Jagdschlössl, München

Von: rosa

Wird Zeit, dass ich mal über einen meiner allerliebsten Lieblingsläden schreibe....
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Biergulasch, Semmelknödel, Augustiner, an Taz und Poserhandy

... die wahnsinnig uncoole Wirtschaft Jagdschlössl direkt am Münchner Rotkreuzplatz. Von Freunden habe ich schon mehr als einmal ein "was, da gehst du hin?" kassiert. Aber ich liebe den Laden: Da ist es immer warm und freundlich und kosig, alle möglichen Milieus sind friedlich versammelt und willkommen, vom alten Punk über einen Hausfrauenstammtisch bis zur lustigen Runde von Austauschstudenten. Es gibt Augustiner. Und das Essen, jedenfalls wenn man sich an die Klassiker hält, ist fast conveniencefrei und zuverlässig ordentlich....

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Sellerieschnitzel, Pürree, Tomatensauce

... und gelegentlich sogar mal vegetarisch. Besonders mag ich die Jagdschlössl-Käsespätzle: Hier gibt es nämlich ausnahmsweise nicht diese grässlichen Fertigröstzwiebeln aus der Dose drübergestreut (die mir Magenschmerzen machen), sondern einen großen Berg dunkel-zäh karamellisierter Zwiebeln: Köstlich. Und zum Nachtisch gibt es meistens....

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Apfelkücherl, Preiselbeeren, Sahne

Ach, toll. Wenn ich überhaupt so etwas wie ein "Stammlokal" habe, dann ist es das hier. Außerdem ist es ein Muss für alle meine München-Besucher.

Schweinsbratentesting

Von: rosa

Ich esse ja immer schön antizyklisch: Ich war ja mal vegan, aber jetzt, wo gerade alle dieses Buch lesen und schwer drüber nachdenken, mal einen vegetarischen Tag pro Woche einzulegen (wooo!), hatte ich gleich eine prima Idee, als eine Berliner Freundin einen Besuch ankündigte, und auf "Schweinsbraten. Mit Kruste!" bestand: Der Schweinsbraten ist hier in München ja fast überall ordentlich, und ich könnte ja ein paar Lokale heraussuchen, in denen ich auch noch nie war, und dort könnten wir dann jeweils eine Portion Schweinsbraten verputzen. So würde sie schließlich auch gleich was von der Stadt sehen! Gesagt, getan! Der Freund S. war auch mit dabei, und hatte als Überraschung ausgedruckte Scorecards mit Zahlen von 0 bis 9 mitgebracht. Eine Spitzenidee! Wir haben damit dann ausschließlich das Gesamtpaket aus Schweinsbraten, Kruste, Kartoffelknödel und Krautsalat bewertet - nicht z.B. das Preis-Leistungs-Verhältnis oder die generelle Atmosphäre. Lobenswerterweise hat keine Bedienung auch nur mit der Wimper gezuckt, dass wir uns zu Dritt eine Portion Braten teilen wollen. Los ging's bei mir in Neuhausen, beim Neuhausener Augustiner.

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Schweinsbraten, Krautsalat, Augustiner

Schonmal ordentlich vorgelegt: Eine reichliche Portion mit dicken Stücken Fleisch, die Kruste sehr köstlich (wenn auch ein bisschen wenig), auch das Fleisch gut, der Kartoffelknödel ein bisschen hart und monströs. Dafür war der Krautsalat wieder Spitze. In der Gesamtwertung:

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21 Punkte, er herrscht heilige Einigkeit! Beim ersten Lokal kann man ja auch noch nicht zu viele Punkte vergeben, wer weiß, was noch kommt....

Als nächstes fuhren wir dann einmal quer durch die Stadt: In das von Nathalie wärmstens empfohlene Weisse Bräuhaus in Berg am Laim.

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The usual fixings, hier mit etwas Kartoffel- zum Krautsalat

Hmm. Die Kartoffelknödel: Phantastisch, viel besser als im Augustiner. Kleiner, zarter, offensichtlich selbstgemacht. Der Schweinsbraten hingegen: Die Kruste kam leider nicht separat auf das Fleisch draufgelegt, immer schlecht, die weicht schließlich fix durch, so in der Sauce. Geschmeckt hat sie aber, das Fleisch ebenso. Der Kartoffelsalat war toll, der Krautsalat aber ein bisschen salzig - vielleicht noch nicht genug durchgezogen?

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20 Punkte - ein knappes Rennen, und keine Einigkeit mehr! Besonders die Krustendefizite haben zur Abwertung geführt.

Danach ging es (nach einem Umweg über das momentan wunderschöne blinkenlichternde Puerto Giesing, schließlich muss man dem Berliner Gast ja auch etwas Subkultur bieten) in die Innenstadt. Eigentlich wollten wir zum Paulaner im Tal - dort gab es allerdings um kurz nach Zehn nichts mehr zu Essen. Mit dem feixenden Berliner Gast im Schlepptau (wir befinden uns an einem Samstag Abend im Stadtzentrum einer Millionenstadt!) zogen wir weiter, nach nun schon zwei Schweinsbraten auch eigentlich nicht mehr sooo enthusiastisch für den Dritten zu begeistern.
Ein Glück: Beim Franziskaner, schräg gegenüber der Staatsoper, war die Küche noch auf! Da gibt es zwar bedauerlicherweise nur Löwenbräu, aber gutes Bier hatten wir an dem Abend ja schon genug getrunken (Augustiner und das phantastische Tegernseer im Weissen Bräuhaus). Also, fix eingekehrt.
Und eine Premiere: Wir haben, neben dem Schweinsbraten, der mit Warmhaltehaube an den Tisch gebracht wurde, drei vorgewärmte Teller bekommen, große Löffel und Messer, und hätten wir die Bedienung nicht aufgehalten (die Foto-Op!), hätte sie uns den Schweinsbraten samt allen Beigaben noch säuberlich auf drei Teller aufgetan.

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Ein Traum von einem Schweinsbraten - kleine Knödel, Kruste extra!

Der Schweinsbraten: Köstliche, tolles Fleisch, reichlich gute Kruste. Die Knödel: Ähnlich perfekt wie im Weissen Bräuhaus, je kleiner die Knödel sind, desto besser sind sie einfach. Krautsalat: Hervorragend.
Und obwohl der letzte Schweinsbraten es aufgrund unseres abnehmenden Schweinsbratenenthusiasmusses sicher am schwersten hatte, fiel das Urteil einmütig aus:

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Die 27 - volle Punktzahl!

Preistechnisch lag der Franziskaner aber auch weit vorne - in den beiden anderen Wirtschaften war man für Schweinsbraten mit Krautsalat mit ca. 8-9 Euro dabei, beim Franziskaner kostet er immerhin stolze 15, womit man natürlich auch zu einem Gutteil die Lage mitbezahlt. Trotzdem: Für Münchengäste oder gelegentliche Besuche uneingeschränkt empfehlenswert!

Puh! And thus concludes our Schweinsbratentest. Danach ging's noch auf ein Bierchen in Neuhausen, dann ab ins Bett, und für den Berliner Gast nach tiefem Nachtschlaf und einem eher leichten Frühstück wieder zurück gen Nordosten.

Balkon und so

Von: rosa

Den Winter hat fast nichts überlebt (zum Vergleich: Letztes Jahr): Lavendel, Rosmarin und Salbei (alle bisher winterhart) sind eingegangen, nur der Thymian, die Erdbeeren und - natürlich - die bestimmt auch atomkriegresistente Minze sind wiedergekommen. Also musste eingekauft werden:

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Neu: Sauerampfer, Rosmarin, Salbei; alter Thymian. Die Minze wurde in einen extra-Topf ausgelagert!

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Erdbeeren haben einen eigenen Mini-Kasten spendiert bekommen

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Auch neu: Lavendel!

Sehr lachen musste ich übrigens über den Namen des Kräuterzüchters:
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Hihi!

Und wenn ich schon mal dreckige Hände habe, kommen auch gleich die Zimmerpflanzen dran. Ich bin ja eine große Anhängerin davon, Pflanzen regelmäßig zurechtzustutzen:

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Möchte vielleicht jemand Forellenbegonienableger haben?

Ansonsten ist ja gerade Kirchentag in München. Als ich in Berlin gewohnt habe, fand dort der Kirchentag statt, und kann euch sagen: Das ist kein Spaß. Wie damals in Berlin, so auch jetzt in München: Die Stadt voll verpeilter Christen, die die Rolltreppen verstopfen (das allgemeine Höflichkeitsgebot "rechts stehen, links gehen" scheint in Kirchen jedenfalls nicht gepredigt zu werden) und sich, oben angekommen, erstmal ausführlich orientieren, bevor sie weiterlaufen. Immerhin habe ich eine kostenlose taz mit dem schönen Aufmacher "Sex in der Kirche" in die Hand gedrückt bekommen.
Dem Kirchentag entgehe ich, gottseidank, ganz gut - erst durch einen Kurztrip, und am Samstag geht's dann zur Langen Nacht der Wissenschaften (da sind bestimmt nicht so viele Christen), und am Sonntag zu den nur alle 10 Jahre stattfindenden Passionsspielen nach Oberammergau (da könnten dann allerdings schon ein paar Christen sein). Die Passionsspiele gucke ich als Heidin mir ja vor allem aus ethnologischem Interesse an - außerdem kenne ich die Story auch nur so lückenhaft, hoffen wir dann mal, dass ich es schaffe, ohne allzu penetrante Nachfragen beim Sitznachbarn ("ist das jetzt der Böse"?) durchzukommen.

Bäckerei Neulinger, München

Von: rosa

Also,
mein Lieblingsbäcker:

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Gebloggt habe ich schon vereinzelte Bildchen seiner phantastischen Kuchen (Bienenstich, Windbeutel), ein Baguettephoto gab's auch (na gut, aussehen tut es wie ein gewöhnliches Allerweltsbaguette), verschickt habe ich schonmal sein köstliches genetztes Brot.

Also: Der Neulinger ist mit einigem Abstand mein Lieblingsbäcker (einzige Makel: Die Croissants sind bei Schneller besser, und unter der Woche könnte er wirklich bis 19 Uhr aufhaben, um zum Beispiel mir - als armem Mitglied der arbeitenden Bevölkerung - noch einen schnellen Einkauf nach Feierabend zu ermöglich). Die Schlangen am Samstag winden sich regelmäßig einige Meter aus dem Ladengeschäft heraus - es geht aber so schnell, dass man selten länger als 5 Minuten warten muss.

Dabei würde ich sogar mehr als 5 Minuten warten für das Brot, ach, das Brot....
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Durch alle Sorten habe ich mich noch nicht durchprobiert, aber die, die ich bisher gekostet habe: Wunderbar. Was Besonderes ist das "genetzte Brot", rechts oben im Bild, es ist fast schwammig, sehr saftig, lange haltbar, und dicke, getoastete Scheiben mit ordentlich Butter und Marmelade ergeben ein perfektes Sonntagsfrühstück.

Der Kuchen ist ebenso köstlich, mein Liebling der herrliche Bienenstich, der nicht wie anderswo mit pappigem Vanillepudding gefüllt wird - sondern mit einer fluffigen Sahnecreme. Der Neulinger-Apfelstrudel ist der allerbeste, den ich je gegessen habe (butterig, saftig, süß-säuerlich), die Lebkuchen sind ebenfalls wunderbar, ach, probiert euch einfach durch's Sortiment.

Außerdem ist der Laden einfach wunderschön:
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Sitzbereich im Hinterzimmer. Besonders lobenswert: Freies Leitungswasser zur Selbstbedienung!
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Sogar die Garderobe hat Stil.
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Und der Kühlschrank erst!

Der Kühlschrank (technisch inzwischen leicht aufgerüstet!) und das Brotregal stammen übrigens noch aus der niederbayerischen Backstube von Ludwig Neulingers Eltern.

Die beiden Neulinger-Filialen befinden sich in der Volkartstr. 11 (aus der sind die Bilder, Laufweite vom Rotkreuzplatz) und Volkartstr. 48 (neben der befindet sich auch die Backstube, in die man von der Straße aus prima reinkibitzen kann).

[Disclaimer, weil ich doch etwas wild ins Schwärmen geraten bin, räusper, und bezahlte Jubeleinträge bei Blogs ja gerade groß im Kommen sind: Hierfür habe ich rein garnix bekommen!]

Ballabeni

Von: rosa

Mein allerliebster Eisladen wird immer besser, leider aber auch immer voller:

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Ballabeni letztes Wochenende: 15 Minuten Wartezeit bis zur Eiskugel! Vor mir in der Schlange ein typisches Schwabinger Naturphänomen: Nahtlos glitterig gebräunte Dame im weißen Kaftankleid mit Goldkordel, rechts unten im Bild Schwanz (!) ihrer Dackelhandtasche (!!).

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Vorne: Eis, hinten: Sammlung Brandhorst.
Eis: Hach, köstlich! Schokolade, Birnensorbet (so birnig und garnicht wässrig, herrlich!), Joghurt: Eins besser als das andere!
Sammlung Brandhorst: Lustig-bunter Museumsbau, schräg gegenüber vom Ballabeni, äußerlich schon mal ganz hübsch, was drin ist kann ich aber noch nicht sagen: Macht nämlich erst am nächsten Donnerstag auf.


Ballabeni, Theresien- Ecke Türkenstr. (U3/U6 Universität, um die Ecke vom Koreaner).
1,20 € kostet eine Kugel, es gibt immer ca. 8-10 Sorten, Rosas Lieblinge sind Schoko-Ingwer, griechischer Joghurt, Kokossorbet.

Zum Koreaner, München

Von: rosa



Da habe ich gerade wehgeklagt, dass es in München einfach viel zu wenige gute, günstige, schnelle "ethnic" ("ethnische"? Nein. Fremdländisch kochende halt) Imbisse gibt. Aber ein paar wenige gibt es doch, und einen meiner Lieblinge wollte ich schon länger mal vorstellen: "Zum Koreaner"! Wie man auf der Webseite nachlesen kann, gibt es in München ein gleichnamiges, dazugehöriges und eher teueres Restaurant (ist sogar bei mir um die Ecke in Neuhausen) - da war ich aber noch nie - und den superobertollen Imbiss. Beides wird laut Webseite von einem deutsch-koreanischen Paar geführt. Im Imbiss werden folgerichtig zögerliche Fleischesserinnen wie ich damit beruhigt, dass das Fleisch aus dem Chiemgau stammt - was zumindest schonmal auf nicht allerschlimmstes Billigfleisch hindeutet.
Man muss an der Theke bestellen und sein Essen, das bei Fertigstellung lauthals ausgerufen wird, selbst abholen - dafür geht es schnell, selten muss man mehr als 5 Minuten warten.

Zwar arbeite ich nicht mehr um die Ecke vom Imbiss wie noch vor einem halben Jahr - komme allerdings auf meinem täglichen Nachhauseweg fast da vorbei. Wenn ich mal richtig ausgehungert bin, und wirklich keine Lust oder Zeit zum Kochen habe, mache ich da oft einen Abendessens-Zwischenstopp. Das Essen kostet um die 5 Euro pro Hauptgericht, neben dem legendär-köstlichen Schweinebauch finde ich noch die Tofueintöpfe und das Kimbap toll, Banchan, einen gemischten Teller mit kalten Vorspeisen, gibt es auch. Wunderschöne Bilder und einen Einblick in die koreanische Küche findet man im Blog der großartigen Robyn, zum Beispiel hier.

Wer nicht mit koreanischem Essen vertraut ist: Eine der Grundlagen, was auf einer gedeckten Tafel nie fehlen darf, und von Exilkoreanern wohl am schmerzlichsten vermisst wird, ist: Kimchi! Fermentierter Chinakohl mit viel, VIEL Chili. Köstlich und süchtigmachend und äußerst wohltuend. Wenn ich einen verrenkten Magen hatte, hat Kimchi ihn bisher immer zuverlässig in Ordnung gebracht.

Neulich also mal mit Münchenbesuch beim Koreaner gewesen (hat ihn hoffentlich gebührend beeindruckt!), und meine kleine Digitalkamera mitgenommen:

Zu Essen hatten wir eine kleine Schale Kimchi (2,60), den phänomenalen Schweinebauch (4,60) und einen höllisch-heißen Eintopf mit einem ganzen Seidentofu-Block als Einlage (~5). Dazu lecker Bier:


vorne: fast vom Weißkohlsalat begrabener Schweinebauch; links: Kimchi; geradeaus: Tofueintopf; rechts: Bierchen; ganz hinten: Beeindruckter Münchenbesucher

Es war köstlich, und gerade an kalten Winterabenden kann ich mir fast kein besseres Essen vorstellen.

Zum Koreaner, Webseite hier.
Amalienstr. 51. (U3/U6 Universität)
80799 München
Öffnungszeiten (lt. Webseite):
Werktags 9:00-22:00 Uhr
Wochenende und Feiertags ab 11:00-22:00 Uhr