Archive for November 2005

Merkwürdig...

Von: rosa

... ist das, von der Außenwelt für eine Woche abgeschnitten zu sein. Seit sechs Tagen habe ich weder Fernseher, Zeitungen, noch Internet zu sehen bekommen. Mußte jetzt feststellen, daß die Abstimmung zum letzten Blogevent nicht, wie antizipiert, bis Sonntag ging, sondern bereits zu Ende ist. Weil sie erst am Montag begonnen hat, konnte ich weder im Blog drauf hinweisen, noch mitstimmen. Chucks. Naja, nächstes Mal wieder.

Also, wir haben uns ja auf mehreren Luftwaffenstützpunkten rumgetrieben. Dabei mußte ich feststellen, daß mich militärische Disziplin und natürlich die ganze Wahnsinnstechnik da unglaublich ansprechen. Der starke Eindruck einer merkwürdigen Parallelgesellschaft hingegen weniger, und insbesondere am Frauenbild muß die Bundeswehr wohl wirklich noch, nun ja, ein wenig arbeiten.

Hmmm

Hmmmm.....???

Auch das Essen war wie erwartet nicht besonders. Obwohl: Frühstück und Abendessen gingen eigentlich in Ordnung, Brot mit Belag eben, Mittags gab es jedoch wie antizipiert Stärkebeilage (immer zwei der drei Alternativen Reis, Nudeln, Kartoffeln) mit verkochtem Gemüse, Fleisch und brauner Sauce. Naja. Ach, und sowas hier:

Alter Gries
Mhmmm, lecker!

Ich weiß jetzt, was eine Alarmrotte ist, was "Tallyho" beim Fliegerfunk bedeutet, und, daß die Phantom-Maschinen in der Werkshalle einen lustigen Nasenschoner tragen.

Nasenschoner
In der ca. 70 cm langen Metallspitze befindet sich übrigens der Geschwindigkeitsmesser, und sie wird beim Flug irre heiß.

Ansonsten liebe ich die skurrile Arbeitsweise beim Film, die ich noch nirgends so erlebt habe. Die täglichen Equipmentkosten sind so hoch, daß man keine Minute verlieren will. Die Kommunikation muß also laufen, und sämtliche Arbeitsbereiche müssen genau geklärt und abgesteckt sein. Größere Filmsets funktionieren nur streng hierarchisch. Außerdem müssen sich alle immer beeilen.

Da fällt dann ein chaotisch wirkender Haufen irgendwo ein, mit lauter bizarrem Equipment, den Normalsterbliche noch nie gesehen haben (Lichtfolien, Klemmen aller Art, kiloweise Gaffertape, merkwürdige Stative, riesenhafte Akkus / Generatoren und komische Kleidung), wuselt eine Stunde lang umeinander, stellt um, tapet fest (Gaffer ist ein Geschenk des Himmels! Nur das von Tesa nehmen!), entfernt Gegenstände, die den Bildausschnitt stören könnten ("können wir die Teile da drüben nicht schnell abschrauben?"), und tut merkwürdige Dinge. Auf dem Rollfeld zum Beispiel, es mußte wieder sehr schnell gehen, wurde ernsthaft erwogen, schnell den Boden trockenzufönen, damit das Dolly-Befestigungs-Gaffer besser hält. Ist dann nicht am Fön (irgendjemand hat immer sowas dabei), sondern am nichtvorhandenen Strom gescheitert.
Dann kehrt während des Drehs totale Ruhe und Konzentration ein. Um prompt beim Ruf "Danke, die ist gestorben!" wieder in wuselndes Chaos zu verfallen. Eine halbe Stunde später sieht der Drehort dann hoffentlich wieder aus wie vorher, und das Team hetzt weiter.

Am Rollfeld

I love it if films...

Von: rosa

Andrej
dies ist ein Requisit

...refer to other great films.

If you can spot it (not so easy to google, unless you google the cyrillic words) name the director in the comments. If you get it right, I might treat you to an appreciative slap on the back.

No-Budget-Filmen

Von: rosa

villa

... ist anstrengend.

Ich sollte mir für die nächsten Drehtage merken:

- Egal, wieviel Essen da ist, es ist nie genug. Ein interessantes Paradoxon. Die Essensaufnahmefähigkeit des Teams scheint sich proportional zur vorhandenen Essensmenge zu verhalten.
- dito mit Getränken. Immer persönliche Wasserflasche an geheimem Ort bunkern! Dick mit Namen versehen! Möglichst Krankheit vortäuschen, damit niemand "mal einen Schluck nehmen" will.
- dito mit Schokolade. Immer eigenen Schokovorrat in gut versteckten Seitentaschen lagern! Nur davon essen, wenn sonst niemand im Raum ist!
- Sechs Stunden Schlaf sind viel! Wer unter Schlaflosigkeit leidet, dem empfehle ich ab sofort immer, bei No-Budget-Drehs mitzuarbeiten. Den, der nach zwei Drehtagen noch Einschlafprobleme hat, möchte ich sehen.
- Buch und "was zu Arbeiten für die Pausen" mitzunehmen sind vollkommen sinnlos. Selbst in stundenlangen Pausen (es ist ja so, daß alle Leute zu unterschiedlichen Zeiten viel zu tun haben. Wer die Requisiten bereithält und arrangiert, wird beim Dreh dann nicht mehr gebraucht. Wer den Ton angelt, hat in den Umbaupausen nichts zu tun) ist die Spannung so groß, daß Konzentration für andere Dinge kaum möglich ist.