Archive for April 2009

Cauliflower Cheese

Von: rosa

Meine zweibliebste Blumenkohlverwertung nach Véroniques Suppe ist das beliebte, britische Gericht "Cauliflower Cheese", also Blumenkohl mit einer Käse-Bechamel überbacken, bzw. "Mac & Cheese" mit Blumenkohl statt Maccheroni. In Großbritannien ist es eins der vegetarischen Standard-Hauptgerichte - und wird zum Sunday Roast auch gerne mal als Beilage gereicht. Als eine Beilage nebst Kartoffel, Fleisch und Sauce finde ich es aber viel zu fettig und sättigend. So, entweder einfach mit Brot, oder (wie bei mir diesmal) noch mit ein paar Kartoffeln drin und gerne etwas Salat dazu ist es aber ein tolles, vegetarisches Hauptgericht.



Und so geht's:
Für zwei große oder 4-6 kleine Portionen einen mittelgroßen Blumenkohl in Röschen teilen und kurz, etwas 5-7 Minuten lang kochen. Das Kochwasser auffangen, und mit dem Kochwasser und Milch bzw. Sahne und Wasser (wie bei mir: Ich hab nie Milch im Haus) etwa 500 ml Bechamelsauce kochen. 150-200 g geriebenen, würzigen Käse einrühren. Mit einem TL Senf, Pfeffer, Salz, Muskat abschmecken. Blumenkohl in einer gefetteten Auflaufform verteilen und Sauce drüber. Dann bei ca. 180 Grad für ca. 30 Minuten in den Backofen, bis die Sauce leicht gebräunt ist. Köstlich!

Cantuccini mit Mandeln und Kastanienmehl

Von: rosa



So, Backen mit Kastanienmehl. Ich hatte im Hinterkopf ein Cantuccini-Rezept von Chocolate & Zucchini abgespeichert, das sich dann aber als wenig praktikal erwies: 30 Gramm Mandelpaste? 30 Gramm Pralinenpaste? Ja, sicher. Weil die meisten anderen Rezepte, die ich gefunden habe, darin einig schienen, dass das Verhältnis Kastanienmehl : Weizenmehl ungefähr 1:2 sein sollte, habe ich einfach auf ein Standardrezept von Chili & Ciabatta zurückgegriffen, das ich für meine Zwecke angepasst habe. Das Kastanienmehl kann man leicht, aber für meinen Geschmack zu wenig herausschmecken: Wenn man möchte, dass der mürbe Kastaniengeschmack stärker durchkommt, würde ich die Mehlsorten im Verhältnis 1:1 mischen, und den Mandelextrakt weglassen.
Mich als Sprach-Nerd haben natürlich erstmal die unterschiedlichen Worte verwirrt: Die meisten Deutschen scheinen die Dinger als "Biscotti" zu kennen, was natürlich einfach "zweimal gekocht/-backen" bedeutet, "Zwieback" also sozusagen. Laut der italienischen Wikipedia (wusste ich's doch, dass das Jahr Italienischkurs mal für was gut sein würde!) stammen diese Kekse aus der Stadt Prato, und werden demzufolge komplett eben "Biscotti di Prato", außerdem aber "Cantucci" oder "Cantuccini" (Verkleinerungsform) genannt. Außerdem steht da noch drin, dass sie eigentlich ohne zusätzliche Fette oder Backtriebmittel hergestellt werden. Das untige Rezept enthält beides.
Das war mein erster Cantuccini-Versuch, hiermit empfehle ich es wärmstens zum Nachbacken: Superschnell und -einfach, und die Dinger sind köstlich!

Man nehme:
250 g Weizenmehl
150 g Kastanienmehl (oder nur Weizenmehl nehmen)
2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
150 g brauner Zucker
3 große Eier
2 EL neutrales Öl
300 g Mandeln
1 EL Rum
ein paar Tropfen Mandelextrakt

Und so geht's:
Flüssige Zutaten miteinander verschlagen. Feste Zutaten mischen. Eier-Öl-Mischung unter die Mehlmischung geben und glattrühren. Die Mandeln unterheben.
Aus der Masse drei lange "Laibe" formen und auf's mit Backpapier ausgelegte Blech bugsieren. Bei ungeführ 180 Grad ungefähr 20 Minuten lang backen, bis sie gleichmäßig gebräunt sind.

Laibe aus dem Ofen nehmen und für etwa 10 Minuten auskühlen lassen - sie sollten noch warm, aber nicht mehr allzu heiß sein, damit schon eine gewissen Stabilität haben aber noch nicht hart sind. Mit einem großen Küchenmesser schräg in ca. 1-cm-dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben auf's Blech stellen und bei 160 Grad weitere 15 Minuten backen.


Auskühlen lassen, fertig: Cantuccini, die süchtig machen.

Frankreichmitbringsel

Von: rosa

Es war wie immer: Kein Urlaub ohne kulinarische Shoppingtouren!

In Paris war ich, wie angekündigt, bei G. Detou, E. Dehillerin, und Mora (Véronique, vielen Dank für den Tipp!), die ohnehin alle nur ein paar Meter voneinander entfernt sind. Beim Hin- und Herspazieren zwischen den Dreien sind mir noch viele Küchenläden mehr aufgefallen - das berühmte Küchengeschäfteviertel? G. Detou ist winzig und voll mit Leuten und kompliziert: Man sucht sich die Waren zusammen, Angestellter 1 schreibt dann eine Rechnung, die man bei Angestellten 2 im Glaskästchen bezahlt, und mit der Rechnung kann man sich dann die (inzwischen in Tüten verpackten) Einkäufe abholen. Dehillerin ist eine Augenweide voll bizarrer Kupfertöpfe, Pralinenförmchen, und, ach, die Messertische! Mora hat ein ähnliches Sortiment wie Dehillerin, ich fand es aber kundenfreundlicher: Dehillerin zeichnet nämlich Preise nicht aus, Mora schon (allerdings ohne Mehrwertsteuer).
Außerdem kamen bei Dehillerin auf einen Einheimischen bestimmt 5 Touristen. Bei Mora schätze ich immerhin so 50:50.

Aus Frankreich kam also mit:

Oben: Lutscher aus gesalzenem Butterkaramell. Sehr lecker, bei G.Detou gefunden.
Rechts: Canelé-Form, yay, von E. Dehillerin
Links: Kastanienmehl aus Marseiller Bioladen - ist sogar schon teilweise verbacken, Rezept kommt demnächst.



Links oben: Äh, Crumpets, die seltsamerweise der Pariser Supermarkt im Angebot hatte. Ich liebe Crumpets!
Rechts: Marseiller Pinienkerne und Pistazien
Unten: Piment d'Espelette (nachdem Bolli immer damit würzt, muss ich das auch mal ausprobieren, bisherige Versuche, es in Deutschland aufzutreiben, waren allesamt gescheitert) und Chilipaste, beides von Marseiller Märkten



Marseiller Seife! Kann man zwar nicht essen, aber trotzdem toll. Immerhin eine kulinarisch inspirierte Duftnote: Pastis!

Und schließlich war ich auch noch bei...


Zweimal Schokolade, Rose, Salzbutterkaramell, Olivenöl-Vanille, Zimt mit Pistaziencreme

Pierre Hermé! Dem berühmtesten Macaronsbäcker von allen (1, 2, 3).
Macarons: Zart schmelzende, weiche Mandelmakronen, die einen hochkomplexen Herstellungsprozess erfordern (Dr. O. ist gerade dran, das zu perfektionieren und hat nur für die Macarons digitale Küchenwaage wie Backofenthermometer angeschafft), mit köstlichen Cremes gefüllt.
Erstaunt haben mich die halbwegs zivilen Preise: Die Macarons werden nach Gewicht verkauft, die obigen haben ungefähr 1,50 pro Stück gekostet. Und genau so viel zahlt man eigentlich in jeder mittelprächtigen französischen Konditorei. Außer Macarons gab es noch großartig aussehende, kunstvolle Törtchen für 4-6 Euro - aber so viel Süßes auf einmal schafft man ja leider nicht. Seufz.

Sie waren phantastisch, allenfalls vielleicht fast zu intensiv im Geschmack. Besonders das Rosen- und das Olivenöl-Vanille-Macaron konnte man höchstens in kleinen Stückchen genießen.

Am hübschesten fand ich das Zimt-Pistazien-Macarons, ich meine, ist das nicht eine Augenweide, mit diesen dunkelroten Glittersprenkeln auf der Oberseite (hach!):




Macarons, angeschnitten. Schokoladenmacarons ist besonders großzügig gefüllt!

Toll, köstlich! Bleibt, bis Dr. O. das mit den Macarons endlich hinkriegt, nur die Frage: Kriegt man sowas eigentlich auch irgendwo in München?

Frankreich

Von: rosa


Traumhaft: Ein Calanques-Fjord.

So, seit ein paar Tagen bin ich wieder zurück in München, und es war toll in Südfrankreich, wo ich in Marseille alte Freunde besucht und mir die Stadt und die spektakulär-wunderschönen Calanques angeschaut habe. Auf der Rückfahrt konnte dann noch ein kleiner Zwischenstopp in Paris eingelegt werden, wie immer habe ich viele, lustige Dinge mitgebracht, und gegessen habe ich natürlich auch:


Erster Abend in Marseille: Erstmal Macarons besorgt! Die blauen waren mit Pastis-Geschmack: Ein Geschmacks-Knaller!

Marseille ist eine Immigrantenstadt, und das merkt man sofort: Französische Restaurants sind in der Innenstadt (die zu ca. einem Drittel wahnsinnig "schick" saniert - und ansonsten ziemlich abgerissen-bunt-chaotisch ausschaut) kaum zu finden. Jüdische, afrikanische, arabische hingegen an jeder Ecke. Konsequenterweise war ich auch nie klassisch-französisch essen:


Couscous! Die Sauce löffelt man drüber, sie wird vom Couscous komplett aufgesaugt, außerdem noch etwas Harissa für die Schärfe... mhmmm! Immer ein Segen in französischen Restaurants: Das Leitungswasser, das standardmäßig und ungefragt immer zum Essen aufgetischt wird.


"Bouranie" aus einer afghanischen Kantine: Sieht eher unspektakulär aus, war aber köstlich, das beste Essen der Reise: Auberginen und Kartoffeln in einer Joghurt-Minz-Sauce, einmal mit und einmal ohne Fleischbällchen, dazu rote Currysauce, und ein frische, ganz flaches Fladenbrot gab es auch noch. Herr-lich!

Selbst aufgetischt wurde auch:


Ein französischer Frühstückstisch mit Kaffeeschalen, aber ohne - und das war mir neu - Teller! Diese südeuropäischen Barbaren essen ihr Brot / ihre Croissants einfach auf dem Tisch und krümeln alles voll, angeblich eine "landestypische Sitte"! Nachdem ich auf einem Teller bestanden habe, wurde mir aber gnädiger- und naserümpfenderweise einer hergerichtet. Puh!


Ich habe mich meist freiwillig zum Frühstückholen gemeldet - eine Gelegenheit, das Sortiment herrlicher, buttertriefender, französischer Backwerke durchzukaufen, lass ich mir schließlich nicht entgehen!

Apropos Backwaren, die französischen Bäckereien sind wirklich toll, inzwischen habe ich zwar auch erschreckend viele "Backshop"-artige Ketten gesehen, die garantiert nicht mehr selbst backen. Die Dichte an Selbstbäckern ist allerdings immer noch viel höher als in Deutschland:




Oben: Die Macarons-Konditorei!
Mitte: Ein buttertriefendes Blätterteigdings mit Karamellkruste und Pinienkernen obendrauf. Empfehlenswert: Höchstens ein Viertel davon auf einmal essen!
Unten: Ein "peche", Teig gefüllt mit Sahnecreme, auf solche Ideen muss man erstmal kommen, Obst mit Kuchenteig nachzubilden, toll!


Ich war irgendwie der einzige Fischfan (und aus umwelttechnischen Gründen, und weil ich, naja, einfach nicht so wirklich nah am Meer dran wohne kaufe ich so gut wie nie welchen), einmal welchen gekocht habe ich dann aber doch. Weil ich mich mit dem Fischkochen beschämend wenig auskenne, bin ich auf Nummer Sicher gegangen, und bin beim narrensicheren Lachs geblieben:


Lachs, ein paar Krabben hatte der freundliche Fischhändler auch noch in die Tüte geworfen, mit Lauch & Mini-Broccoli mit etwas Sahne, etwas Pfeffer und Zitrone drüber: Super!

Lustigen öffentlichen Nahverkehr hab ich auch gesehen:


Die Marseiller Wundertram: Kann sich durch Pfähle beamen!1!!

Auch sonst hat Marseille einiges zu bieten:


Marseille vom Berg aus gesehen: Mittig das riesig lange Hafenbecken.


Das Marseiller historische Museum: Eher nicht so empfehlenswert, bis auf, im Vordergrund zu sehen, den hervorragenden deutschen Text zur Marseiller Geschichte. Ein Auszug: "1967 wurde durch Bauarbeiten im 'Centre Bourse' zufällig mit einem Möffelbagger unvorgesehen wichtige Trummer freigelegt.".
Im Hintergrund: Ein Teil der wichtigen Trummer.



Das Mittelmeer hingegen: Immer wieder sehr empfehlenswert! Ich war sogar für 10 Sekunden drin.

Schön war's! Vielen Dank J. und S., und auf bald in B.!

Balkonbilanz

Von: rosa

Und, was hat den langen, letzten Winter überlebt? Fast alles:


Lavendel: Check!


Ähm. Aster? Ich hab's ja nicht so mit Blumenkunde - Hauptsache, sie wachsen und sehen hübsch aus. Auf jeden Fall: Check!


Fuchsie: Nope. Wurde bereits durch blühfreudige Margarite ersetzt.


Erdbeere, Minze: Check, check! Erdbeere von Minze umzingelt, behauptet sich aber tapfer. Im nächsten Frühjahr werd ich diese wuchernde Minze mal aus dem Kasten entfernen und im separaten Topf unterbringen.


Rosmarin: Check!

Salbei: Check! Daneben: Ein weiterer, vorwitzig wuchernder Minztrieb, inzwischen bereits zurückgestutzt.

Thymian: Check!