麻 婆 豆 腐 (Mapo Doufu vegetarisch)
Posted by: rosa

Eigentlich wird 麻 婆 豆 腐 (mápó dòufu) ja mit Fleisch zubereitet. Ist also ein sehr pikanter Eintopf aus weichem, seidigem Tofu und würziger Fleischsauce. In dieser Variante, die mir wirklich gut geschmeckt hat, wird das Fleisch durch gehackte, getrocknete Shiitakepilze ersetzt - zum einen passt das mit der Konsistenz, zum anderen schmecken die ebenfalls sehr kräftig und würzig.
Das Rezept ist von hier, und so geht's (Mengenangaben bitte dem Link entnehmen):
Man nehme:

Weichen Tofu, Dòubànjiàng (Sauce aus Chili und fermentierten Bohnen - gabs in meinem Asienladen sogar von mehreren Marken), Sichuanpfeffer, getrocknete Shiitakepilze, Ingwer, Chilipulver, Öl, Gemüsebrühe, Salz, Sojasauce, Stärke.
Sichuanpfeffer (der wirklich wahnsinnig toll schmeckt! Mein neuer Lieblingspfeffer! Trotzdem werde ich meine Riesenmegapackung - im Bild hinten an die Wand gelehnt - wohl nie aufbrauchen können - wer möchte, kann sich bei mir in Neukölln gerne eine Handvoll abholen!) in einem trockenen Topf etwas anrösten, bis einem die scharfen Dämpfe in die Nase steigen. Etwas Pfeffer mörsern, ich hab ihn in einer normalen Mühle gemahlen.
Pilze in Wasser mit etwas Sojasauce und Ingwer etwa 30 Minuten lang köcheln bis sie weich sind. Stiele entfernen und Pilzköpfe fein hacken.
Tofu würfeln.

Etwas Öl erhitzen, Pilze kurz anbraten. Salzen, etwas Chilipulver und 2 Esslöffel Dòubànjiàng zugeben. Mit einer kleinen Tasse Gemüsebrühe aufgießen, Tofu hinzufügen und ein paar Minuten lang köcheln lassen. Einen Teelöffel Stärke mit etwas kaltem Wasser verrühren und zum Andicken zur Sauce geben. Mit Salz abschmecken.
In Schüssel geben und mit Sichuanpfeffer bestreuen.
Und wegen der Ästhetik, die Chinesen beim Anrichten ja durchaus wichtig ist - ich kannte mal eine Chinesin, die konnte kein monochrom bräunlich-rotes Essen ertragen: "No! NO!! I have to have something green with it!" - in ihrem Geiste also hübsch ein wenig Knoblauchgrün drübergeschnipselt.
Dieser Mápó Dòufu schmeckt sehr gut, die verschiedenen Schärfekomponenten ergänzen sich prächtig (wie hier schon mal erwähnt, gehört die Sìchuānküche zu den sehr schärfefreudigen). Wenn mans nicht zu scharf verträgt, würde ich die Menge von 2 Esslöffeln Dòubànjiàng erstmal nicht überschreiten - ich habe 3,5 Esslöffel genommen, dann kommt noch das Chilipulver, der Sichuanpfeffer, und das Knoblauchgrün hinzu - ich musste schon ganz leicht husten, als ich den ersten Bissen probiert hab. Aber noch gut essbar, und die Schärfe von Chili finde ich sowieso recht angenehm, nach ein paar Bissen macht das ein gutes Mundgefühl.

Das hier ist mein Beitrag zum aktuellen Blogevent im Kochtopf. Ich finds übrigens super, dass so viele Tofurezepte eingereicht wurden. Tofulovers, unite!
