Archive for February 2009

Heimarbeit und mehr

Von: rosa

Gestern war ja Chaos hier in München: Die MVG hat gestreikt, 24 Stunden lang kein öffentlicher Nahverkehr! Ich habe kein Auto, war also ziemlich aufgeschmissen, konnte aber von zuhause aus arbeiten. Sehr praktisch, und außerdem ist das Mittagessen besser:


Bio-Pell-Linda mit Butter und Meersalz, dazu Hüttenkäse: Köstlich! Und ein Gürklein für die Vitamine.

Und weil das ja total ungesund ist, den ganzen Tag vor dem Bildschirm zu sitzen, habe ich noch einen kleinen Spaziergang zum Lieblingsbäcker gemacht. Und den Nachtisch eingekauft:


Windbeutel! Mit Sahne und Himbeermarmelade gefüllt. Ein Traum! Jetzt, wo ich weiß, wie Brandteig geht, muss ich sowas auch mal machen.

Und weil das Tolle an Pellkartoffeln mit Hüttenkäse ja nicht nur ist, dass sie so gut schmecken (Hüttenkäse finde ich übrigens viel besser als Quark dazu - try it!) und superfix zu machen sind, sondern auch, dass man ohne Mehraufwand einfach mal viel mehr kochen kann, als man essen möchte. Und mit den kalten Kartoffeln kann man an den nächsten Tagen dann prima Resteverwertung betreiben: Bratkartoffeln, Tortilla, Aufläufe, Suppen, you name it. Bei mir gibt's am häufigsten Bratkartoffeln, so auch heute:


Mhmmm! Gewürfelte Restkartoffel mit Chorizostreifen und Schalottenstücken in reichlich Olivenöl anbraten, sobald alles schön gebräunt ist, mit Salz, Pulbiber und etwas Thymian würzen. Auf einen Teller tun, mit einem Esslöffel Butter zwei Eier in die heiße Pfanne hauen, nach gusto braten, Eier auf den Bratkartoffeln servieren.

Bei L habe ich mir übrigens einen prima Trick abgeschaut: Ich liebe nämlich Spiegeleier über alles, mag sie viel lieber als Rührei oder Omelett - allerdings nur, wenn das Eigelb noch flüssig, das Eiweiß aber schon fest ist. Das ist schwierig: Man kann entweder die Eier mit Deckel garen. bis das Weiße fest ist - das dauert aber trotzdem so lange, dass das Eigelb meist schon von unten her fast durchgegart ist. Oder die Eier wenden und für ein paar Sekunden auf der anderen Seite braten. Allerdings ist mir dabei früher ungefähr jedes zweite Ei kaputtgegangen. Das passiert lange nicht so leicht, wenn: Man das gerade in die Pfanne gehauene Ei zusammenschiebt, bis es nur noch gut Handflächengröße hat. Dann wird es deutlich dicker und stabiler, und seit ich das mache, ist mir noch kein einziges Eigelb beim Wenden geplatzt. Yay for L!

Und schließlich...:

Für Foodblogveranstaltungen ist ein Banner obligatorisch - weil ich das mit Photoshop nicht so, naja, hat Nysa diesen schicken Banner hier gebastelt. Der Maibaum steht übrigens auf dem Viktualienmarkt.

Morgen um 15 Uhr treffen sich Münchner Foodblogger im Edward's in der Ysenburgstr. 13! Ich hab mal ein bisschen mehr reserviert, als es Anmeldungen gibt, auch kurzfristig Entschlossene sind also herzlich willkommen. Als Erkennungszeichen bring ich eine Möhre mit. Ich freu mich!

Schifoan

Von: rosa


Schnuppensuppe im vorbildlichen Schneepflug!

Letztes Wochenende gab es eine aufregende Premiere im Schnuppensuppenleben: Das erste Mal auf Skiern! Als gebürtige Norddeutsche mit wenig sportaffinen Eltern lernt man sowas schließlich nicht. Aber jetzt, wo ich in Bayern wohne, wollte ich das ja zumindest einmal ausprobieren. Am Wochenende also: Zwei Tage Kurs, und ein Tag freies Pistenrunterbrettern im Bayerischen Wald. Hat einen Riesenspaß gemacht, geschmälert nur ein wenig von dem Schneesturm, der an den letzten beiden Tagen tobte: Schon beim Hochfahren mit dem Lift (überhaupt: Der Lift! Öfter beim Liftfahren hingefallen als beim Runtercarven vom Steilhängen) ist die Brille vereist, oben auf der Piste dann aber sowieso kaum 20 Meter Sichtweite - ob das da hinten gleich steil oder flach wird, oder wo es überhaupt hoch-, und wo runtergeht, alles versank im Nebel. Fahren nach Gefühl also - für geübte Skifahrerinnen vielleicht lustig, mich hat das schon leicht verunsichert, zum Glück wurde talwärts Wind wie Sicht immer besser. Und immerhin hat man so, obwohl man nur auf kunstbeschneiten Zivilisationspisten unterwegs war, immerhin ein bisschen das Gefühl, der ungebändigten Natur aber hübsch widerstanden zu haben. Schließlich habe ich aber doch noch eine halbwegs wind- und schneegeschützte Zweitpiste entdeckt, die ich fast ungebremst runterbrettern konnte. Toll! Das mache ich bestimmt mal wieder.

Ach so, und gegessen haben wir natürlich auch:


So schaut ein griechischer Salatteller also im Bayerischen Wald aus: Unter ca. 5 Salatblättern, ein bisschen griechischem Salatklimbim (Schafskäse, Oliven, Paprika) und bestimmt einer halben Zwiebel (aussortiert) verbergen sich je ein Berg Kartoffelsalat und Radi. Ungewohnt, aber garnicht übel!


Zur Stärkung erschöpfter Skifahrer: Gemischtes Eis mit Sprühsahne.


Das beste Essen des Wochenendes, schön säuerlich und nach dem anstrengenden, dritten Tag kurz vor der Abfahrt genossen: Apfelstrudel!


Aussicht beim Blickerheben nach Verzehr des köstlichen Strudels: Indigene Wanddekoration.

Foodbloggertreff in München am 1. März

Von: rosa

Ahem.


Auch mässig illustrative Bilder erhöhen die Beliebtheit eines Foodblogposts um mindestens 17%!

Liebe Gemeinde,

nachdem ich vor ungefähr 3 Monaten mal mit Nysa in einer überfüllten U-Bahn zusammengestoßen bin, und wir uns im darauffolgenden, kurzen Gespräch überlegt haben, dass man wirklich mal ein Münchner Foodblogtreffen veranstalten müsste (worüber man so redet, in der Rush-Hour), haben wir uns nun nach nur 2 Monaten E-Mail-Konversation auch schon auf ein Datum einigen können.

Und wir schlagen vor: Ein nettes, informelles und unkompliziertes Münchner Foodbloggerinnentreffen (die, die nur manchmal über Essen schreiben, dürfen auch!). Am Sonntag, den 1. März um 15 Uhr im Edward's in der Ysenburgstr. 13, Ecke Frundsbergstr., nahe Rotkreuzplatz, zu erreichen mit U1 / Bus53 / Tram12. Das Cafe gehört zum "Victorian House" - das heißt, es gibt Cream Tea und andere englische Leckereien. nachdem weder Ruffini noch Puck noch Stadtcafe Reservierungen für Sonntag Nachmittag entgegennehmen, wird der Ort momentan noch neu verhandelt, aber so bald als möglich bekanntgegeben.

Es würde uns sehr freuen, euch zu treffen! Um einen Tisch reservieren zu können, gebt bitte Bescheid, wenn ihr kommen wollt: Entweder per Kommentar unter diesem Post - oder mit einer Mail an rosa bei schnuppensuppe.de . Mein Spamfilter ist heikel: Wenn ich innerhalb von 2 Tagen nicht antworte, bitte zusätzlich noch kommentieren.

Profiteroles mit Vanillecreme und Himbeersauce

Von: rosa



Ein köstlicher und variabler Nachtisch: Die Cremefüllung wie die Sauce können quasi beliebig aromatisiert werden. Das Ganze ist erstaunlich "leicht", jedenfalls was den Fettgehalt betrifft, und der Brandteig kommt ganz ohne Zucker aus.

Man nehme, für ca. 24 Profiteroles (also 6 Nachtischportionen):

Für den Brandteig:


175 ml Wasser
1 Prise Salz
75 g Butter
110 g Mehl
3 große bis 4 kleine Eier, verschlagen

Wie aufregend: Mein erster Brandteig! Wie immer, wenn ich was mit rätselhafter Küchenchemie zum ersten Mal mache (z.B. Karamell), war ich ziemlich aufgeregt. Diese Teigbatzen ohne Backtriebmittel sollen im Ofen zu fluffigen Bällchen aufgehen? Es hat funktioniert:

Butter und Wasser zusammen erhitzen, bis die Mischung kocht. Vom Herd nehmen und in einem Schwung das Mehl reinkippen, dann rühren, bis sich ein glatter, zäher Teig gebildet hat:

Mehl rein: Dann rühren!


Teig ist glatt!

Danach den Topf auf die heiße Herdplatte zurückstellen, und den Teigklumpen unter Rühren circa 30 Sekunden lang "abbrennen", also, äh, erhitzen und weiterrühren? Topf wieder von der Platte nehmen und kurz abkühlen lassen, damit sich die Eier, die gleich noch reinkommen, nicht sofort in Rühreier verwandeln. Nach und nach verschlagene Eier einrühren, bis der Teig "locker vom Löffel fällt".

Mit Teelöffeln kleine Häuflein auf ein Blech setzen (für etwas ebenmäßigere Profiteroles - ich finde die rustikalen eigentlich hübscher - kann man auch eine Spritztülle mit großer Öffnung nehmen). Bei ca. 200 Grad ca. 25-30 Minuten lang goldbraun backen.


Häuflein, ungebacken


Fertig gebacken: Fluffige Bällchen!

Die fertigen Bällchen auf ein Kuchengitter setzen. Jedes Bällchen an der Seite einschneiden, damit der Dampf entweichen kann. Abkühlen lassen.

Für die Vanillecreme (laut Originalrezept mit 500 ml Milch, das war VIEL ZU VIEL, unten also das halbierte Rezept, übriggebliebene Creme kann allerdings prima so gegessen werden, wer auf Nummer sicher gehen will, also die untigen Angaben verdoppeln):
250 ml Milch
1 kleine Vanilleschote
3 Eigelb (aus den Eiweiß Kokosmakronen machen!)
50 g Zucker
15 g Mehl (ein Esslöffel)

100 g Sahne / Creme Double

Die Milch erwärmen und die Vanilleschote darin mindestens 15 Minuten lang ziehen lassen. Ich habe die Schote dann ausgekratzt und weggeworfen.
Eigelb mit Zucker zu hellgelbem Schaum schlagen. Die warme (nicht heiße!) Milch durch ein Sieb hinzugießen, dabei ständig schlagen. Das Mehl einrühren. Die Mischung zurück in den Topf geben. Unter ständigem Rühren sanft erhitzen. Und ich meine UNTER STÄNDIGEM RÜHREN! Wer öfter Pudding kocht, kennt die Tücken der Mehlklümpchenentwicklung, hier jedoch kommt durch die Eier noch die gefürchtete Rühreibildung am Topfboden hinzu! Die, hust, bei mir, als ich gerade nur mal kurz abgelenkt war, leider eingetreten ist. Ich habe die Creme vom Rührei abgegossen - und meine Creme hat glücklicherweise geschmacklich nicht gelitten - es kann aber sein, dass die deshalb Konsistenz letztlich etwas flüssig geraten ist. Also, rührenrührenrühren, bis die Creme anfängt zu köcheln. Dann auf allerkleinste Flamme stellen und mindestens eine Minute lang (Rühren!) köcheln lassen.


Rührenrührenrühren!

Creme in eine Schüssel füllen und im Kühlschrank mindestens ein paar Stunden lang abkühlen lassen. Vor dem Servieren die Sahne / Creme Double steif schlagen und unterziehen.

Für die Himbeersauce:
250 g Himbeeren (tiefgekühlte sind OK)
1 EL Kirsch- / Himbeerwasser
Puderzucker nach Geschmack (bei mir: 1-2 Esslöffel)

Himbeeren auftauen lassen und durch ein Sieb passieren (mein Passiersieb - buuuuh! - hat leider viele der Kerne durchgelassen, was ich aber nicht so schlimm fand, nächstes Mal passiere ich dann aber gleich garnicht). Mit Kirschwasser und Puderzucker abschmecken. Kaltstellen.

Zusammensetzen:
Wenn die Creme fest genug ist, kann man sie in eine Spritztülle füllen und wunderhübsche Rosetten spritzen. Für rustikalere Profiteroles und flüssigere Creme Teelöffel nehmen.

Etwas Himbeersauce auf Teller löffeln, gefüllte Profiteroles daraufsetzen, mit Puderzucker bestäuben und mit Kuchengabeln + Löffeln: Servieren!

Ein köstlicher Nachtisch - nur immer so schnell weg:



Vier Gänge, gestern Abend

Von: rosa

Wie angekündigt, kommen hier ein paar unterbelichtete Photos (NEIN, ich blitze NIEMALS!) von gestern Abend. Erstaunlicherweise ist alles glatt gegangen, auch die zwei Gänge, die ich zum ersten mal gekocht habe, waren köstlich, nichts ist angebrannt, alles aufgegangen, meine Gäste haben immer alles aufgegessen, und wollten manchmal sogar Nachschlag!

Knabberkram, damit das erste Glas alkoholischer Getränke (hier: Prosecco der mal von einer Party übriggeblieben war + Aperol) besser bekömmlich ist:
Blätterteigteilchen und Avokadohäpplein

Fertigblätterteig (endlich habe ich im Bioladen einen mit Butter entdeckt! Der gemeine deutsche Supermarkt-Blätterteig ist voll gehärteter Fette und ähnlicher Ekeligkeiten), in Stücklein geschnitten, mit Eigelb bepinselt und Mohn, Sesam und Schwarzkümmel bestreut. Die mit Schwarzkümmel fand ich am besten!


Tolles Neulinger-Baguette mit Avocado (mit Salz, Chili und Zitronensaft abgeschmeckt) und wunderhübschen Deko-Chilifäden

Suppe:
Blumenkohl-Käse-Senf-Suppe

Die köstlichste Art, Blumenkohl zuzubereiten - seit ich das Rezept bei Véronique gefunden habe, gibt's die Suppe mehrmals im Jahr. Habe die Suppe mit Greyerzer und Cheddar gemacht, Croutons weggelassen, dafür mit Kresse garniert, und etwas mehr Senf genommen. Herrlich! Alle wollten Nachschlag und ließen sich erst durch Hinweis auf das nicht gerade kalorienarme Hauptgericht davon überzeugen, höchstens einen kleinen Klacks zu nehmen. So ist praktischerweise auch noch eine Portion für mein heutiges Mittagessen übriggeblieben. Hehe.

Hauptgericht:
Kürbisrisotto mit Gorgonzolasauce, Balsamico und Amarettini

Nicht gerade schön, aber wirklich gut: Petra hatte wirklich nicht zu viel versprochen. Die würzige Gorgonzolasauce mit den süßen Amarettini und den süß-sauren Balsamokicks.... KÖST-LICH! Anders als bei Petra war bei mir die Menge der Sahnesauce angemessen - ich habe die 400 ml aber auch erstmal kräftig auf ca. 150 ml reduziert, so dass für jeden Teller nur ein paar Esslöffel Sauce da waren. Weil Amarettini ausschließlich in Groß-Familienpackungen erhätlich waren, ich die Dinger sonst aber nicht so besonders mag, gibt es das Risotto ab jetzt mindestens einmal monatlich!

Nachtisch:
Profiteroles mit Vanillecreme und Himbeersauce (Rezept gibt's hier)

Ein Rezept aus der großen Schule des Kochens, und ich liebe Gebäck aus Brandteig wie Eclairs oder Windbeutel - habe ihn gestern aber zum ersten mal selbstgemacht. Die Anleitungen sahen immer so heikel und kompliziert aus - das Gegenteil ist der Fall! Der Teig war superschnell und einfach zu machen, und die Profiteroles sind im Backofen astrein zu kleinen Teigkugeln aufgegangen! Die Vanillecreme ist ein bisschen zu flüssig geraten, was dem Gericht aber kaum geschadet hat. Köstlich!

Das ist toll, Gäste zu bekochen! Und eine prima Gelegenheit, neue, kompliziertere Rezepte auszuprobieren, für die im Alltag dann doch der Aufwand zu groß ist. Sowas muss ich dringend öfter machen!