immer), "Kriacharl san des!" brummte missmutig der Standbesitzer. Also hab ich mal ein Kilo mitgenommen, und Zwetschgen auch noch, und aus dem ganzen Pflaumenmix eine herrlich aromatische Marmelade gekocht. Und zuhause nachgeschlagen: Kriecherl sind "prunus insititia", Mirabellen! Meine aber kleiner als die üblicherweise verkauften, und sehr aromatisch - roh essen mag ich von denen höchstens ein paar, mir ist die Schale ein bisschen zu sauer. Aber zum Verkochen: Wunderbar.

Käsekuchen mit Aprikosen

Von: rosa

Neulich aus Versehen viel zu viele dieser leckeren, kleinen Aprikosen eingekauft. Schon nach einem Tag war ich aprikosenübersättigt, also dachte ich so: Werfe ich den Rest halt schnell in einen Kuchen! In einen Käsekuchen wollte ich sie einbetten, mein Lieblingsrezept für Käsekuchen mit Streuseln ist aber schon ohne Obst drin recht feucht und brüchig und etwas krümelig - ich wollte eher einen flacheren Kuchen mit stabilerer Mürbteigbasis anpeilen.

Das Rezept für so einen hatte ich auch in meinem Rezeptbüchlein stehen. Eigentlich ist es zwar für ein tiefes Backblech ausgelegt - ich habe die Mengen halbiert, das hat perfekt für meine 28-cm-Form gepasst.

Man nehme (doppelte Teigmenge reicht - ohne Aprikosen - für ein tiefes Blech):
600 g Aprikosen
Für den Teig:
70 g Butter
70 g Zucker
1 Ei
150 g Mehl
1/2 TL Backpulver
Für die Käsefüllung:
120 g Zucker
2 Eier
1 EL Zitronensaft
350 ml Milch
500 g Magerquark
175 g Butter oder Öl
2 EL Speisestärke
1 Vanillezucker

Aprikosen entkernen und etwas kleiner schnipseln. Zutaten für Teig zusammenkneten, in ausgefettete Form geben und kaltstellen. Zutaten für die Käsefüllung glattrühren (Butter evtl. vorher schmelzen). Aprikosen auf den Teig geben und mit Füllung übergießen:



Bei circa 180 Grad circa 40 Minuten lang backen, bis der Kuchen leicht gebräunt ist (mir ist er einen Tick zu dunkel geraten). Schmeckt besonders gut auf sonnenbeschienener Dachterrasse:


Tomatensuppe mit Reis

Von: rosa


Als Kind habe ich oft bei meinen Großeltern zu Mittag gegessen. Sie hatten ein ziemlich kleines Repertoire an kindererprobten Rezepten, die es dann immer wieder gab - wenn ich mich richtig erinnere, waren Gerichte zeitweise sogar zu Wochentagen isomorph. Nur ausnahmsweise, weil es so viel Arbeit war, gab es Piroggen oder Pflaumenknödel.
Eins der Standardgerichte aber war Tomatensuppe mit Reis. Die kann man in Deutschland zwar total oft als Convenience-Produkt, getrocknet in der Tüte oder im Becher, kaufen, aber ich kenne eigentlich außer meinen Großeltern niemanden, der sie selbst kocht, und auf Speisekarten habe ich sie auch selten gesehen. Ich vermute also, dass es sich auch in Deutschland um ein angestaubtes Gericht handelt, das vielleicht vor 50-100 Jahren populär war. Aufschlussreich meine Polenurlaube (meine Großeltern kamen schließlich aus Polen): Da hat nämlich fast jede winzige Milchbar "zupa pomidorowa z ryżem" auf der Tafel stehen, also hatten sie das Rezept bestimmt schon aus Polen mitgebracht.

Meine Großeltern haben sie immer aus frischen Tomaten gekocht und mit der Kelle durch ein Sieb passiert. Die Suppe war zwar sehr lecker, aber irgendwie auch problematisch: Für so heranwachsende Grundschülerinnen ist eine Suppe als Hauptgang nämlich einfach zu wenig. Ich habe immer mindestens 3 Teller voll gegessen, dann war mir 3 Stunden lang sehr schlecht, spätestens um 4 hatte ich aber schon wieder Hunger.

Als Vorspeise, oder mit einem ordentlichen Käsebrot dazu ist es aber eine tolle Suppe, die mit wenigen Zutaten auskommt, und mit der man gut die momentane Tomatenschwemme abarbeiten kann. Das Rezept meiner Großeltern habe ich mir damals nicht notiert, meins schmeckt jedoch genau so wie bei Ihnen damals, insofern muss ichs wohl gut getroffen haben.

Man nehme für 4-5 große Suppenteller:

1 Kilo reife Tomaten
ca. 150 ml Langkornreis (kleine Kaffeetasse voll)
2 x 300 ml Wasser
Brühwürfel für 1 Liter Flüssigkeit (alternativ das Wasser durch Fond ersetzen und nachsalzen)
150 g Creme Fraiche
Salz, Pfeffer, 1 TL Zucker

Tomaten waschen, in Stücke schneiden und mit ca. 300 ml Wasser aufsetzen. Ca. 20-30 Minuten lang weichkochen. Inzwischen den Reis mit 300 ml Wasser aufsetzen. Sobald er 5 Minuten sprudelnd gekocht hat, Platte ausstellen und Reis auf der heißen Platte ausquellen lassen.

Weiche Tomaten passieren:


Flotte Lotte wird ihrem Namen voll gerecht und passiert Kilo Tomaten in ca. 30 Sekunden!


Bleibt von einem Kilo Tomaten übrig: Fast nix!

Passierte Tomaten mit Brühe, Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Nochmal sanft aufkochen, dann von der Flamme nehmen und mit einem Schneebesen die Creme Fraiche unterrühren. Reis auf Suppenteller verteilen und mit Tomatensuppe begießen. Die sehr aromatische Suppe muss nicht brennheis serviert werden, sie schmeckt lauwarm ebenso gut, ist also auch für heiße Sommertage zu empfehlen.


Krams 15

Von: rosa


* Hatte ich schon erwähnt, wie toll meine neue Wohnung ist? Dank Terrasse kann ich jetzt mein Abendessen:


Gestern Abendessen mal nicht selbstgekocht: Tofu mit Erdnuss(3 s, oder?)sauce vom erstaunlich okayen China-Imbiss um die Ecke

bei so einer Aussicht genießen:


Hach! Vorne recht Blümchen, vorne links windgebeutelte Minze, hinten Bäume, noch weiter hinten schlimmes Unwetter

Und jetzt, passend zum Wochenende mit wankelmütigem Wetter, ein paar Videoempfehlungen:
* Kennt eigentlich irgendjemand Kloß und Spinne noch nicht? Eine Folge, die irgendwie auch mit Essen zu tun hat, gibt es hier: Gehacktes. "Norbert, machste mir mal ne Brause?"
* Eine Reihe lustiger und weniger lustiger, aber allesamt reichlich sexistischer Werbespot aus den letzten Jahrzehnten sind hier zu finden (gefunden beim Mädchenblog).
* Falls die Werbespots zu anstrengend oder zu deprimierend sind, kann man immer noch einen petersilienfressenden Hasen angucken. Süüüß! Mümmel, mümmel.
* Schließlich, ganz ohne Essensbezug, aber furchtbar großartig: Das Fernseh-Popquiz "Never Mind the Buzzcocks" des englischen BBC2! Viele alte Folgen gibt es bei Youtube, als Einstieg empfehle ich die Sendung mit dem verkaterten Sänger Ryan Jarman, Goth und Komiker Noel Fielding und einem sehr ernsthaft-salbungsvollen Jermaine Jackson. Den ersten Teil der Folge gibt es hier. Falls man die letzten 10 Jahre nicht in den UK gewohnt hat, versteht man viele Witze natürlich nicht, das ist ganz normal - vor allem wegen des unfassbaren Moderators Simon Amstell macht die Sendung jedoch einen Riesenspaß.

Dekonstruiertes Labskaus orientalisch

Von: rosa


Normalerweise überlasse ich die spontane Experimentalküche ja lieber Sammelhamstern oder den Katastrophalen. Spontan und rezeptlos koche ich zwar auch meist, dafür wage ich mich aber selten an wirklich gewagte und ausgefallene Sachen.

Heute war ich dann aber vom gestrigen Grillabend leicht angekatert und hatte eine Telefonierverabredung um 11 glatt verschlafen - nach Schwarztee und einem Marmeladentoast musste also dringend nahrhaftes Essen her, mit dem ich möglichst viele ältliche Sachen aufbrauchen konnte. Als da waren: Eine große Süßkartoffel, 2 rote Rüben (noch von neulich), und 2 Wochen alte Eier hatte ich auch noch im Kühlschrank. Und das hab ich draus gemacht:

Butterigen Süßkartoffelstampf mit rohem rote-Rüben-Walnuss-Salat und Spiegeleiern:



Die Süßkartoffel in Stückchen geschnitten und mit einer normalen Kartoffel und etwas Wasser weichgekocht. Dann guten Schlach Creme Fraiche (oder Sahne, was gerade da ist), ordentlichen Esslöffel Butter und einen Schuss Milch oder Wasser rein und mit der Gabel zu grobem Stampf zerstampft. Weil Süßkartoffeln gut mit Schärfe harmonieren, mit Salz, ordentlich Chilipulver, und etwas Ingwer abschmecken.
Nachdem der Amateur Gourmet neulich so von rohen roten Rüben geschwärmt hat, wollte ich das auch mal ausprobieren. Ich habe sie geraspelt, mit Olivenöl-Senf-Dressing übergossen (ruhig viel Essig nehmen!) und für den Crunch noch Walnüsse hinzugefügt. Der Salat schmeckt sehr gut so, die rohen Rüben haben etwas weniger schwere Süße, die mir ja, wenn sie gekocht sind, oft zu viel ist. Statt der etwas zu sanften Walnüsse probiere ich nächstes mal aber lieber geröstete Sonnenblumenkerne aus.
Zwei Spiegeleier dazu, kurz vorm Servieren leicht gesalzen und einmal umgedreht, um den letzten Eiweissglibber erstarren zu lassen.

Gesamturteil: Sehr lecker! Für Experimentalküche erstaunlich gut. Und für morgen ist auch noch was übriggeblieben!

Rosas Eisrangliste

Von: rosa

Also.

Weil praktischerweise direkt bei mir um die Ecke ein Komplettsortiment dieser leckeren Ben & Jerry's - Eiscreme erhältlich ist, bin ich gerade dabei, mich akribisch durch die Sorten zu probieren. Hier als Gedächtnisstütze meine noch zu erweiternde Rangliste:

1. Half Baked
2. Peace of Cake (Note to self: Dringend nochmal Blindtest mit dem "Strawberry Cheesecake"-Eis der anderen bekannten amerikanischen Eismarke durchführen!)
3. [Update, 11.08.08] Chunky Monkey - ein leckeres Bananeneis, enthält Walnüsstücke und neckische Schokobananen, allerdings finde ich auch hier die Schokoladenstücke etwas zu groß, die chunks und das Eis schmecken einzeln zwar gut, harmonieren aber irgendwie nicht so recht.
4. New York Super Fudge Chunk - hm, die Schokostückchen sind einfach zu groß und chunky, und gefroren kommt das irgendwie nicht so gut.